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Geheimnisvoller Filmdreh in Neuhardenberg

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Mandy Timm / 03.12.2009, 21:56 Uhr
Neuhardenberg Groß war die Geheimhaltung. Nur einige wenige Eingeweihte wussten, dass im Sommer beim Filmdreh auf dem Flugplatz Neuhardenberg einer der berühmtesten deutschen Schauspieler zugange war: Til Schweiger. Dort wurde die Anfangsszene für den Kinofilm "Zweiohrküken" gedreht. Gestern war Filmstart.

Til Schweigers romantische Komödie "Zweiohrküken" beginnt überraschend - mit einem Manöver von Düsenjägern, die sich gegenseitig umschwirren. Einem Flugzeug entsteigt die Hauptdarstellerin Nora Tschirner in Fliegermontur - und barbusig. Für ihre große Liebe Ludo alias Til Schweiger hat sie sich extra die Brüste vergrößern lassen. Allerdings nur im Traum von Ludo.

Gedreht wurde diese Anfangsszene im Sommer auf dem Flugplatz Neuhardenberg. Einen Tag lang rückte ein Tross von Schauspielern mit Filmleuten, Maskenbildnern und Cateringservice auf dem Rollfeld an. "Obwohl das nicht der erste Filmdreh bei uns war, war es schon eine größere Sache ", sagt Uwe Hädicke, Beauftragter der Airport Development AG. Hädicke sieht die Dreharbeiten als wichtigen Beitrag zur Standortförderung. Stuntszenen für Tatorte oder Szenen für verschiedene Serien des Senders Sat1 wurden zum Beispiel gefilmt, erzählt Uwe Hädicke.

Der Aufwand für "Zweiohrküken" unterdessen war enorm. Bis zu 80 Crew-Mitglieder sollen auf dem Flugplatz gewesen sein. Das Flugzeug, das in der Anfangsszene zu sehen ist, ein Düsenjet, wurde extra aus Österreich eingeflogen, die Piloten auch. Viel Hilfe bekam das Filmteam von den Leuten vor Ort. Unterstützt wurden sie unter anderem von Jürgen Auge vom Fliegerklub Neuhardenberg. Die Mitarbeiter der Airport Development AG stellten technisches Gerät zur Verfügung. Die Firma Schröck aus Müncheberg hatte das notwendige Stromaggregat für den Jet aus Rostock geholt.

Uwe Hädicke erzählt rückblickend, dass sich das Filmteam um Til Schweiger in Neuhardenberg pudelwohl gefühlt habe. Um so enttäuschender sei jetzt, dass Versprechen des Filmteams nicht eingelöst wurden. Die Agentur Via-Berlin, die den Ablauf der Dreharbeiten betreute, habe zum Beispiel den Helfern Freikarten für die Premiere versprochen - doch diese seien bis heute nicht angekommen.

Pressefragen wurden von der Berliner Agentur zunächst ignoriert und erst nach häufigen Nachfragen dann doch beantwortet. Als Begründung hieß es: Die Presseverantwortliche sei zur Filmpremiere in Wien. Jemand anderes könne keine Auskunft geben. Über die Umgangsweise des Regisseurs Til Schweigers mit Kritikern und Journalisten wurde schon vor dem Filmstart viel diskutiert. Schweiger beherrsche zwar das Genre, ein erfolgreiches Drehbuch zu schreiben und als Schauspieler vor der Kamera zu stehen, aber - so die Kritiker - mit der öffentlichen Meinung über seine Arbeit vermag er nicht umzugehen.

Und es gibt noch einen weiteren Vorwurf. Til Schweiger hat seinen Film nicht selbst finanziert, sondern "Zweiohrküken" wurde unter anderem mit knapp 1,5 Millionen Euro gefördert. Kritiker weisen darauf hin, dass gerade deshalb der Zuschauer, der also den Eintritt zahlt, auch das Recht habe zu erfahren, wie das von ihm mitfinanzierte Produkt aussieht. Dass allerdings blieb der Schauspieler und Regisseur seinem Publikum in Neuhardenberg schuldig.

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