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Bus nach Polen hält an Uni und Bahnhof

Annette Herold / 29.05.2013, 07:02 Uhr
Frankfurt (MOZ) Der grenzüberschreitende Stadtbus soll nach dem Fahrplanwechsel Anfang Dezember regulär an Bahnhof und Universität halten. Damit reagiert die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) auf häufig geäußerte Kritik an der Linienführung. Indes stößt die SVF im Alltag immer wieder auf rechtliche Probleme.

Von Anfang Dezember an vom Bahnhof über die Haltestelle am Gräfin-Dönhoff-Gebäude nach Slubice und zurück - für Projektleiter Andreas Rein ist die Änderung der Streckenführung der vor knapp sechs Monaten gestarteten Buslinie nur konsequent. Diese gilt als am zweitstärksten frequentierte Linie innerhalb der Stadt; werktags sind damit rund 840 Fahrgäste unterwegs. Immer wieder geäußerter Kritikpunkt sei gewesen, dass der Bus entweder zur Uni oder zum Bahnhof fährt, sagt Rein. Eher als mit dem Fahrplanwechsel lasse sich die Neuerung aber nicht umsetzen, sagt er mit Verweis auf die abgestimmten Fahrzeiten von Bus, Bahn und Straßenbahn.

Insgesamt zeigt sich Rein ebenso wie SVF-Geschäftsführer Michael Ebermann zufrieden mit dem Anlauf der Linie 983, auch wenn es im Alltag noch einige Schwierigkeiten gebe. Eine davon: Aufgrund von Gesetzeslücken können die Fahrgäste der grenzüberschreitenden Linie Rein zufolge nicht überall kontrolliert werden. Im Gegensatz zu Schiff oder Flugzeug sei bei Eisenbahn und Bus nicht geregelt, dass Schwarzfahrer auch auf polnischem Territorium nach deutschem Recht zur Kasse gebeten werden können. "Im Flugzeug einer polnischen Airline ist es klar, dass es sich dabei um polnisches Territorium handelt, auch wenn es Deutschland überfliegt", macht die Jura-Studentin Anna Skopicz-Radkiewicz deutlich, die gerade ein Praktikum in der Stadtverwaltung absolviert und sich dabei speziell mit dem deutsch-polnischen Stadtverkehr beschäftigt. "Die juristischen Probleme haben wir vielleicht unterschätzt", räumt Rein ein. In vielerlei Hinsicht leisteten Frankfurt und Slubice jetzt Pionierarbeit in diesen Fragen.

Schwierigkeiten wie diese werden in der gemeinsamen ÖPNV-Arbeitsgruppe beider Städte behandelt. Geplant ist unter anderem, eine neue Haltestelle in Slubices Seelower Straße einzurichten. Die Stadtverkehrsgesellschaft bietet inzwischen auch die "Busschule" jenseits der Oder an, Informationsveranstaltungen also, in denen sich Interessierte unter anderem über die Nutzung des Fahrscheinautomaten informieren können.

Langfristig wollen beide Städte ihre Zusammenarbeit in Sachen ÖPNV intensivieren. Frankfurts Nahverkehrsplan soll gemeinsam mit Slubice fortgeschrieben werden, wie Rein ankündigt. "Ich freue mich, dass die Erwartungen in die Buslinie übertroffen worden sind", sagt der zuständige Dezernent Markus Derling (CDU). Wie es weitergeht, müsse sich zeigen. Obwohl er lange skeptisch gewesen sei, könne er sich inzwischen eine Straßenbahnlinie über die Oder vorstellen. "Die Slubicer Partner haben aber darum gebeten, das Projekt im Moment nicht aktiv voranzutreiben", sagt er. Zum einen aus finanziellen Gründen, wie der Dezernent sagt. Zum anderen, weil das Slubicer Hauptthema derzeit der Bau einer Ortsumgehung sei.

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kopfschüttler 29.05.2013 - 16:27:29

Ein Glück, dass die Polen die Straßenbahnlinie nicht wollen ...

Ein Glück, dass die Polen die Straßenbahnlinie nicht wollen. Wir Frankfurter wollen sie zwar auch nicht, aber das interessiert die Stadt nicht. Die versenken lieber weiter wahnsinnige Gelder in Beratungsleistungen und haben als Ergebnis noch nicht mal einen sicheren Rechtsrahmen für eine Buslinie über die Grenze zusammen bekommen. Aber das war ja vorauszusehen. Herr Derling wäre besser beraten sich anderen Projekten in der Stadt zuzuwenden und da Geld zu investieren. Die Liste der Versäumnisse ist lang und sein ZIM etc. ist damit gut für die Zukunft ausgelastet. Die Doppik ist auch noch eine Spielwiese.

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