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Mit einer Konferenz wurde im Fürstenwalder Alten Rathaus der Konversionssommer eröffnet

Konversionssommer in Fürstenwalde gestartet

Konversion: Das Gebäude der ehemaligen Reiterkaserne in der Rudolf-Breitscheid-Straße wird zum Verkauf angeboten.
Konversion: Das Gebäude der ehemaligen Reiterkaserne in der Rudolf-Breitscheid-Straße wird zum Verkauf angeboten. © Foto: moz
Uwe Stemmler / 27.06.2013, 07:32 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Der sogenannte Konversionssommer war vor Jahren in Fürstenwalde ein Tag, an dem Hunderte Interessierte über ehemalige Militärflächen wanderten. Heute ist es vor allem eine schlichte Tagung und ein Bus-Ausflug der Teilnehmer, weil in der Stadt die zu besichtigenden Flächen ausgegangen sind.

"Fokus" nennt sich ein Netzwerk für Konversion, zu dem kleine und mittlerer Kommunen Brandenburgs gehören, in denen es ehemalige militärische Liegenschaften vor allem von sowjetischen Truppen gibt. Allein Fürstenwalde, wo 1989 rund 20 000 sowjetischen Soldaten und Zivilangehörige stationiert waren, blieben nach deren Abzug vor 19 Jahren 520 Hektar Konversionsfläche.

Bürgermeister Hans-Ulrich Hengst zählte auf der Konferenz zur Eröffnung des Konversionssommers am Mittwoch im Alten Rathaus eine lange Reihe von Adressen auf,die in Fürstenwalde dafür standen und zum Teil geheime Orte für die Bürger der Stadt waren: Neue Gartenstraße,, Rudolf-Breitscheid-Straße, Langewahler Straße, Lindenstraße, James-Watt-Straße, Beeskower Chaussee, Berkenbrücker Chaussee, Steinhöfeler Chaussee... Und als Tagungsteilnehmer später mit dem Bus einige dieser Adressen abfuhren, konnten sie sehen was daraus geworden ist: Wohnhäuser, Gewerbegebiete, Solarfelder oder einfach Wald und Wiesen. "Wir haben viel erreicht, aber wir sind noch nicht am Ziel", sagte Hengst.

Damit stimmte er in den Tenor ein, der auch auf der Konferenz, die eine Reihe weiterer Veranstaltungen im Land zu diesem Thema einleitete, zu hören war. Daniela Trochowski, Staatssekretärin im Brandenburger Finanzministerium, berichtete, dass von den 100 000 Hektar, die das Land 1994 übernommen hatte, 93 Prozent einer neuen Nutzung zugeführt wurden. Allerdings seien die noch übrigen 7000 Hektar meist besonders komplizierte, stark belastete Immobilien. Sie rechnet damit, dass dieser "Rest" noch für 20 bis 25 Jahre eine Herausforderung sei. Andrea Magdeburg, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Boden Gesellschaft (BBG) schätzte ein, dass man für die Konversion der verbliebenen ehemaligen sowjetischen Militäreigenschaften noch rund 48 Millionen Euro benötigen werde.

Woher das viele Geld in Zukunft kommen wird, ist allerdings nicht klar. Denn bisher kam ein Großteil der Ausgaben von der Europäischen Union, 21 Millionen Euro gab es allein von 2009 bis 2013. Doch der Fördertopf der EU wird künftig kleiner. Staatssekretärin Daniela Trochowski versprach, sie werde sich dafür einsetzen, dass Geld zur Verfügung steht. Der Sprecher von Fokus, Herold Quick, Bürgermeister von Falkenberg/Elster, appellierte an "alle Entscheidungsträger", das gleiche zu tun, um "die Kontinuität der erfolgreichen Arbeit" zu gewährleisten.

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