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Evangelische Grundschule Bernau sieht bei einer gleichzeitigen Nutzung zahlreiche Hindernisse / Hoffbauer erwägt Neubau

Zwei Schulen und viele Probleme

Stark sanierungsbedürftig: Das Gebäude, in dem die Evangelische Grundschule Räume gemietet hat, wird derzeit so hergerichtet, dass zwei Klassen der Oberschule am Rollberg mit integrierter Grundschule Platz haben.
Stark sanierungsbedürftig: Das Gebäude, in dem die Evangelische Grundschule Räume gemietet hat, wird derzeit so hergerichtet, dass zwei Klassen der Oberschule am Rollberg mit integrierter Grundschule Platz haben. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Britta Gallrein / 24.05.2013, 23:31 Uhr - Aktualisiert 27.05.2013, 17:59
Bernau (MOZ) Zwei Schulen mit unterschiedlichen Konzepten unter einem Dach. Wie soll das funktionieren? Das wollten am Donnerstagabend rund 130 interessierte Eltern von Bernaus Bürgermeister Hubert Handke wissen.

Eingeladen hatten zu der Anhörung in der Stadthalle die Elternvertreter der Evangelischen Grundschule. Gekommen waren aber auch Eltern der Rollenhagen- sowie der Johannaschule.

Ab dem Sommer sollen in das derzeit von der Evangelischen Grundschule genutzte Gebäude zwei Klassen mit Erstklässlern der Oberschule am Rollberg einziehen. Eltern haben gegen die Pläne starke Vorbehalte.

Die Evangelische Grundschule nutzt seit 2009 das Gebäude an der Ladeburger Chaussee unmittelbar neben der Oberschule. Das Gebäude gehört der Stadt Bernau. Die Schule, die sich in Trägerschaft der Hoffbauer Stiftung befindet, hat Räume im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss gemietet.

Zum kommenden Schuljahr braucht die Stadt Bernau dringend Klassenräume. Weil die Schülerzahlen der Georg-Rollenhagen-Grundschule den Platzbedarf überschreiten, entschloss sich die Verwaltung zu einer neuen Variante. Die Oberschule am Rollberg soll um einen Grundschulteil erweitert werden. Der Beschluss passierte ohne große Diskussionen die Stadtverordnetenversammlung. Bereits ab dem Sommer sollen an der Oberschule zwei erste Klassen eröffnet werden. Eingeschult werden sie in dem Gebäude, das die Evangelische Grundschule nutzt. Dazu werden jetzt die Räume im Obergeschoss hergerichtet.

Die Eltern der Evangelischen Grundschule fürchten durch die Neuregelung Probleme. So unter anderem bei der Aufsichtspflicht. In den Hofpausen werden Lehrer beider Schulen Aufsicht führen. "Einem Kind etwas zu sagen, wenn das nicht zu meiner Schule gehört und ich es nicht einmal beim Namen kenne, wird schwierig", fürchtet Markus Althoff von der Hoffbauer Stiftung. Auch die unterschiedlich langen Stundenzeiten und die verschiedenen Schulkonzepte seien schwer vereinbar, glauben die Eltern. Am 30. Mai soll es ein Treffen mit Vertretern beider Schulen geben, bei dem solche Detailfragen geklärt werden sollen.

Erhebliche Bedenken gibt es auch beim Thema Sicherheit. Vor allem am Brandschutz hapert es schon jetzt. Die zuständige Brandschutzbehörde duldet den Zustand in der bestehenden Schule nur. Eine grundlegende Sanierung sollte zügig erfolgen. Bürgermeister Hubert Handke machte deutlich: Wenn die Stadt es nicht bis zum Beginn des neuen Schuljahres schaffe, alle Anforderungen in Sachen Sicherheit und Brandschutz zu erfüllen, werde der Schulbetrieb in den oberen Räumen nicht aufgenommen. "Wir gehen aber davon aus, dass wir das zeitlich schaffen", so Hubert Handke.

Hoffbauer-Geschäftsführer Frank Hohn betonte, es gehe nicht darum, Kinder auszugrenzen oder Schulen gegeneinander auszuspielen. "Wichtig ist, dass wir uns unserer gemeinsamen Verantwortung für die Kinder stellen."

Im Oktober vergangenen Jahres habe er die Information bekommen, dass die Stadt Räume im Obergeschoss nutzen wollte. "Damals hieß es aber: Macht euch keine Sorgen, ihr könnt dann in die Johannaschule", führte Hohn aus. Dieses Angebot ist inzwischen vom Tisch. Das Schulgebäude der Johannaschule an der Mühlenstraße ist im Besitz des Landkreises. Eltern und Lehrer hätten sich gegen eine Zusammenlegung ausgesprochen, erklärte Handke.

Die gemeinsame Nutzung der Schulgebäude an der Ladeburger Chaussee soll auf drei Jahre befristet sein. Bis dahin könnte sich aber auch eine neue Situation ergeben haben.

Man habe der Hoffbauer Stiftung die Möglichkeit eines Schulneubaus eröffnet, indem man ihr ein Grundstück zur Verfügung stelle, erklärte Bürgermeister Hubert Handke überraschend. Gemeint ist das Grundstück an der Ladeburger Chaussee, auf dem die frühere Johannaschule stand. Das Grundstück sei geeignet, erklärte Frank Hohn. "Wir schätzen es so ein, dass ein Schulneubau dort relativ unproblematisch ist." Man hoffe auf das Entgegenkommen der Stadt unter anderem beim Erbbaurechtsvertrag. "Wir haben schon ein Architekturbüro beauftragt, erste Skizzen zu erstellen, denn wir wollen das Vorhaben zügig durchziehen", erklärte Frank Hohn. Ein Umzug in das neue Gebäude zum 1. August 2015 ist das sportliche Ziel. "Wir würden damit auch die pädagogischen Voraussetzungen verbessern. Dann wäre aus der Sache eine große Chance für uns geworden."

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