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Künstler Rainer Düvell bekommt für seine Werke aus dem Zyklus "Gegenwart aus dem 3. Reich"jährlich 2000 Euro

Bilder bleiben in Werneuchen

© Foto: Michael Benk
Kai-Uwe Krakau / 26.06.2013, 19:31 Uhr
Werneuchen (MOZ) Eine (fast) unendliche Geschichte hat ihr Ende gefunden: Der Künstler Rainer Düvell stellt der Stadt Werneuchen vier Bilder des Zyklus "Gegenwart aus dem 3. Reich" als Leihgabe für die Dauer von acht Jahren zur Verfügung. Die Kommune zahlt dafür jährlich einen Betrag von 2000 Euro. Darauf verständigte sich der Ausschuss für Wirtschaft und Soziales mit drei Ja- und einer Nein-Stimme in seiner jüngsten Sitzung.

Die Werke hängen bereits seit einigen Jahren im Jugend-, Sport- und Freizeitzentrum (Hangar 3). Ursprünglich waren sie einmal am Potsdamer Platz in Berlin zu sehen. Dieser Ort liegt in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Luftfahrtministerium, wo auch Entscheidungen zum Standort des früheren Fliegerhorstes in Werneuchen getroffen wurden. In den Werken wird das Spannungsfeld zwischen der Tragik des Ortes mit seinen zerstörerischen Folgen und dem Leid für die Menschen sowie die mit der Fliegerei verbundene Euphorie und Begeisterung zum Ausdruck gebracht.

Bürgermeister Burkhard Horn hatte in der Diskussion darauf hingewiesen, dass es einen Konsens darüber gibt, dass die Bilder in Werneuchen bleiben sollen. Deshalb habe die Verwaltung auch eine Vereinbarung mit dem Künstler erarbeitet. "Wir wollten den derzeitigen Zustand beenden", betonte der Verwaltungschef.

Ausschussvorsitzender Siegfried Landesfeind gab zu bedenken, dass die zunächst vorgesehenen 3000 Euro pro Jahr die finanziellen Möglichkeiten übersteigen. "Im Kulturfonds haben wir nur diese Summe zur Verfügung. Andere Projekte könnten wir dann nicht mehr unterstützen", so der Tiefenseer.

Der Gemeindevertreter Karsten Lars Dahme sagte, dass viele Einwohner dafür sind, die Bilder nicht zu kaufen. Darüber hinaus habe die Stadt dem Künstler auch den Hangar 3 kostenlos als Ausstellungshalle zur Verfügung gestellt.

Thomas Gill warnte vor einer neuen Grundsatzdebatte. "Kunst, die nicht aufregt, ist keine Kunst", so der Leiter der Jugendbildungsstätte Werftpfuhl.

Bürgermeister Horn betonte, dass Werneuchen und das Dritte Reich nicht voneinander getrennt werden könnten. "Wir müssen uns dieser Auseinandersetzung stellen", sagte er. Er erinnerte auch daran, dass es den städtischen Kulturfonds nur gibt, weil das Problem mit den Bildern bestanden habe. "Wir haben dem Künstler gegenüber eine moralische Verpflichtung, so der Linken-Kommunalpolitiker.

Über die Vereinbarung soll in der nächsten Ausschusssitzung entschieden werden.

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