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Tausende Besucher pilgern zu sieben Bühnen des Stadtzentrum / Reibungsloser Ablauf

Ein großes Ganzes

Ein Marktplatz, zum Bersten voll: Die Eröffnung des Festivals am Freitagabend vor der Hauptbühne.
Ein Marktplatz, zum Bersten voll: Die Eröffnung des Festivals am Freitagabend vor der Hauptbühne. © Foto: MOZ/Boris Kruse
Boris Kruse / 24.06.2013, 07:56 Uhr - Aktualisiert 24.06.2013, 14:27
Eberswalde (MOZ) An insgesamt drei Tagen lockten die Musikschultage rund 45 000 Besucher in die Eberswalder Innenstadt. Unter freiem Himmel erlebten sie bei sommerlichem Wetter eine Leistungsschau mit vielversprechenden jungen Talenten aus Musik, Tanz, Schauspiel und Kunst.

Wer sich im Vorfeld des großen Musik- und Kunstschultreffens mit den Eckdaten der Veranstaltung beschäftigt hat, konnte leicht den Eindruck gewinnen, es würde ein dreitägiger Wirbelsturm über Eberswalde einbrechen. Tatsächlich war die Stadt ein Wochenende lang voll mit Menschen. Doch letztlich sollte sich die Mammut-Veranstaltung "Sound City" erstaunlich harmonisch in das Stadtbild einfügen. Die Konzerte gingen fast alle pünktlich über die Bühne; Umbaupausen waren so aufeinander abgestimmt, dass immer irgendwo gespielt wurde. Dazu professionell abgemischter Sound ohne Lärm-Eskapaden.

10. Festival der Musik- und Kunstschulen Brandenburg "Soundcity"
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Soundcity

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"Vom Aufwand her dreimal das Stadtfest FinE" sei die Vorbereitung gewesen, sagt Kulturamtsleiter Stefan Neubacher. Zur Eröffnung am Freitag war jede Menge Polit-Prominenz angereist. Elf Landtagsabgeordnete, vier Bundestagsabgeordnete, die stellvertretende Landtagspräsidentin Gerrit Große und Staatssekretär Martin Gorholt aus dem Wissenschaftsministerium, so zählt Landesverbands-Pressereferentin Katja Bobsin auf.

Doch bei einem Festival, das der Landesverband der Musik- und Kunstschulen organisiert, kann es nicht nur um eitle Grußworte und Volksfeststimmung gehen. Etliche Konzerte boten große Qualität. Bei den Auftritten des Landesjugendjazzorchesters unter Leitung von Jiggs Whigham beispielsweise boten gleich mehrere junge Solisten Leistungen, mit denen sie sich auch für höhere Aufgaben empfahlen.

Weniger die Karriereaussichten der künftigen Generation als die Geselligkeit waren der Hintergrund des musikalischen Kaffeekränzchens des Bürgermeisters im großen Festzelt im Park am Weidendamm. Nachdem die Anmeldungen im Vorfeld zunächst schleppend eingegangen waren - für 230 Gäste wurde eingedeckt - kamen am frühen Sonnabendnachmittag doch immerhin rund 200 Besucherinnen und Besucher, um bei spendiertem Kaffee und Kuchen sowie Musik vom Landes-Jugend-Akkordeonorchester aus Cottbus zu lauschen und zu plaudern.

An einer der Bankreihen hat Brigitte Wendt Platz genommen. "Weil meine Chor-Kumpelin mich mitgeschleppt hat", ist die Eberswalderin, die im Silvanus Forst-Chor singt, gekommen - und lässt sich den Kaffee schmecken.

Mitarbeiter des Rathauses packten beim Ausschank mit an. So schön habe er die Stadt noch nicht gesehen, sagte Bürgermeister Friedhelm Boginski zur Begrüßung der Senioren, und ermunterte diese dazu, die Gelegenheit zu nutzen und eine kleine Runde durch die Innenstadt mit den vielen Bühnen und Ständen zu drehen.

Die Kulturmanagerin Isa Edelhoff, die das Festival in den vergangenen Monaten für die Stadt organisiert hat, sinkt derweil in einer ruhigen Minute erschöpft und mit heiserer Stimme auf einem Gartenstuhl im Park am Weidendamm zusammen. Dabei hat sie allen Grund, sich zu freuen. Zum Beispiel darüber, dass sich die zahlreichen lokalen Akteure "nahtlos" in das Programm mit den vielen Musikschulensembles eingefügt haben. Das Salon-Orchester des Brandenburgischen Konzertorchesters Eberswalde etwa. Oder die Rock-Formationen, die auf der Bühne in der Ebert-Straße in den Abendstunden für Partystimmung sorgen. Am Sonntag folgte unter anderem der Tanz-Salon Zippel mit einer eigenen Darbietung.

Auch von den Gästen vom Landesverband, die für drei Tage ihre Zelte in Eberswalde aufgeschlagen haben, gibt es nur lobende Worte für den reibungslosen Ablauf auf allen Bühnen: Die Mitwirkenden in der Stadt hätten die Grundlage für eine "ganz tolle Atmosphäre" geliefert, befindet Geschäftsführer Thomas Falk: "Wir sind absolut zufrieden." Die "Großzügigkeit des Geländes" mit Hochschulcampus und Park bei dennoch kurzen Wegen hätten es ihm angetan.

Die Musikschule Barnim und die evangelische Kirchengemeinde haben auf dem Festival Spenden für die Opfer der Flutkatastrophe gesammelt. Während beider Aufführungen der Kinderoper "Noah's Flut" nach Benjamin Britten in der Maria-Magdalenen-Kirche sind insgesamt 1115,57 Euro in der Spendenbüchse gelandet, teilt Pfarrer Hanns-Peter Giering mit. "Wir sind froh und glücklich, dass soviel zusammengekommen ist." Sowohl Kirche als auch Musikschule verzichteten komplett auf eigene Einnahmen.

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Klaus Müller 25.06.2013 - 07:06:42

Erfolg für die Stadt-oberen - Ärger für die Anwohner

Daß derartige Veranstaltungen notwenig sind steht nicht zur Diskussion. Nicht zuletzt, um der Gemengelage aus braun orientienem Gesindel und der Parallelwelt der Rockerszene zu zeigen was Demokratie zu leisten in der Lage ist. Effizenter und effektiver wären derartige Veranstaltungen jedoch, wenn die Stadt mit ihrer Verwaltung die periphären Belange, wie z. B. den Verkehr organisieren und nicht einfach ungesteuert laufen lassen würde. Alle angrenzenden Wohngebiete waren unverantwortlich zugeparkt - Rettungswege, die vor allem bei derartigen Großveranstaltungen auch in den angrenzende Arealen notwendig sind, waren eben nicht vorhanden. Bei derartigen organisatorischen Unzulänglichkeiten tut sich die Stadt in zweierlei Hinsicht keinen Gefallen: einerseits empfiehlt sie sich selbst nicht für weitere interessante Veranstaltungen und andererseits verspielt sie die Akzeptanz bei der zentrumsnahnen Bevölkerung. Wie in so manch anderen Dingen sei der Stadt geraten, sich Sachverstand von außen zu holen und nicht Legislative und Exekutive zu vermischen

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