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Deutsch-polnisches Begegnungszentrum in Trebnitz eingeweiht / 1,6 Millionen Euro flossen in das Projekt

Alte Schmiede zum Leben erweckt

Der Schlüssel zum Objekt: Architekt Matthias Schulz (r.) übergibt ihn an den Vereinsvorsitzenden Christoph Berendt, Gorzows Vizelandrat Grzegorz Tomczak und dem Leiter von Schloss Trebnitz, Darius Müller (v.l.)
Der Schlüssel zum Objekt: Architekt Matthias Schulz (r.) übergibt ihn an den Vereinsvorsitzenden Christoph Berendt, Gorzows Vizelandrat Grzegorz Tomczak und dem Leiter von Schloss Trebnitz, Darius Müller (v.l.) © Foto: Johann Müller
Doris Steinkraus / 12.06.2013, 06:59 Uhr
Trebnitz (MOZ) Mit Gästen aus Politik, Wirtschaft sowie Vertretern diverser Bildungs- und Jugendeinrichtungen ist am Mittwoch das neue deutsch-polnische Begegnungszentrum am Schloss Trebnitz eingeweiht worden. 1,6 Millionen Euro flossen in das Vorhaben.

"Lieder, die wie Brücken sind". Das Lied von Rolf Zukowski passt bestens zu diesem Tag. Kinder aus Heinersdorf und Erwachsene aus Kostrzyn (Küstrin) singen es gemeinsam - mal in polnischer, mal in deutscher Sprache. Sie singen auch von Europa, dem Kinderland, in dem Kinder groß und ihre Träume grenzenlos werden.

Schloss Trebnitz steht über Kreisgrenzen hinaus für gelebte deutsch-polnische Zusammenarbeit. Der Landkreis Gorzow ist Mitglied im Verein Schloss Trebnitz, so wie auch der Kreis Märkisch-Oderland. Gorzows Vizelandrat Grzegorz Tomczak gehört dem Vorstand an. Er hat mit seinen deutschen Partnern fast drei Jahre das Projekt Alte Schmiede vorbereitet und begleitet. Wie er sind weitere Vertreter polnischer Kommunen und Einrichtungen nach Trebnitz gekommen, um dem Verein zu gratulieren. Mit der Sanierung der Alten Schmiede erhielt die Gemeinde einen ortsprägenden Gebäudekomplex zurück. Viele Jahre stand er leer, drohte einzufallen.

"Für uns ist Trebnitz ein besonderer Ort", sagt Tomczak. Der Landkreis Gorzow sehe in der Begegnungsstätte die Akademie einer künftigen Bürgergesellschaft ohne Grenzen. Dass es vor allem junge Menschen sind, die sich treffen, über aktuelle Themen diskutieren und Ideen schmieden, unterstreiche diese Besonderheit, würdigt Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD). Er erinnert daran, dass die Fördermittel nur die eine Seite gewesen seien. 250 000 Euro mussten als Eigenanteil aufgebracht werden. Das Konzept des Vereins, der selbst einen Kredit aufnahm, habe andere überzeugt, macht Fritsch deutlich. So geht sein Dank an diesem Tag an die Stiftung Jugendmarke, das Ministerium für Jugend, Bildung und Sport in Potsdam, die Sparkasse Märkisch-Oderland und an die Aktion Mensch. Ihn als alten Landsberger freue es besonders, dass es eine so enge Zusammenarbeit mit dem Kreis Gorzow (Landsberg) gibt. Das sei die Basis für eine friedliche und freundschaftliche Zukunft der Nachbarn.

Sylwia Pedzinska, Leiterin des Gemeinsamen Technisches Sekretariats in Zielona Gora - es reicht die Fördermittel der Euroregion aus - sieht das Trebnitzer Projekt als einzigartiges Beispiel gelebter Zusammenarbeit. An diesem Tag sind auch alle bürokratischen Hürden bei der Antragstellung, bei der baulichen Umsetzung an den denkmalgeschützen Gebäuden und der noch nicht abgeschlossene Abrechnungsaufwand vergessen. Die Jugendlichen selbst machen in mehreren Programmpunkten den Wert dieser Investition deutlich.

Albrecht Gerber, Chef der Brandenburger Staatskanzlei, zeichnet den Oderland-Jugend-Rat als Demografiebeispiel des Monats aus. Es ist nicht nur eine Urkunden-Übergabe. Die jungen Leute konfrontieren ihn mit Fragen, stellen ihm und den Gästen ihre erarbeiteten Forderungen vor. Mitsprachrecht in der regionalen Politik, mehr Praxis als Theorie in der Schule, eine bessere Mobilität auf dem Lande (zum Beispiel mit der Einführung eines Rufbusses für alle) und der Abbau von Bürokratie bei der Bildung deutsch-polnischer Firmen sind einige ihrer Punkte im Forderungskatalog. Die jungen Leute haben sich wiederholt getroffen, mit Kommunalpolitikern und Unternehmern gesprochen, Ideen entwickelt.

Auch für solche Projekte steht Schloss Trebnitz. Die vielen Gratulanten wünschen an diesem Tag vor allem immer ein volles Haus. "Wir als Landkreis sind stolz, solch ein Projekt befördert und begleitet zu haben", sagt der Beigeordnete Rainer Schinkel (SPD). Der Kreis sei überzeugt gewesen vom Konzept, das es nun mit Leben zu erfüllen gilt.

Nach den vielen offiziellen Reden (mit Übersetzung) kann das viel gelobte Objekt besichtigt werden. Der Saxophonist des Alexander-Beierbach-Trios führt die Gäste zur Alten Schmiede. Darius Müller, Leiter der Einrichtung, bekommt noch einmal reichlich zu tun. Es gibt viele Glückwünsche und Geschenke. Dazwischen ist er als perfekt Polnisch Sprechender immer wieder als Übersetzer gefordert.

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