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Heimatverein ernennt drei Ehrenmitglieder

Das neueste Werk: Werner Schulthei▀ ³berraschte den Waldsieversdorfer Heimatverein - rechts der Vorsitzende Franz Heinze - jetzt mit einem Modell des einstigen CafÚ Altmann. Foto: MOZ/Anett Zimmermann
Das neueste Werk: Werner Schulthei▀ ³berraschte den Waldsieversdorfer Heimatverein - rechts der Vorsitzende Franz Heinze - jetzt mit einem Modell des einstigen CafÚ Altmann. Foto: MOZ/Anett Zimmermann © Foto:
AZIMMERMANN / 10.11.2009, 04:40 Uhr
Waldsieversdorf () Vor 15 Jahren wurde der Waldsieversdorfer Heimatverein im Ferienpark am Däbersee gegründet. Dort trafen sich Mitglieder und Gäste nun auch zum Jubiläum. Zu den Überraschungen zählte unter anderem die Ernennung von drei Ehrenmitgliedern.

Festredner Reinhard Decker sprach am Freitagabend von einer 15 Jahre andauernden Erfolgsgeschichte, noch dazu eng verbunden mit dem Gründungsvorsitzenden Franz Heinze, der bis heute im Amt ist. Dazu gab es nicht nur extra Beifall, sondern auch den Wunsch, dass neue und vor allem aktive neue Mitglieder zum Waldsieversdorfer Heimatverein stoßen. In der Hoffnung, so auch in absehbarer Zeit einen Stellvertreter oder eine Stellvertreterin zu finden, an den bzw. die Heinze dann beim nächsten Jubiläum gern den Staffelstab übergibt.

Der Vorschlag von Diethard Kriewall, Vorsitzender des FC Concordia Buckow/Waldsieversdorf 03, ging später sogar noch einen Schritt weiter. Selbst Mitglied im Heimatverein, würdigte er die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen in Waldsieversdorf, doch sollte die zum Nachbarort Buckow ausgebaut werden. So kämpfe der dortig ansässige Kneipp- und Heimatverein Märkische Schweiz offenbar mit ähnlichen Problemen. Von einer Fusion könnten vielleicht beide Vereine profitieren.

Reinhard Decker hatte zuvor auf den Wegfall offizieller Träger des gesellschaftlichen Lebens nach dem Ende der DDR verwiesen. Dies habe allerdings nicht zum Erliegen des gesellschaftlichen Lebens im Ort geführt. Viele, die bis dahin aktiv gewesen waren, seien aktiv geblieben, und andere, die unter sozialistischen Verhältnissen weniger erwünscht oder gar ausgegrenzt waren, seinen nun bereit und gewillt gewesen, sich einzubringen. Bei der Gründung des Heimatvereins sei es vor allem darum gegangen, diesen Bürgern die Möglichkeit der Mitarbeit in einem gut organisierten Netzwerk zu eröffnen. Dieser sollte den Gemeinschaftssinn fördern und zu Begegnungen auch generationsübergreifend beitragen. Neben der formellen Notwendigkeit eines Vereins - unter anderem um für Spenden bitten zu können - habe es aber auch einen ganz konkreten Anlass für die Gründung gegeben: das 1995 anstehende 100-jährige Jubiläum der Gründung der Villenkolonie Waldsieversdorf durch Ferdinand Kindermann.

Reinhard Decker erinnerte dann auch an seither herausgegebene Broschüren, Veranstaltungen wie die Scheitzbach-Konzerte oder das alljährliche Jägerfest. Hinzu kam unter anderem die Schul-Ausstellung in der einstigen Schule, die derzeit noch zum Kultur- und Tourismuszentrum umgebaut wird. Viele dieser Aktivitäten seien zugleich wichtige Faktoren für die Anerkennung Waldsieversdorfs als staatlich anerkannter Erholungsort und letztlich auch für die Bereitstellung von Fördermitteln gewesen.

Ex-Bürgermeister Manfred Werner war dann der erste, der eine Laudatio hielt - auf Werner Schultheiß, den oft nur "Max" genannten Bastler, dessen Rat und Tat aber generell geschätzt werde. Vor der Ernennung zum Ehrenmitglied ließ Manfred Werner allerdings auch durchblicken, dass sich auch der Verein noch über die eine oder andere umgesetzte Idee freuen würde. Der Geehrte schien davon nicht sonderlich überrascht und hatte sich hierzu offenbar bereits konkretere Gedanken gemacht.

Werner Oppelt hielt dann die Lobrede auf Richard Boßdorf, der es mit Geschick versteht, "den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen". Gemeint ist damit Boßdorfs Wirken als Auktionator. Nachdem dieser bereits laut über das Aufhören nachgedacht hatte, ist er als solcher inzwischen in Tandem mit einem Jüngeren zu erleben. Sichtlich überrascht, durfte sich Richard Boßdorf nicht nur über die Ehrenmitgliedschaft, sondern auch über die Verleihung des "Goldenen Auktionatorhammers" freuen.

Der Dritte im Bunde der neuen Ehrenmitglieder ist Otfried Schröck. Dieser habe sich, so Hans-Ulrich Augustin, wie kein anderer mit der Geschichte des Ortes befasst, diese zugänglich gemacht, aber auch selbst mitgestaltet. Verwiesen wurde hier unter anderem auf Schröcks Idee und Umsetzung eines Denkmals für den Begründer der Villenkolonie Ferdinand Kindermann, das im Juni 2008 feierlich eingeweiht worden war.

Das Café Altmann wurde 1935 in der Dahmsdorfer Straße errichtet und schnell weit über Waldsieversdorf hinaus bekannt. Laut Werner Schultheiß verkehrte dort unter anderem das Box-Idol Max Schmeling. Im Volksmund sei das Café auch "Klein Kempinski" genannt worden.

Besitzer Max Altmann warb mit modern eingerichteten Fremdenzimmern mit und ohne Pension, fließendem Wasser, Bad und Zentralheizung. Durch Kriegseinwirkung wurde das Gebäude am 20. April 1945 zerstört - als Einziges im Ort. Reste des Komplexes sind heute noch als Ruine (Alte Bäckerei) erkennbar.

Das Modell im Maßstab 1:50 basiert auf einer Postkarte von 1936 und einem Lageplan mit Grundriss des Gebäudes. Werner Schultheiß wandte dafür rund 300 Arbeitsstunden auf und dachte auch an entsprechende Innenbeleuchtung. Es soll wie zwei weitere Schultheiß-Modelle vom Wasserturm und Sanatorium Platz in der neu zu gestaltenden Heimatausstellung finden.

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