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Danewitz mutiert am Wochenende zum Mekka der Biker / AWO-Kräder teilweise schon 50 Jahre auf der Straße

Schrauber mit Herz für alte Schätzchen

Michael Rosensky / 24.06.2013, 20:20 Uhr
Danewitz (MOZ) Der beschauliche Ort nahe Bernau, auch Backofendorf genannt, entwickelt sich seit über zwei Jahrzehnten zum Mekka der Biker. Am Wochenende nun röhrten zum wiederholten Male über 200 AWO-Kräder durch das Biesenthaler Land. Drei Tage Fachsimpeln, neu überholte alte Technik zur Begutachtung stellen und ausgiebiges Feiern steht auf dem Programm.

Den AWO-Klang hörten die Thüringer erstmals am 1. Mai 1950. 25 Kräder verließen die Produktionsstätte Suhl noch als Nullserie deklariert. Respektvoll erhielten die Zweiradfahrzeuge den Kosenamen "Dampfhammer".

Die bis 1961 produzierten Viertakter erfreuten sich schon zu Anbeginn bei den Fahrerinnen und Fahrern großer Beliebtheit. Von den 212 000 vom Band gerollten Fahrzeugen sind erstaunlich viele bis zum heutigen Tag auf den Straßen Europas und in Übersee unterwegs. Vielerorts haben sich Fanclubs etabliert. In den Siebzigern und Achtzigern fanden zahlreiche AWO-Begeisterte in der DDR zueinander und organisierten gemeinsame Schrauber-Treffen und Ausfahrten. Lebenslange Freundschaften entstanden.

Jan Brandt, unter den Bikern "Willi" genannt, und Ralf Hartmann waren 1985 die ersten im sächsischen Kamenz, die AWO-Schrauber wurden. Vater Peter Hartmann stand den beiden als Pate mit Rat und Tat zur Seite.

Inzwischen sind es 16 Begeisterte, darunter eine Frau, die zum Wochenende hier im Dorf Quartier bezogen. Familienbande haben bei den Bikern Hochkonjunktur. Großvater Andreas Reppe (52) nimmt seit Jahren Enkel Justin (15) mit auf Tour. Im nächsten Jahr wird der Jüngere mit einem 125-Moped dabei sein.

Alle Strecken werden im Verband befahren. Im vergangenen Jahr wurde Saßnitz besucht und auf dem Rückweg in Danewitz Pause eingelegt. Die Kamenzer kommen so jedes Jahr auf durchschnittlich 5000 bis 6000 Fahrkilometer. Einer in der Runde gibt kund, dass er mit seinem Gefährt über die 10 000er Marke rutscht. Andere Motorradbegeisterte haben an ihren Stahlrössern Kennzeichen aus Österreich und Polen. Die Biker lassen sich im östlichen Nachbarland öfter Sehen. Zahlreiche Produktionsstätten zaubern auf den Werkbänken die begehrten Ersatzteile. Und all die Teile wechseln die Besitzer zu kulanten Preisen.

Kuriose Fahrzeuge sind auf dem Veranstaltungsplatz zu sehen, die nur mit viel Phantasie als AWO zu erkennen sind. Mit viel Liebe zum Detail wird umgebaut, lackiert und geputzt. Sie fungieren als schwer geländefähig, mit und ohne Beiwagen und holen doch mit ihren Fahrern erste Preise.

Biker mit anderen Fahrzeugtypen sind auf dem Fest gern gesehen. Der Berliner Günter Geigelath kommt mit seinem Motorroller mit Anhänger "Berlin" regelmäßig zu diesem Treffen. Dem Rentner gefallen die besondere Atmosphäre vor Ort und die Biker, die seinen liebevoll hergerichteten Zweisitzer fachgerecht beurteilen.

Abend erleben die Gäste ein ansprechendes Kulturprogramm auf der Bühne. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr haben die Versorgung übernommen.

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