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Rekonstruiertes Fachwerk und Fenster weisen Schäden auf

Ärger um Rathausfassade

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Brigitte Horn / 08.07.2013, 18:15 Uhr
Biesenthal (bho) Es gilt als das wertvollste Schmuckstück Biesenthals. Die Rekonstruktion des brandenburgweit wohl einmaligen Fachwerk-Rathauses haben sich die Stadtverordneten vor gut zehn Jahren nahezu 2,6 Millionen Mark kosten lassen. Das war für die damals 5000-Seelen-Stadt ein mächtiger Hieb. Jetzt muss die Stadtkasse erneut für den lieb und teuer gewordenen Bau herhalten. Tausende Euro sind nötig, um Schäden an der Fachwerkfassade und an den Fenstern des Gebäudes, das nach dem großen Stadtbrand von 1756 entstanden ist, zu beheben. Man habe es offenbar mit Pfusch am Bau zu tun, informierte Jörg Stier von der Amtsverwaltung Biesenthal-Barnim den Biesenthaler Hauptausschuss in seiner jüngsten Sitzung.

Zum Teil kann man die Schäden nicht übersehen. So sind etliche der äußeren Fensterbretter morsch. An der Fassade haben sich Ränder der Deckschicht an den Ausfachungen gelöst. Weil die Fristen für Regress längst verstrichen sind, muss die Stadt selbst die Kosten der Sanierung tragen. Richtig teuer könnte es werden, wenn die Stadt dem Rat der Denkmalpflege folgt und den Farbanstrich der Fenster komplett entfernt und neue Farbschichten aufbringt. Das würde42 000 Euro kosten, so Stier, und wäre damit im Grunde genauso teuer wie der Neubau der Fenster. Hinzu kämen weitere rund 42 000 Euro für die Fassadensanierung an der Rückseite des Rathauses.

Die Forderungen des Denkmalschutzes lösten im Hauptausschuss einige Verwunderung aus. Nachdem man sich bei der Rekonstruktion, die 2003 abgeschlossen war, strikt an die Forderungen des Denkmalschutzes gehalten habe, werde man jetzt nicht den Aufwand betreiben und die Fenster von Grund auf sanieren, stellte Bürgermeister André Stahl klar. Angesichts des jetzigen Zustandes habe die Behörde das Recht verspielt, Forderungen zu stellen. Stattdessen wolle man in diesem und im nächsten Jahr die Fenster nur abschleifen und reparieren. Im Rahmen der Instandsetzung seien dafür keine Genehmigungen erforderlich. Darüber hinaus sollte das Holz des Fachwerks mit Öl behandelt werden, um ein Eindringen des Wassers, das zu den Schäden an den Ausfachungen der Fassade geführt habe, zu verhindern.

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