Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Initiative zum Ausbau der Flugplatztrasse zwischen Eberswalde und Biesenthal gegründet

Mission "Barnimer Handelsstraße"

Ellen Werner / 22.06.2013, 07:45 Uhr
Eberswalde (MOZ) Sie wollen den Ausbau der Telekomstraße: Im Tower Finow haben Verfechter der Verkehrsverbindung nach Biesenthal am Donnerstag die "Initiativgemeinschaft pro Barnimer Handelsstraße" gegründet. Die Gründungsmitglieder sind vier Unternehmer und ein Kommunalpolitiker.

Das Straßenschild gibt es schon einmal: Weiß auf Blau hat die Initiativgemeinschaft die "Barnimer Handelsstraße" erschaffen lassen. Der Tag X, an dem es aufgestellt wird, kommt, geben sich die fünf Gründungsmitglieder überzeugt. Für unverzichtbar halten sie den Ausbau der sogenannten Telekomstraße, von deren überholter Bezeichnung sich die Gruppe lösen will. "Es war mal eine Handelsstraße zwischen den beiden Zentren Bernau und Eberswalde", sagt Holger Kalinka, der auf dem Flugplatz die Firma Kapi-electronics betreibt. "Vielleicht liegt es an uns, sie aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken", moderierte Kalinka das Treffen an.

Im Tower am Flugplatz Finow hatten sich am Donnerstagabend bei Gastgeber und Flugplatzgeschäftsführer Martin Knoll auch der am Flugplatz ansässige Unternehmer Oliver Kuhn von der Zlin and PZL Aircraft GmbH, der Finower Optikermeister Dietmar Ortel sowie der Biesenthaler Vizebürgermeister Karl-Heinz Neu (SPD) eingefunden, um ein handfestes Zeichen für ihre Mission Straßenausbau zu setzen.

Mobil macht die Runde seit einigen Wochen. Ihr Hauptargument: wirtschaftliche Vorteile für den Standort Flugplatz, Finow als Stadtteil und Eberswalde überhaupt. Firmenchef Kuhn warf den Kommunen Eberswalde und Schorfheide vor, den Flugplatz als Gewerbestandort und dessen Anbindung bislang vernachlässigt zu haben. Dazu kommt die schnelle Anbindung an Biesenthal: "Die Stadt Biesenthal hat sich immer für diese Straße eingesetzt", sagte Karl-Heinz Neu. Als SPD-Fraktion Biesenthal "aber eigentlich mehr als Stadt Biesenthal" wohne er dem Gründungstreffen bei. "Auf jeden Fall wollen wir dieses Projekt durchboxen."

Berufen kann sich die Initiative mit der Idee, die Telekomstraße wieder fit zu machen, auch auf die Eberswalder SPD-Stadtfraktion, die, anders als die Grünen, die sich eine Radler- und Inlinerstrecke vorstellen, am Jahresanfang die Diskussion um die Wiedereröffnung der Verkehrsverbindung losgetreten hatte. Inzwischen hat der Stadtverband der CDU sich dafür ausgesprochen. Als Befürworter hatten die Verfechter jüngst auch den CDU-Bundestagsabgeordneten Jens Koeppen ins Boot geholt.

Diesmal war ihrer Einladung FDP-Mann Martin Hoeck gefolgt. Wie Koeppen hofft der Eberswalder auf das Bundestags-Direktmandat für Uckermark und Nordbarnim, sah sich nun jedoch als Stadtpolitiker angesprochen. Der Ortsverbandschef der Liberalen bemühte sich um Neutralität. "Es ist zu begrüßen, dass die Diskussion wieder stattfindet", so Hoeck. Die Stadt stehe dem Ausgang offen gegenüber, gab er nach Rücksprache mit Bürgermeister Friedhelm Boginski (FDP) auch dessen Position wieder.

Ihm sei aber die Debatte mit Anwohnern bisher zu kurz gekommen, sagte Hoeck. Zudem müsse man zunächst die Machbarkeitsstudie der Stadt Eberswalde abwarten. Bis zum Herbst prüft das Rathaus vier Varianten: die Straße zu entwidmen, sie als Ortsverbindung, Fahrradstraße oder reinen Radweg auszubauen. "Das Gefühl sagt, dass das nicht wenig Geld kosten könnte", so Hoeck. "Da kann ich auch die Bürger verstehen, dass sie nicht für eine Straße zahlen wollen, von der sie erst einmal wenig haben. Man muss mit ihnen ins Gespräch kommen."

Das habe die Initiative pro Barnimer Handelsstraße vor, sagen die Gründungsmitglieder. "Wir haben auch Kritiker, die wir überzeugen müssen", sagte Unternehmer Ortel, der bis 2008 der FDP-Fraktion in der Eberswalder Stadtparlament angehörte und der bereits "eine breite politische Mehrheit" für die Strecke sieht. Überzeugungsarbeit sei hinsichtlich der Finanzen auch auf Kreis- und Landesebene nötig. "Wir werden auch Gespräche mit dem Verkehrsministerium führen."

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Andreas Krone 24.06.2013 - 21:50:54

Wer vertritt Biesenthals Interessen?

Es ist schon erstaunlich, dass Herr Neu als Stadt Biesenthal die Telekomstraße "durchboxen" will. Bei der Bürgerbefragung zum Zukunftsforum im Herbst 2012 haben die Biesenthaler auf die Frage nach den wichtigsten Problemen mit der Verkehrsinfrastruktur den Ausbau des Radwegs nach Wullwinkel, den RE3-Halt und den Ausbau der Siedlungsstraßen genannt (insgesamt 90 Nennungen). Für den Ausbau der Telekomstraße gab es eine Nennung. Die Biesenthaler würden sich freuen, wenn sich Herr Neu und seine SPD-Fraktion mit der gleichen Intensität für die wirklichen Probleme der Bürger einsetzen würden.

Finower 22.06.2013 - 17:23:50

Sind vier genug?

In dem Artikel wurde es schon angesprochen, dass es nicht verständlich ist, warum die Allgemeinheit, sprich die Bürger von Biesenthal und Eberswalde, für eine Straße zahlen sollen, die wenigen Gewerbetreibenden dienen soll. Hier werden Einzelinteressen so laut kundgetan und wiederholt an die Öffentlichkeit getragen, dass man meinen könnte, es handelt sich hier um die Position vieler. Der Artikel zeigt aber endlich, wie viele es tatsächlich sind, die hier kräftig Staub aufwirbeln. Exakt vier Herren machen sich für das Projekt "Barnimer Handelsstraße" stark, der Straße die uns allen als Telekomstraße bekannt ist. Aber reichen vier Profiteure aus, um viele hundert zahlen zu lassen? Herr Boginski und Herr Stahl passen Sie auf, dass hier nicht ein Ball ins Rollen kommt, der uns Bürger von Eberswalde und Biesenthal teuer zu stehen kommt.

A.R. 22.06.2013 - 13:34:12

Bürgerinitiative

Erst hieß es, diese Straße sei unverzichtbar für Finow. Dann hieß es, Finow dränge auf den Ausbau und nun ist es sogar schon eine Mission geworden. Wow! Da fragt man sich doch nur, wessen Mission das ist. Sicher nicht die der Finower Bürger und Anwohner und auch nicht die Mission der Menschen, die Wert darauf legen, ihr Lebensumfeld angenehm zu gestalten. Gemeinwohl ist das Zauberwort, einigen sicher unbekannt. Anders kann man sich das Hervorpreschen vereinzelter Unternehmer nicht erklären, denen es nur um die eigenen Vorteile geht. Und dann ist ja auch noch Wahlkampf allerorten, warum dann nicht auch hier. Herr Hoeck von der FDP hat fast Recht, wenn er sagt, ihm sei das Gespräch mit den Anwohnern zu kurz gekommen – es fand gar nicht statt. Das kann man aber ändern und aus diesem Grund haben wir eine Bürgerinitiative gegen den Ausbau der Telekomstraße gegründet. Daher bitte ich Interessierte und Betroffene, mit uns Kontakt aufzunehmen. crealexa@yahoo.de

Erasmus 22.06.2013 - 10:02:21

Dann lasst sie machen...

und bitteschön auch selber bezahlen. Es ist nicht nachvollziehbar warum für so ein paar Kleingeister die Allgemeinheit aufkommen soll.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG