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Händler, Gewerbetreibende und Unternehmer gründen Interessengemeinschaft

Finow drängt auf Ausbau der Telekomstraße

Gesetzesverstoß bei jedem Tritt in die Pedale: Vor allem Radler ignorieren das Verbot für Fahrzeuge aller Art.
Gesetzesverstoß bei jedem Tritt in die Pedale: Vor allem Radler ignorieren das Verbot für Fahrzeuge aller Art. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Monika Schmidt / 12.06.2013, 21:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Finower Händler, Gewerbetreibende und Unternehmer machen sich für die Ortsverbindung nach Biesenthal, die sogenannte Telekomstraße, stark. In der nächsten Woche wollen sie eine Interessengemeinschaft aus der Taufe heben. Unterstützung gibt es mittlerweile auch aus Bernau.

Im Moment halten sich, zumindest in der öffentlichen Debatte, Befürworter und Gegner der Telekomstraße die Waage. Während Geschäftsleute und Unternehmer sich mit dem Ausbau der Straße wirtschaftliche Vorteile versprechen, befürchten Anwohner zunehmende Verkehrsbelastungen. "Die Interessengemeinschaft wird sich mit Vertretern beider Seiten an einen Tisch setzen. Geschichtlich gesehen, war die Ortsverbindung immer eine Handelsstraße. Deshalb gibt es auch in Biesenthal sehr viele Unterstützer für die Wiederertüchtigung der Straße", sagt Holger Kalinka, der in Rüdnitz zu Hause ist, in Finow auf dem Flugplatzgelände aber seit Jahren seine Firma Kapi-electronics betreibt. Das Thema Telekomstraße habe auch schon das Mittelstandshaus Bernau sowie die SPD-Fraktion der Biesenthaler Stadtverordnetenversammlung beschäftigt, fügt der ehrenamtliche Gemeindevertreter hinzu.

Am Freitag soll es außerdem ein Treffen mit dem Lions Klub des Niederbarnims geben. "Wir wollen uns Leute ins Boot holen, die etwas bewegen wollen. Mit der Telekomstraße gebe es eine schnellere Anbindung an den Verkehrslandeplatz, an die Autobahn, an die S-Bahn Bernau und umgedreht an Familiengarten und Schwimmbad baff. Unterm Strich hätten vermutlich die Finower weit mehr Vorteile von der Ortsverbindung", fügt Kalinka hinzu.

Ein Verfechter der kurzen Ortsverbindung nach Biesenthal ist auch Optikermeister Dietmar Ortel. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern der Interessengemeinschaft. "Verkehrsverbindungen der Region untereinander sind enorm wichtig", sagt Ortel und hat dabei auch die medizinische Versorgung im Blick, die im Stadtteil Finow seiner Meinung nach um einiges schlechter geworden ist.

Für den Vorstand des CDU-Stadtverbandes, der sich Anfang des Monats mit dem Infrastrukturprojekt beschäftigt hat, könnte die Straße für Finow durchaus förderlich sein. . "Sie wäre eine direkte Verbindung zwischen dem Ober- und Niederbarnim und davon könnte der gesamte Landkreis profitieren", ist auch CDU-Bundestagsabgeordneter Jens Koeppen nach einer Probefahrt überzeugt. "Die Entscheidungsträger sollten nun versuchen, einen Konsens herzustellen und das Machbare für alle beteiligten hinzubekommen und dabei die Interessen der Anwohner, der Unternehmen in Eberswalde, Finow und im Landkreis, aber auch die der Natur einbeziehen", seine Empfehlung.

Doch genau da liegt die Schwierigkeit. Noch ist die Telekomstraße, die auf Vorschlag der CDU in Barnimstraße umbenannt werden soll, eine Straße des Landes, fällt damit in die Zuständigkeit des Landesbetriebes Straßenwesen. Eine Umstufung als kommunale Straße soll erst erfolgen, wenn die B 167 neu gebaut wird. Der Kreistagsbeschluss, die Ortsverbindung dann auszubauen, ist mittlerweile auch schon zehn Jahre alt.

Bei den Stadtverordneten wird die Straße im Herbst wieder eine Rolle spielen. Zurzeit prüft die Verwaltung vier mögliche Varianten: Entwidmung der Straße, Ausbau als Ortsverbindungsstraße, als Fahrradstraße oder als reiner Radweg. "Wir werden in aller Sachlichkeit alle möglichen Szenarien mit ihren Vor- und Nachteile ermitteln. Eine Empfehlung muss der Bauausschuss geben", sagt Baudezernentin Anne Fellner. Am Dienstag hat sie sich dazu auch mit dem Amtsdirektor von Biesenthal-Barnim André Nedlin und Biesenthals Bürgermeister André Stahl getroffen. Gespräche soll es jetzt auch mit dem Landesbetrieb Straßenwesen und dem Infrastrukturministerium in Potsdam geben. "Wenn die Ortsverbindung ausgebaut wird, müsste auch die Biesenthaler in Angriff genommen werden. Das heißt, auf die Anwohner kommen Kosten zu", nennt Anne Fellner eine mögliche Auswirkung.

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Hans - Jürgen Müller 15.06.2013 - 06:16:22

Welch Schwachsinn

Es sind bestimmt nicht die Finower die den Ausbau der Telekomstraße wollen. Es sind Unternehmer denen diese Idee mal Wieder in sen Sinn gekommen ist. Dazu gibt es im Stadtentwicklungskonzept eine klare Aussage - sollte von diesen Herrschaften mal gelesen werden. Außerdem würde der Neubau durch das FFH - Gebiet 241 führen und das geht ja wohl garnicht!

Stefan 14.06.2013 - 20:06:42

Sollen es doch die Befürworter selbst bezahlen

Die Kosten des Ausbaus werden im einstelligen Millionen-Euro-Bereich liegen. Die Straße ist selbst zwischen Ortsausgang von Eberswalde und der auf dem Foto zu sehenden Stelle stark sanierungsbedürftig. Ab dort ist die Straße gerade einmal knapp 3m breit, ein ausweichen bei Gegenverkehr ist dort derzeit nur schwer möglich, da sich links und rechts der Straße Bäume befinden. Der hier von einem Vorkommentator Streckenlängenvorteil läßt sich nur beschränkt in einen Zeitvorteil ummünzen, da hier die Determinante Geschwindigkeit ins Spiel kommt. Mit der höheren Fahrgeschwindigkeit auf der BAB11 ist der Vorteil durch die kürzere Streckenlänge mindestens aufgehoben. Auch die weitern Argumente von "EIN FINOWER" sind absoluter Unsinn. @INSIDER Der angrenzende Wald auf der westlichen Seite ist offiziell als Naturpark deklariert, machen Sie sich mal Gedanken darüber.

A.R. 14.06.2013 - 11:25:34

Wie schön!

Es ist ja immer wieder erstaunlich, mit welcher Überzeugung hier so manche Meinung vertreten wird. Dies sind aber Gott sei Dank nur verschwindend wenige in der letzten Zeit. Mag sein, dass es auch Finower gibt, die aus ganz persönlichen Gründen für diese Straße sind. Diese wohnen dann aber sicher nicht in der Nähe der Straße. Mein Mitgefühl ist ganz bei Ihnen, wenn der Möbelkauf ein Problem wird, nur weil es diese Straße nicht gibt. Vielleicht kann es ein kleiner Trost sein, dass man ja nicht ständig in Möbelhäuser muss. Spaß beiseite. Dieser Artikel hat nichts viel Neues gebracht zu dem letzten und es bleibt dabei, dass es hier nur um die wirtschaftlichen Interessen Einzelner geht. Ich kann mich nur den hier genannten Gegenargumenten anschließen.

Klaus Plathe 13.06.2013 - 20:06:06

Kosten Nutzen

Wer soll das bezahlen? Im Land gibt es für sowas kein Geld. Die Anwohner können sich nicht wehren, aber zum Glück zahlen sie nicht die ganze Straße. Eberswalde kann sich nicht einmal die Unterhaltung der eigenen Verkehrswege leisten. Die sollten erstmal die Winterschäden beseitigen und ihre Gehwege sanieren. Von den Radwegen will ich gar nicht erst sprechen. Fordern ist immer leicht, aber leisten kann man es sich nicht!

Ein Finower 13.06.2013 - 15:52:19

Es gibt auch Befürworter

@Finower Sie glauben wohl, Sie sprechen für alle Finower? Es klingt irgendwie arrogant, wenn man seine persönliche Meinung so kund tut. Ich bin übrigens auch ein Finower, und ich habe mich schon oft genug über den Umweg Spechthausen geärgert. Lassen wir Biesenthal mal beiseite, aber wie kommt man denn mal schnell nach Bernau? Beispiel Wohnorama (Eberswalde hat nämlich kein Möbelkaufhaus!): A11 - 32km, Telekomstrecke - 22km. Es ist nur vernünftig, die alte, bereits bestandene Strecke Finow-Biesenthal wieder herzustellen. Gerade in Richtung Berlin sollte keine Infrastruktur zurück gebaut werden. Und wenn wir schon dabei sind, ließe sich das Brandenburgische Viertel auch über eine Anbindung der Schönholzer südlich des Friedhofs verwirklichen mit zusätzlicher Erschließung neuer Baugebiete für Eigenheime in dieser Ecke.

Finower 13.06.2013 - 14:19:41

Finow drängt auf Ausbau der Telekomstraße ?

Also in den beiden MOZ-Artikeln kann ich nur lesen, daß es sich um eine handvoll Unternehmer und ein paar profilierungssüchtige CDU-Politiker handelt, die diese Straße möchten. Es handelt sich üm eine völlige Übertreibung mit dieser Schlagzeile. Wenn diese Unterrnehmer diese Verkehrsverbindung wollen, sollen sie diese auch selbst bezahlen. Aber, da die meisten von ihnen nicht an der Biesenthaler- und Poststraße ansässig sind, ist es natürlich einfach sich eine neue Straße zu wünschen. Die Anwohner werden es ihnen hinterher besonders durch hohe Umsätze danken, wenn sie die Anliegerbeitäge für die neue Straße bezahlen durften.

Nellie 13.06.2013 - 11:01:57

Gibt es nichts Wichtigeres?

Meiner Meinung nach ist diese Diskussion völlig überflüssig, jedenfalls zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Wenn Finow irgendwann mal alle Probleme gelöst hat, dann kann man sich ja wieder mit der Telekom-Str. und ihrer künftigen Nutzung beschäftigen. Mehr Besucher für den Familiengarten und Schwimmhalle sind ja nun nicht so ein schlagkräftiges Argument

Insider 13.06.2013 - 10:49:55

Sinnvoll

Ein Ausbau der Straße bringt eine Entlastung der Stadtmitte, reduziert Staus und man spart Zeit. Als Rennstrecke für Motorradfahrer ist diese Straße nicht mehr interessanter als die L 200. Schließlich sind dort keine solche Kurven wie nach Oderberg. Im Übrigen wird auch die Lärmbelästigung nicht wesentlich sein, da kaum jemand im Wald wohnt. Wird die Entlastung, wie in der Planung einmal vorgesehen, über die Trassen Flugplatz, real (Baustraße), Kanalstraße und weiter zur B 167n geführt, sind noch nicht mal die Anwohner der Biesenthaler Straße benachteiligt. Auch der Flugplatz kann sich weiter entwickeln. Es bringt nur Vorteile. Und Radfahren kann man auch durch den Wald Richtung Schwärzesee.

Hartmut Ginnow-Merkert 13.06.2013 - 10:05:13

Unsinn

Wieso die Anbindung an die Autobahn schneller sein soll als über die 167 (oder 167neu), ist nicht nachzuvollziehen. Und in wessen Interesse eine schnellere Anbindung an den Verkehrslandeplatz sein soll, erschließt sich mir auch nicht. Eine neue Rennstrecke durch den Naturpark Barnim würde vor allem Motorradfahrer erfreuen, für deren Lärm die Anlieger auch noch die Ausbaukosten mitfinanzieren… Wenn man sich in Finow mehr für die Entwicklung des eigenen wirtschaftlichen Potenzials täte, bliebe der "Fluchtweg" nach Süden vielleicht doch überflüssig. Ein schöner Radweg wäre das aber allemal!

new-eberswalder 13.06.2013 - 01:40:56

Handelsstrasse

Nee warum Ausbauen ?? einfach nur wieder freigeben, das reicht doch schon .. Es gibt schlimmere alte Handelsstrassen .. leider ist auch die Zwischen Eberswalde und Klobicke (vorbei führend am Möllerngrab) dicht ... Wenn diese Strecken nur offen und nicht saniert , dann werden Aussenstrecken zwar entlastet aber auf den Handelswegen der Verkehr beruhigt .. wer dann die Wege benutzt wird automatisch zur vorsicht gezwungen .... das kann man auch gut bei Senftenhütte sehen .. der weg ist offen und grottenschlecht .. aber jeder ist vorsichtig ..... Erst am Montag gabs auf der L200 einen Unfall weil Ausgebaut und man muss schneller fahren .... da lob ick mir lieber diese alten Wege ....... Ach warum steht mitten im Wald ein Schild "Spechthausen" mit Pfeil .. wo doch der Bahnübergang sogar für Fußgänger gesperrt ist !!??

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