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Bernaus jüngstes Wahrzeichen steht / Offizielle Eröffnung zum Hussitenfest

Freie Fahrt durchs Mühlentor

Imposante Erscheinungen: das Mühlentor und seine Wächter.
Imposante Erscheinungen: das Mühlentor und seine Wächter. © Foto: U.Winkler
Sabine Rakitin / 30.05.2013, 21:04 Uhr - Aktualisiert 04.06.2013, 08:43
Bernau (MOZ) Das nach historischem Vorbild erbaute Mühlentor steht. Ab heute können die Fahrzeuge durch das neue Wahrzeichen Bernaus rollen. Hunderte Einwohner der Stadt waren am Donnerstag dabei, als das Tor für den Verkehr freigegeben wurde.

Vize-Landrat Carsten Bockhardt (CDU) weist auf den Stein mit der Nummer 555. Den habe er bezahlt, erzählt der Zepernicker stolz. Gemeinsam mit den Bernauern beteiligten sich eine ganze Reihe von Bewohnern aus Nachbarkommunen durch den Kauf von Steinen an der Finanzierung des Mühlentores. Bockhardts Stein ist an der Seite in Richtung Henkerhaus verbaut.

Das Bernauer Mühlentor ist fast fertig: Bürgermeister Hubert Handke (CDU) durchschnitt am Donnerstag das Band zum wieder errichteten Gebäude an der Stadtmauer.
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Mühlentor-Eröffnung

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"Das, was wir hier vorfinden, ist bürgerschaftliches Engagement", lobt Bürgermeister Hubert Handke (CDU) am Donnerstag, bevor er das rot-weiße Band durchschneidet und damit nach monatelanger Sperrung die Durchfahrt in der Mühlenstraße wieder frei gibt.

Zuvor hatte der Vorsitzende des Mühlentor-Vereins, Manfred Hübler, daran erinnert, wie alles begonnen hatte. "Am 29. Mai 2006 gründeten 23 verrückte Bernauer den MühlentorVerein", erzählte er. Zuvor war die Idee, Bernau eines seiner Tore wieder zurückzugeben, drei Jahre lang diskutiert worden. Weitere drei Jahre brauchte es, bis sich die Beteiligten darauf geeinigt hatten, wie das Mühlentor aussehen und wie es aus eigener Kraft finanziert werden könnte. "Doch reichlich 400000 Euro waren gar nicht so einfach aufzutreiben", schildert Hübler die Nöte der Vereinsmitglieder.

Eine Lösung wurde mit tatkräftiger Hilfe des Vereins Pommerania gefunden. Im Rahmen des gemeinsamen Projekts "Tore, die verbinden" mit der polnischen Stadt StargardSzczecinski konnte das Mühlentor an historischer Stelle in der Mühlenstraße wiederaufgebaut werden. Gleichzeitig wird in der etwa 140 Kilometer entfernten Projektpartnerstadt das Walltor restauriert. So werden 85 Prozent der Kosten für das Mühlentor aus dem EU-Fördermittelprogramm "Interreg IV a" finanziert. Die restlichen 15 Prozent sind Eigenmittel beziehungsweise Spenden.

So, wie es jetzt steht, ist das Mühlentor ein Zusammenspiel aus historischem Vorbild und Neuzeit. Neben den Backsteinen für die Außenwände wurden beispielsweise auch moderne Baustoffe wie Stahlbeton für den Innenbereich verwendet. Das Tor ist etwa 8,80 Meter breit, 8,50 Meter lang und 14,60 Meter hoch. Über der Durchfahrt ist ein Raum entstanden, der künftig für kleinere Ausstellungen, ein Stadtmodell und Führungen zur Verfügung steht.

Gleichwohl ist die Kritik am Bau des Tores in der Stadt nie ganz abgerissen. Verstärkt wurden die Vorbehalte auch durch die monatelange Sperrung der Mühlenstraße, die die Erreichbarkeit der Innenstadt nicht einfacher machte.

Zumindest eine Befürchtung der Kritiker konnten die Erbauer am Donnerstag zerstreuen: Die Probe aufs Exempel gelang. Selbst das größte Fahrzeug der Feuerwehr, die Drehleiter, passierte das Mühlentor zwar äußerst langsam, aber doch problemlos.

Zum Hussitenfest am zweiten Juni-Wochenende soll das Mühlentor noch einmal offiziell eröffnet werden.

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Max Drews 31.05.2013 - 16:19:12

Glückwunsch den Schildbürgern von Bernau

Sie, die Schildbürger von Bernau haben es vollbracht. Ein völlig sinnloses Tor wurde dem Verkehr in den Weg gestellt. Große Fahrzeuge kommen wohl durch. Trotzdem stellt das Tor eine beträchtliche Einengung für den Verkehr dar. Es ist ein amtlich genehmigtes und mit Steuergeldern gefördertes Verkehrshindernis - toll ihr Schildbürger. Zu diesen Seltsamkeiten passte auch die Veranstaltung zur Freigabe für den Verkehr. Der Bürgermeister und Herr Hübler waren während ihrer Ansprachen schlecht zu verstehen. Dabei wäre doch eine technische Unterstützung sicher machbar gewesen. Vielleicht sollte dies schon einen Abstand von dem Machwerk hinter Ihnen kundtun? Erst die kurze Ansprache von Herrn Vize-Landrat Bockhardt war gut verständlich. Danach wollte der Bürgermeister wohl zeigen, dass er es auch kann und war dann besser zu verstehen - nach dem Vize-Landrat. Und noch eine Seltsamkeit - im Rahmen des Hussitenfestes gibt es noch eine offizielle Freigabe für den Verkehr. Im Prinzip wäre es ja auf diese paar Tage nun auch nicht mehr angekommen. Eine Distanz zum polnischen Partnerprojekt - die waren ja auf Grund ihres Feiertages jetzt nicht dabei? Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Na ja, kann ja Jeder machen wie er will.

Mühlentorwächter 31.05.2013 - 15:39:49

www...."Bernau live" kann man sich ein Video und Bilder ansehen

Kann dort aber keine Hunderte Menschen sehen, auch führ dort nicht Drehleiter durch, sondern ein kleineres Feuerwehrauto, dass nur zwei Anlegeleitern auf dem Dach hatte. Die Drehleiterdurchfahrt war Tage zuvor. Dies wollte man sicherlich den mutigen Feuerwehrmann nicht noch einmal zumuten Siehe :https://www.facebook.com/groups/Mehlentor/ Vor 7 Jahren hatten 23 Verrückte in der Stadthalle eine Schnapsidee, nur mit tricksen kam man an die Steuermittel, heißt es im Video. Das neue Tor ist k e i n Mühlentor, es ist ein anderes Tor. Das neue Tor hat mit einer Mühle nur eins gemeinsam, wenn es regnet klappern die Fallrohre wie bei eine Windmühle.(vernünftige Fallrohre sind deshalb unten rund). Das Mühlentor hatte einen schützenden Dachüberstand, beim neuen Ziegeltor hat man es schlichtweg vergessen. Das Mühlentor war wie der nahe Wachturm aus Feldsteinmauerwerk. Das Alte hatte keinen Schlussstein im Bogen, dies findet man bei keinen Torbogen aus dieser Zeit in Bernau. Die Fertigstellungszahl im Schlussstein 2012 ist ein historischer Schwindel, denn wir haben 2013. Mal sehen was die Stadtführer den zu erwartenden Besucherströmen für ein Märchen erzählen werden. Die handwerkliche Ausführung des Mauerwerkes ist eine Schande, es ist eine lieblose und unqualifizierte Arbeit. Die Krüger Maurer waren zweifelsfrei mit dieser Aufgabe überfordert gewesen, es sind einfach Schmierfinken. Als Mauer kann ich nicht hinsehen. Jeder Eigenheimbauer würde das Mauerwerk wieder abreißen lassen. Zum Glück waren Gäste aus Polen heute hier. Man feierte heute siech selbst, im kleinen Kreis, wie bei der Grundsteinlegung und beim Richtfest. Das andere neue Tor hat keine Sinn, Funktion und Nutzung, es versperrt nur die Stadt. Es ist nun amtlich beschränkt, mit einem Schild - 3,45 m Höhe. Die Bauzeit mit fast einen Jahr ist eine Zumutung, das Wetter soll schuld gewesen sein, es gibt jedes Jahr einen Winter, Bauwetter gab es auch im noch im Dezember… Die Kosten für die Umwege wegen der Vollsperrung bezahlten die Bürger mit ihrem Benzin. Der Nachweis, dass die geplanten Baukosten eingehalten wurden steht noch aus, auch dass der Stadt keine Kosten in diesen Zusammenhang entstanden sind und werden. Es sind ihr aber Parkgebühren entgangen. Die Bürger bezahlten jedoch Steuern für dieses neue Tor, weil der Verein seine Schnapsidee, das Tor aus Spendenmittel zubauen verfehlt hat. Fast die Hälfte der Spendensteine können noch gekauft werden…. Das neue Tor ist nicht für die Bürger dieser Stadt, es ist für Fremde. Das Tor brauche ich genau so wenig wie Drohnen. Ps. Wer sehen will, wie ein Stadttor gebaut wird, sollte sich hier das Walltor in Polen –Tore die verbinden-ansehen: http://www.stargard.pl/index.php?idg=strony&idstr=standard&ids=452&m=pwued2

Günter 31.05.2013 - 11:54:35

Niemand hatte die Absicht eine Mauer zu bauen, niemand hatte...

Bernaus Mühlentor soll wieder entstehen Bernau (MOZ) 18. März 2006 „Der Aufbau des Mühlentores soll aber auch ein wichtiges Signal nach außen sein: "Seht her, in Bernau werden Ideen nicht nur zerdiskutiert, sondern ein Projekt wird auch mal in einem überschaubaren Zeitraum gemeinsam verwirklicht!" „Das Projekt sollten die Bernauer diesmal aber nicht in die Mühlen von Verwaltung und Politik geben, sondern selbst in die Hand nehmen. Hübler plant die Gründung eines gemeinnützigen Vereins zum Wiederaufbau des Mühlentore“ „Hübler will das Projekt dann ehrgeizig und zügig betreiben. "In vier Jahren muss das Tor stehen", sagt er. Die Kosten werden auf rund 350 000 Euro veranschlagt.“ „Bleibt noch die nicht unwichtige Frage, inwieweit das neue Bauwerk in das Verkehrsgeschehen von Bernau eingreifen wird. "Weniger als sicher angenommen", sagt Hübler. "Die Durchfahrt wird nach den Planungen weiter für Autos passierbar sein, nur nicht für große Lkw. Ob wir die dort fahren lassen wollen, steht ja sowieso zur Diskussion."

Frank Valentin 31.05.2013 - 09:45:25

Ein schönes Beispiel

"Bürgerschaftliches Engagement" meint der Bürgermeister auszumachen? "Bürgerschaftliches Engagement" bewirkte einst den Abriss des alten Tores. Das hatte einen Sinn. Heute drücken 23 "verrückte" (Zitat Hübler) den übrigen Bernauern ihre verqueren Ansichten auf. Der Neubau dieses sinn- und zwecklosen Bauwerkes - einer Beton-Replika - ist allerdings ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Bauen in Bernau läuft: Zuerst lange planen, den Leuten den Himmel auf Erden versprechen, dabei alles für die Bürger Wichtige vergessen oder verschleiern, dann auf Deibel komm raus losbauen. Zum schlechten Ende dann dürfen die Bernauer ( in diesem Fall die Feuerwehr ) irgendwie mit dem Irrwitz fertig werden. Siehe auch Bahnhofsvorplatz. Eigentlich prüft man vorher, ob rechts und links noch ein paar Millimeter Platz für große Fahrzeuge ist Jetzt muss die Feuerwehr bei der Erneuerung ihres Fuhrparks immer erst eine Probefahrt durch's Mühlentor machen? Was für ein Schildbürgerstreich! Im Übrigen sollte die EU schnellstens die Mittelverwendung prüfen.

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