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Fußball-Bundesligist Hertha BSC trainiert seit Montag auf dem Sportplatz in Reichenwalde / Abschluss am Freitag

Hertha BSC trainiert in Reichenwalde

Roland Hanke / 01.07.2013, 19:13 Uhr - Aktualisiert 01.07.2013, 19:41
Reichenwalde (MOZ) Die Fußball- Profis von Bundesliga-Aufsteiger Hertha BSC trainieren seit Montag in Reichenwalde. Bis zum Freitag absolvieren sie auf dem Sportplatz des Spreeligisten täglich zwei Einheiten. Zum Auftakt waren zahlreiche Schaulustige vor Ort.

Mit dabei und doch ein klein wenig aufgeregt ist Marcel Utikal. Der 18-Jährige, der seit zwei Jahren in Reichenwalde wohnt und das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Fürstenwalde (12.Klasse) besucht, ist selbst Fußballer und wird als Neuzugang in der Spreeliga-Mannschaft von Eintracht Reichenwalde in der kommenden Saison sein Debüt geben. "Früher habe ich bis zur C-Jugend bei TuS Koblenz gespielt. Jetzt freue ich mich auf mein Männer-Debüt in Reichenwalde", sagt der junge Mann, der sich beim Training der Profis so einige Tricks und Kniffe abschauen will. Und er hat auch eine Beziehung zum Hauptstadtclub, arbeitet der Reichenwalder doch als Mini-Jobber dort im Merchandising.

Mittrainieren kann er am Montagvormittag natürlich nicht mit den Profis, aber sie ganz aus der Nähe betrachten. "Es ist schon interessant zu sehen, wie intensiv es zur Sache geht. Und das will er die ganze Woche bei den täglich zwei Einheiten der Bundesliga-Fußballer auf dem Eintracht-Sportplatz weiter genau beobachten, schließlich sind ja jetzt Ferien.

Schon vor dem eigentlich für 10.30 Uhr vorgesehenen Auftakt ruft Trainer Jos Luhukay seine Spieler zusammen, die artig wie jede andere Mannschaft auch einen Kreis bilden und der Ansprache ihres Chefs lauschen. Nach der zehnminütigen Einstimmung drehen die Profis erst einmal ein paar Runden auf dem Rasen, der fast besser aussieht als der im Londoner Wembley-Stadion. Das hat auch seinen Grund: Der Chef-Greenkeeper im A-Rosa Resort Scharmützelsee in Bad Saarow, Jack McEwan, pflegt den Eintracht Platz akribisch - und das nicht nur, wenn die Profis kommen, sondern auch für die Eintracht.

"Die Zusammenarbeit zwischen unserem Verein und dem A-Rosa Resort klappt prima", sagt Eintracht-Chef Michael Lampelt. "Wir haben in den vergangenen sechs Tagen alles für die Hertha-Mannschaft gemeinsam vorbereitet, damit sie bei ihrer Trainingspremiere in Reichenwalde beste Bedingungen vorfinden." Auch der FC Energie Cottbus (fünfmal), der FC Middlesbrough (2011) und der VfB Stuttgart (2002) haben auf dem Eintracht-Platz bereits trainiert.

Und nun hat auch Hertha BSC ins Umland gefunden, wobei die Nähe zu Berlin auch eine Rolle gespielt hat, wie Hertha-Teamleiter Nello di Martino erzählt. "Ich kenne Bad Saarow, war schon einige Male mit meiner Frau dort und habe über das A-Rosa den Platz in Reichenwalde kennengelernt. Die Bedingungen sind wirklich gut hier und wir haben Ruhe. Das passt als Ort für das Lauftraining, nach dem unser Coach suchte ", sagt der gebürtige Italiener, der seit 42 Jahren in Diensten der Hertha steht, 28Jahre (bis 2009) Torwarttrainer war und da auch schon nebenbei Trainingslager organisiert hat.

So rund 120 sind es nach seinen Angaben bereits. Und der 61-Jährige überlässt dabei nichts dem Zufall, alles wird vorher begutachtet - egal ob Hotel, Platz oder Umfeld. So gab es am Sonnabend auch schon eine Abnahme des Platzes in Reichenwalde. Und schon heute wird er sich im Fürstenwalder Friesenstadion umschauen, in dem die Berliner zum Abschluss des Trainingslagers am Freitagabend (18 Uhr) noch ein Testspiel gegen Oberligist FSV Union bestreiten will. "Alles muss koordiniert werden und stimmen für die Spieler, damit sie sich nur ihrem Job widmen können, für die Rahmenbedingungen sorgen wir", erklärt Nello di Martino, der auch bei der Weltmeisterschaft 2006 die italienische Nationalmannschaft betreute.

Während der Teamleiter erzählt, schallen die Anweisungen von Trainer Luhukay über den Platz, der seinen Spielern erklärt, wie er gern die Doppelpass-Übungen in den einzelnen Gruppen sehen möchte. 23 Spieler und zwei Torleute bewegen sich auf dem Rasen, nur Torwart Thomas Kraft und der Japaner Hajime Hosogai sind nicht vor Ort. Und auch die gut 50 Schaulustigen, die meist auf den frisch gestrichenen grünen Bänken der Eintracht sitzen, verfolgen das Treiben auf dem Platz mit Interesse. Darunter auch viele Vereinsmitglieder von Eintracht Reichenwalde, aber auch Fotografen und Reporter aus Berlin.

Vereins-Chef Michael Lampelt freut sich über das Interesse und ist auch stolz, solch prominente Gäste auf dem Platz zu haben. "Klar, das macht auch reichlich Arbeit, alles zu ihrer Zufriedenheit vorzubereiten. Doch wir machen das gern", sagt er. Sicher auch wohl wissend, dass das Image der Eintracht als Gastgeber bestimmt nicht darunter leidet, wenn sich die Profis auf dem Platz wohlfühlen. Auch Oberligist FSV Union Fürstenwalde schätzt den Rasen in Reichenwalde, hat vor der vergangenen Saison einige Testspiele dort bestritten und wird dies - so ist jedenfalls am Rande zu hören - auch in der jetzt begonnenen Vorbereitung tun.

Doch jetzt haben erst einmal die Spieler vom Hertha BSC das Platzrecht, wenn die zweimal am Tag in Reichenwalde zusammen mit dem kompletten Trainerstab des Bundesligisten ihre Übungseinheiten absolvieren. Eine willkommene Gelegenheit für Marcel Utikal, genau hinzuschauen, was den Akteuren so alles abverlangt wird und was sie so mit dem Ball anstellen. "Mich beeindruckt besonders die Schusstechnik von Ronny, darauf will ich besonders achten", sagt der 18-Jährige. Und der Reichenwalder Spreeliga-Neuzugang freut sich auch schon darauf, auf dem "wunderbaren Rasenplatz" seine Punktspielpremiere im linken Mittelfeld zu geben.

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