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Schwierige Suche in der Nacht

Wie weiter? Einsatzleiter Hartmut Sommer stimmt sich mit Christian Knoth (links) in Ruhlsdorf ³ber weitere Schritte bei der Suche nach dem verungl³ckten Flugzeug ab. Mehr Fotos unter www.moz.de Foto: MOZ/Gerd Markert
Wie weiter? Einsatzleiter Hartmut Sommer stimmt sich mit Christian Knoth (links) in Ruhlsdorf ³ber weitere Schritte bei der Suche nach dem verungl³ckten Flugzeug ab. Mehr Fotos unter www.moz.de Foto: MOZ/Gerd Markert © Foto:
AZIMMERMANN / 11.12.2009, 19:29 Uhr
Strausberg Der Absturz eines Kleinflugzeugs bei Ernsthof beschäftigte seit Donnerstagabend rund 440 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren, Polizei, Rettungsdienste und Bundeswehr. Laut Rainer Sachse, stellvertretender Landesbranddirektor, handelte es sich dabei um einen der größten und schwierigsten Einsätze seit langem.

"Erst hieß es, dass die Maschine nahe der Straße zwischen Klosterdorf und Grunow verunglückt ist", berichtet Einsatzleiter Hartmut Sommer kurz nach Mitternacht. Gerade hat er die Wehren aus Buckow, Waldsieversdorf, Bollersdorf und Grunow/Ernsthof nach Hause geschickt. Dafür kommen die Wehren aus Rehfelde, Werder, Zinndorf und Garzau. Die Strausberger bleiben in Bereitschaft.

Die Alarmierung hatte den Klosterdorfer, zugleich Amtsbrandmeister im Amt Märkische Schweiz, wie viele andere Einsatzkräfte zu Hause bzw. auf dem Weg in den Feierabend erreicht. Draußen ist es längst dunkel. Außerdem regnet es immer wieder. Der Boden ist aufgeweicht. Trotz des Notsignals der Maschine lässt sich der Einsatzbereich in den Schwarzen Bergen nur schwer eingrenzen. Als die Maschine vom Radar verschwand, will ein Jäger im Wald einen Knall gehört haben. Das jedenfalls von der Einsatzleitung zu hören, die von der Müncheberger Feuerwehr in Ruhlsdorf eingerichtet worden ist.

"Das kann alles und nichts bedeuten", erklärt Polizeisprecher Thomas Wendland. Klosterdorfer Feuerwehrleute sind da noch immer im Einsatz - als ortskundige Begleiter auch in den geländegängigen Fahrzeugen der Bundeswehr."Doch selbst die kommen kaum durch", erklärt Oberstleutnant Wolf Illner vom Führungsunterstützungskommando in Storkow. Er gehört ebenfalls der Einsatzleitung an. Die meisten der 220 Soldaten sind zu Fuß unterwegs, müssen sich den Weg teils durch meterhohes Brombeergestrüpp und über umgestürzte Bäume bahnen. Deshalb schickt Illner die drei Busse auf die Klosterdorfer Seite: "Bevor die Suche fortgesetzt wird, sollen sich die Leute kurz aufwärmen."

Jens Gallasch von der DLRG Hennickendorf beauftragt einen seiner Männer, noch einmal Wurst und Margarine von der Aral Tankstelle in Strausberg zu holen. Zuvor hatte Strausbergs Bürgermeister Hans Peter Thierfeld dort schon 100 Brötchen geordert. "Wir waren erst auf etwa hundert Leute einrichtet", sagt Jens Gallasch. Kurz vor 22 Uhr habe man noch am Kaufland in Strausberg gehalten. "Doch die sechs Brote reichen jetzt nicht weit." Unterdessen holen Feuerwehrleute bei Familie Dahlke gleich Kanisterweise neues Kaffeewasser. "Das ist doch selbstverständlich", heißt es dort. Bei so viel Betrieb vor der Haustür könne man ohnehin nicht schlafen.

Aus einem der Bundeswehr-Jeeps springt kurz darauf der Garzauer Wehrführer Burghard Miesterfeld. Auch er schimpft über den Regen, die Kälte und die schlechte Sicht. Er vermutet, dass die Suchmannschaften zu sehr gen Strausberg abdriften. Die Stimmung wird zunehmend gereizter. "Der Kräfteverschleiß und der Schlafentzug machen sich bemerkbar", sagt der stellvertretende Landesbranddirektor Rainer Sachse. Er erinnert daran, dass man sich auch Gedanken um die Helfer machen müsse, die die Unglücksmaschine als Erstes erreichen: "Wir wissen ja nicht, was uns erwartet."

Längst wird überlegt, wie lange weiter gesucht werden soll. Zumal der angeforderte Hubschrauber, der mit großen Scheinwerfern unterstützen könnte, bei dem Wetter nicht starten kann. Und immer wieder gelten die Gedanken dem Verunglückten. Was ist, wenn er noch lebt? Da rückt in den Hintergrund, dass die Einsatzkleidung längst durchnässt ist und auch der Kaffee zwischendurch nicht mehr wärmt. Gegen 4.30 Uhr wird die Suche unterbrochen. Hartmut Sommer denkt bereits daran, die Strausberger Wehr hinzuziehen. Doch gegen 8 Uhr ist ein Hubschrauber in der Luft. Die Besatzung kann die Unglücksstelle mitten im Wald endlich ausfindig machen.

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