Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Schöneiches Bürgermeister sieht das Überfliegen des Sees als das geringere Übel für seinen Ort an

Gemischte Gefühle beim Urteil zur Müggelseeroute

Joachim Eggers / 18.06.2013, 07:28 Uhr
Schöneiche/Erkner/Gosen (MOZ) Nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG), das die Abflugroute vom künftigen Airport BER über den Müggelsee für rechtens erklärt hat, wollten sich die Initiatoren der Friedrichshagener Bürgerinitiative gegen Fluglärm am Montagabend zu ihrer 103. Demonstration auf dem Marktplatz versammeln. Auf der Brandenburger Seite der Landesgrenze wird das Urteil mit gemischten Gefühlen verfolgt.

Vor allem Schöneicher Fluglärm-Gegner hatten sich in der Vergangenheit solidarisch mit den Friedrichshagenern gezeigt. Ihre Befürchtung: Wenn die Flieger von Schönefeld über den Müggelsee emporsteigen, liegt auch Schöneiche auf ihrer Route. Lydia Steenweg, Mitglied im Schöneicher Forum gegen Fluglärm ist sich deshalb auch sicher, dass mit dem Urteil noch nicht das letzte Wort gesprochen ist - die nächste Instanz wartet.

Bürgermeister Heinrich Jüttner argumentiert anders: Er sieht die Müggelseeroute als das kleinere Übel für seinen Ort an, weil sie die Möglichkeit eröffne, über den Wald zwischen Schöneiche und Friedrichshagen hinweg zu fliegen. Die Alternative - weiter südlich auf Erkner zu - sei für Schöneiche gefährlicher, glaubt Jüttner. Denn dann könnten die Flieger über Rahnsdorf nach Norden und Westen abdrehen, wo die meisten Ziele liegen, und doch wieder Schöneiche überfliegen. Die Müggelseeroute ist ausdrücklich mit dem Ziel ins Spiel gebracht worden, Erkner vom Abflug-Lärm zu entlasten - weil die Stadt den Landeverkehr ohnehin abbekommen wird. Letztlich müsse die Abwägung zwischen dem Schutz der Natur am Müggelsee und dem Schutz der Menschen in Erkner und Umgebung aber für die Menschen ausgehen, glaubt Jüttner. Auch in anderer Hinsicht könnte der BER Schöneiche sogar entlasten: Denn der Lärm der Landeanflüge nach Tegel sei in den vergangenen zwei Jahren stark gestiegen.

Derweil laden die vier Bürgerinitiativen von Erkner bis Wernsdorf für nächsten Montag, 24. Juni, nach Gosen in den großen Saal der Gemeinde, hinter dem Märkischen Hof, zu einer Bürgerversammlung ein. Dort wird Thomas Schölzchen von der Bürgerinitiative Gosener Wiesen die OVG-Entscheidung kommentieren. Schwerpunkt ist aber das Thema Schallschutz und Entschädigung. Die Vorsitzende einer Arbeitsgemeinschaft zum Schallschutz im Bürgerverein Brandenburg-Berlin (BVBB), Christine Dorn, wird über die aktuelle Sachlage sprechen und zu möglichen Entschädigungen informieren. Beginn ist um 19 Uhr in der Storkower Straße 5.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Hans Wurst 19.06.2013 - 21:57:32

Warum nicht klar Position beziehen?

Man kann es nicht mehr hören! Schönreden, es wird schon nicht so schlimm, die Flugzeuge fliegen über den Wald, man muss Pro und Contra betrachten... Land, Bund, DFS und Flughafen kümmern sich einen Dreck um die Interessen der Anwohner. Ein von der Berliner Politik ersehntes Drehkreuz macht Lärm und Dreck wie ein Drehkreuz - das nützt niemandem und ist eigentlich leicht zu begreifen! Pseudowissenschaftliches Amtsdeutschgeschwurbel statt klarer Sprache zu einem klaren Schlag ins Gesicht der Bürger. Was ist so schwer daran, hier klar Position zu beziehen?

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG