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Wohnungswirtschaft beklagt Leerstand in Nord und Süd

Brandenburg drohen Geisterstädte

Ulrich Thiessen / 05.06.2013, 07:00 Uhr
Potsdam (MOZ) Brandenburgs Randregionen droht eine neue Leerstandswelle. Mehr als jede dritte Wohnung könnte bis 2020 in der Prignitz und der Lausitz unvermietbar sein. Das berechnete der Verband der Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen (BBU) und forderte neue Abriss- und Umbauprogramme von der Bundesregierung.

Rund 60 000 Wohnungen sind in Brandenburg seit 2001 abgerissen worden. Der durchschnittliche Leerstand belief sich 2012 auf 9,9 Prozent. BBU-Vorstand Maren Kern verwies am Dienstag auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes, dem 211 Unternehmen mit 358 000 Mietwohnungen im Brandenburg angehören, dass der Leerstand bereits wieder zunimmt. Die Ursache sieht sie in der Politik der Bundesregierung, die das Stadtumbauprogramm Ende 2013 auslaufen lässt, ohne das angekündigte Nachfolgeprogramm aufzulegen. Kern warnte davor, dass in Berlinfernen Regionen mit 30 Prozent Leerstand bis 2020 zu rechnen sei. Damit bestehe die Gefahr, dass regelrechte Geisterstädte oder Stadtteile entstehen. Auch kleine Städte, die bislang nicht im Fokus des Stadtumbaus lagen, haben massiven Probleme. So steht in Dahme/Mark (Teltow-Fläming) heute jede vierte Mietwohnung leer, in Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland) jede fünfte. Während sich sanierte Plattenbauten inzwischen gut vermieten lassen (Leerstand bei durchschnittlich 4,5 Prozent) steigt der Leerstand bei Altbauten rasant an.

Eine umgekehrte Entwicklung ist im Berliner Umland zu verzeichnen. Hier besteht beispielsweise in Teltow, in Potsdam und in Velten wegen des steigenden Zuzugs erheblicher Neubaubedarf. Im östlichen Berliner Umland wird dagegen mit einem Anstieg des Leerstandes gerechnet.

Der BBU verweist darauf, dass sich die Mietsteigerungen in den Mitgliedsunternehmen 2012 unter der Inflationsrate von 20 Prozent bewegten. Darüber lagen sie nur Oberhavel (2,4 Prozent), Potsdam (2,2) und Ostprignitz-Ruppin (2,1).

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pkeszler 21.08.2013 - 19:33:12

Geisterstädte im Osten und Süden von Brandenburg

Diese Entwicklung war doch nach der Wende politisch so gewollt, als es um die Frage ging, ob Potsdam oder Frankfurt Landeshauptstadt werden soll. Alle wichtigen Institutionen wurden nach Potsdam abgezogen, während Frankfurt immer mehr an Bedeutung verlor. Also muss man heute über diese Entwicklung nicht jammern oder sich verwundert zeigen.

märker126 05.06.2013 - 09:06:04

...Nachtrag.

....und dan Polizeireform und mangelndem Interesse sind ganze Landstriche zum Plündern freigegeben worden.

märker126 05.06.2013 - 08:55:47

Quittung

Wer will denn noch auf dem platten Lande wohnen, wenn die Infrastruktur verkommt und abgebaut wird ? Entscheidend ist doch, dass man schnell zur Arbeit kommt....z.B. nach Berlin. Rückbau von Straßen (wie kürzlich angedacht), Einstellung bzw. Ausdünnung von Bahnlinien, mangelnde ärztliche Versorgung usw. usw. sind nicht hilfreich. All dies war doch schon vor Jahren vorauszusehen. Unser Landesvater samt Gefolge im berlinnahen Potsdam sind diesbezüglich autistisch veranlagt. Und: ich weiß wovon ich rede !!!

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