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Diskussion über Kinderschutz am Klinikum

Prävention statt Reparaturbetrieb

Frauke Adesiyan / 16.06.2013, 19:17 Uhr
Frankfurt (MOZ) Mit einem Appell, die Prävention stärker zu unterstützen, endete am Sonnabend ein Fachtag zum Thema Kinderschutz. Das Frankfurter Klinikum hatte Fachleute aus dem medizinischen und sozialen Bereich eingeladen, um anlässlich seines neuen Kinderschutz-Konzeptes über das Thema zu sprechen.

Als ein Schwerpunkt für die Verbesserung des Kinderschutzes wurde von allen Seiten die regionale Vernetzung betont. Cornelia Scheplitz vom Frankfurter Jugendamt berichtete, dass etwa die Hälfte aller Meldungen zur Kindeswohlgefährdung von Kooperationspartner der städtischen Arbeitsgemeinschaft Kinderschutz kämen. So wurden beispielsweise im vergangenen Jahr von insgesamt 89 Meldungen, 21 von Polizei und Staatsanwaltschaft übermittelt, genauso viele gelangten allerdings auch anonym ins Jugendamt. Vertreter der umliegenden Kreise berichteten von weit höheren Zahlen, so gab es in Märkisch-Oderland 534 Meldungen. Martin Isermeyer, Jugendamtsleiter in Oder-Spree, berichtete von 700 bis 800 Meldungen. "Davon ist aber nur ein Viertel tatsächlich festgestellte Kindeswohlgefährdung", sagte er bei einer abschließenden Podiumsdiskussion. In einem großen Teil der Fälle stelle man aber sehr wohl einen Hilfebedarf der Familien fest.

"Wir müssen mehr Geld in die Prävention stecken, um den gordischen Knoten zu durchschlagen", forderte Frankfurts Sozialbeigeordneter Jens-Marcel Ullrich (SPD) auch im Hinblick auf ansonsten immer weiter steigende Folgekosten. Auch der Jugendamtsleiter von Märkisch-Oderland, Thomas Böduel, räumte ein: "Wir sind zu sehr auf Reparaturbetrieb ausgerichtet". Allerdings halte sich seine Hoffnung, dass tatsächlich mehr Geld ins System fließt, in Grenzen. Einig waren sich alle Beteiligten, dass sie eine Wiederholung der erstmals stattgefundenen Fachtagung begrüßen würden.

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