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Schwätzchen mit dem Präsidenten

Nahm sich Zeit f³r ein Gesprõch am Rande: Bundesprõsident Horst K÷hler (4.v.l.) mit seiner Gattin und mit Mitarbeitern im Barnimer Rettungsdienst, FacharztImmo R÷mer, Rettungssanitõter Hendrik Sommerfeld sowie Anja Otterstein und Uwe Wegner
Nahm sich Zeit f³r ein Gesprõch am Rande: Bundesprõsident Horst K÷hler (4.v.l.) mit seiner Gattin und mit Mitarbeitern im Barnimer Rettungsdienst, FacharztImmo R÷mer, Rettungssanitõter Hendrik Sommerfeld sowie Anja Otterstein und Uwe Wegner © Foto:
Britta GALLREINN / 04.08.2009, 06:01 Uhr
Bernau Einen prominenten Gast durfte kürzlich der Rettungsdienst Barnim betreuen. Bundespräsident Horst Köhler war zu Besuch im Landkreis und der Rettungsdienst war beauftragt worden, seinen Besuch abzusichern.

"Das war für uns natürlich etwas Besonderes", berichtet Rettungsdienst-Geschäftsführerin Anita Stahnke. "Ein Team von drei Mitarbeitern und ein Notarzt waren von uns dabei."

Der Bundespräsident habe sich sogar im Anschluss an das Interview, das er in Chorin gab, ein paar Minuten Zeit für Gespräche genommen, berichtet Uwe Wegner, der als Rettungsassistent mit vor Ort war. "Er wollte wissen, wo uns der Schuh drückt."

Und der drückt die Mitarbeiter der Rettungsdienste allgemein gewaltig. So sei die Gesundheitspolitik in Deutschland sehr verbesserungswürdig, findet Uwe Wegner. Zum Beispiel beim Berufsbild des Rettungsassistenten. Dieser erfordert eine nur zweijährige Ausbildungszeit. Daher fehlt den Mitarbeitern die Anerkennung als medizinischer Heilberuf. "Wir sind somit nicht auf Augenhöhe mit dem Personal in den Kliniken, also den Schwestern", schildert Uwe Wegner. "Überspitz gesagt: Wenn ich hier meinen Job verlieren könnte, dürfte ich in einem Krankenhaus gerade mal den Fußboden wischen."

Dabei sei die Ausbildung der Rettungsassistenten sehr umfassend und anspruchsvoll, bestätigt Anita Stahnke. Schließlich müssen die Rettungsassistenten im Notfall teilweise vollkommen selbstständig arbeiten. Wenn die Einsatz-Leitstelle von einem Notfall informiert wird, entscheidet sie, ob nur der Rettungswagen geschickt wird oder auch ein Notarzt. Die Rettungsassistenten sind so oft auf sich alleine gestellt bei der Erstversorgung. Gerade weil sie so gut qualifiziert sind, fordern sie seit Jahren eine Anerkennung als Heilberuf und damit eine Gleichstellung mit anderen Berufen in Kliniken.

106 Mitarbeiter sind beim Rettungsdienst Barnim beschäftigt. Acht Rettungswagen stehen in Bernau, Basdorf, Zerpenschleuse, Seefeldt, Althüttendorf, Parstein, Eberswalde-Ost und Eberswalde-West für Einsätze bereit. Dazu kommen zwei Notarzteinsatzfahrzeuge sowie drei Krankentransportwagen.

Obwohl der Landkreis Barnim groß und teilweise dünn besiedelt sei, könne man die bundesweit vorgegebenen Eintreff-Zeiten absichern. "Wir können in 15 Minuten am Einsatzort innerhalb des Landkreises sein", sagt der Leiter des Rettungsdienstes, Fred Spielberg. Lediglich durch doppelte Einsätze oder bedingt durch die Witterung könne es zu Verzögerungen kommen, räumt er ein.

Dass Bundespräsident Horst Köhler für ihn und seine Kollegen aus dem Rettungsdienst direkt etwas tun könne, glaubt Uwe Wegner nicht. "Aber er hat jedenfalls jetzt einmal etwas von der Problematik gehört", sagt der Rettungsassistent. "Vielleicht erinnert er sich ja mal daran." Und eine schöne Abwechslung vom normalen Alltag war der "hohe Besuch" allemal.

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