Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Immer wieder Überflutungen in der Jensch-Straße

Martin Stralau / 18.07.2013, 07:05 Uhr
Frankfurt (MOZ) Immer wieder kommt es bei Starkregenfällen in der Herbert-Jensch-Straße zu Überflutungen durch Wasser aus höher gelegenen Gebieten. Anwohner sind verärgert. Der angespülte Dreck hat in einigen Fällen auch schon den Straßenbahnverkehr unterbrochen.

Schon 1999 und 2007 habe er der Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft (FWA) von den Überflutungen vor seinem Haus in der Herbert-Jensch-Straße geschrieben. Doch bis heute sei das Problem nicht behoben worden. Für ihn sei das Thema zu einem solchen Ärgernis geworden, dass er seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen wolle, sagt der Anwohner aus der Herbert-Jensch-Straße und zeigt Fotos vom 1. Juli 2013. An diesem Tag habe es wieder so stark geregnet, dass die Wassermassen den Priestersteig hinuntergeschossen seien und seine Straße geflutet hätten. Selbst sein Gully in der von der Straße abgewandten Hausseite sei übergelaufen, obwohl er ihn höher gelegt habe. Der Mann beschreibt das Problem bei starkem Regen. "Aus den Schächten des Priestersteigs ergießen sich die Wassermassen und fließen mit Bodenanteilen in die Jensch-Straße."

Was bleibt, wenn das Wasser wieder abgeflossen ist, seien Toilettenpapier, Slipeinlagen und jede Menge anderer Müll. Noch Tage danach läge dieser vermischt mit Schlammresten am Straßenrand. In einigen Fällen sei deswegen der Straßenbahnverkehr unterbrochen gewesen. Der Mann fragt sich, warum es die FWA nicht schaffe, das Wasser aus den höher gelegenen Stadtteilen bereits am Oderhang stärker abzuleiten. "Der befindet sich oberhalb des schmalen Priestersteigs. Damit könnte man bei Starkregen einiges an Druck rausnehmen."

Die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) bestätigt das Problem in der Jensch-Straße. "Es tritt nicht so häufig auf, weil wir glücklicherweise kaum Starkregen haben. Aber wir mussten die Gleise schon einige Male räumen", sagt Andreas Lorenz, Geschäftsbereichsleiter Verkehr bei der SVF. In der Regel könne das der Fahrer erledigen. Auch Anwohner hätten schon geholfen, die Gleise vom Dreck zu befreien. "Manchmal geht es aber nur mit Reinigungsmaschinen."

Der FWA ist die Situation in der Jensch-Straße bekannt. Die Lage "am Tiefpunkt der Stadt" und die starke Geländeneigung am Priestersteig seien extrem ungünstig, sagt Geschäftsführer Gerd Weber. Die Probleme bei Starkregenfällen resultieren ihm zufolge aus überlasteten Mischwasserkanälen, für die sein Unternehmen verantwortlich sei und aus oberirdisch abfließendem Regenwasser von unbefestigten Flächen. Dafür sei die FWA nicht zuständig. "Die Niederschläge aus den Entwässerungsgebieten treffen bei starkem Regen in einem kurzen Zeitabstand aufeinander und führen zu einer Überlastung der Mischwasserkanäle", sagt Weber. "Diese werden aus wirtschaftlichen Gründen nicht nach dem größten möglichen Regen bemessen, sondern nach einem festgelegten Bemessungsregen."

Dieses Jahr trat das Problem laut Weber erstmals im Juli auf. 2012 registrierte die FWA in der Jensch-Straße sechs Überflutungen, 2011 keine, 2010 eine und 2009 vier. "Die Situation ist unbefriedigend", sagt Weber. "Dennoch sind uns keine konkreten Schäden an Grundstücken gemeldet worden." Mit extra gesicherten Druckdeckeln und zwei Schächten im Priestersteig habe man versucht, das Wasser abzubremsen. Zudem sollen dort noch in diesem Jahr zwei Entwässerungsrinnen eingebaut werden, um das oberirdisch abfließende Regenwasser direkt in das vorhandene Regenwasserrückhaltebecken einzuleiten.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG