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"Frankfurt muss endlich umdenken"

Dagmara Jasjesniak-Quast: "Wir haben nicht einmal zur Hälfte die Potenziale des gemeinsamen Standorts Frankfurt/Slubice ausgeschöpft."
Dagmara Jasjesniak-Quast: "Wir haben nicht einmal zur Hälfte die Potenziale des gemeinsamen Standorts Frankfurt/Slubice ausgeschöpft." © Foto: FOTO Michael Benk
Heinz Kannenberg / 18.07.2013, 07:06 Uhr
(MOZ) Der Stadtbote führt in den nächsten Wochen Interviews mit Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Bereichen in der Stadt. Heute mit Dagmara Jasjesniak-Quast. Sie ist Leiterin des Zentrums für Interdisziplinäre Polenstudien an der Viadrina. Im Gespräch mit Heinz Kannenberg behauptet sie: Frankfurter Wirtschaftsförderer müssen mehr nach Osten gucken.

Frankfurt hat mit 14,4 Prozent nach Bremerhaven die höchste Arbeitslosenquote in Deutschland. In Slubice beträgt sie 11 Prozent. Sind Frankfurt und Slubice verloren?

Als 1842 Hamburg nahezu abbrannte, fragte der Bürgermeister: Ist die Elbe auch verbrannt? Als man ihm sagte, nein, soll er geantwortet haben: Dann haben wir eine Zukunft. Conergy hat Insolvenz angemeldet, First Solar hat die Werke in Frankfurt geschlossen. Aber ist die Region am Ende? Nein. Frankfurt und Slubice, zwei Städte an einem Fluss, werden überleben. Wir haben nicht einmal zur Hälfte die Potenziale des gemeinsamen Standorts ausgeschöpft.

Das klingt sehr nach Zweck-Optimismus...

Der Dekan der Universität Lódz hat mir eine Grafik seiner Frau geschenkt: Eine Frau mit rosa-roter Brille. Die Farben mögen stimmen. Die Region hat noch viele Chancen. Kein Investor wird doch dahin gehen, wo Bürger schlecht über ihre Stadt sprechen.

Was empfehlen Sie dagegen?

Wir müssen endlich umdenken. Ein Beispiel ist die Bundespolitik: Es dürfen nicht wieder sieben Jahre vertan werden, wie bei der Einführung der Freizügigkeit für polnische Arbeitnehmer in Deutschland. Die Welt wartet auch nicht auf Frankfurt, wir müssen uns verändern.

Wobei müssen wir umdenken?

Wenn nach Investoren Ausschau gehalten wird, guckt die brandenburgische Wirtschaftsförderung zumeist nach Westeuropa und Übersee. Das ist zwar nicht falsch, aber zu einseitig. Denn im Osten geht die Sonne auf. Aber vor allem gibt es dort enorme Potenziale. Damit meine ich nicht nur Polen, auch Russland bis Zentralasien.

Aber warum sollte ein Investor von dort hierher kommen?

Viele polnische Unternehmen stehen auf dem Sprung nach Westeuropa. Deutschland ist eine hervorragende Adresse. Frankfurt hat in dieser Hinsicht noch zu wenig von dieser Entwicklung profitiert. Es ist bekannt, dass die Verzögerungen des Großprojektes Flughafen BBI auch Ansiedlungsvorhaben ausländischer Unternehmen negativ beeinflussen. Für polnische Unternehmen, die ihre Produkte weltweit absetzen wollen, ist es zunehmend wichtig mit deutschen Fachkräften in Deutschland zu produzieren. "Made in Germany" ist ein Qualitätssiegel. Solchen Unternehmen sollte man auch in Frankfurt einen roten Teppich ausrollen.

Im Zweifel gehen solche Unternehmen doch lieber nach München oder Frankfurt/Main ...

Das denke ich nicht in jedem Fall. Wichtig ist ihnen vor allem ein deutscher Standort. Und Frankfurt (Oder) - mit bester Verkehrsanbindung auf dem Weg nach Berlin- ist der erste strategische Halt an der Grenze. Zudem gibt es hier Höchstfördersätze und stabile Rahmenbedingungen. Und es sind ausreichend Fachkräfte vorhanden. Das zählt für polnische Unternehmer mehr als nur eine große Stadt.

Und warum hat sich noch kein größerer polnischer Unternehmer in Frankfurt angesiedelt?

Die Wirtschaftsförderung, hier schließe ich ausdrücklich auch das Land mit ein, muss auch in ihrer Akquisearbeit umdenken. Wichtig sind persönliche Gespräche mit polnischen Investoren. Das polnische Unternehmen Workservice in Hoppegarten bei Berlin hätte sich auch in München ansiedeln können. Aber durch die persönlichen Kontakte ist zwischen dem Investor und Handelnden vor Ort ein Vertrauensverhältnis entstanden. Da sagt sich ein Pole dann auch mal: Die Vorteile am Standort sind hier vielleicht schlechter als in München. Aber es gibt hier konkrete Personen, die mir die Hand reichen, wenn es mal Probleme gibt. Dieser exklusive Ansatz ist ganz wichtig.

Die Sprachbarriere bremst dabei ...

Die Sprache ist allgemein wichtig für Investitionen. Nach einer Studie des Tokioter ProfessorsGoro Kimura, der an der Viadrina forscht, schätzen 50 Prozent der Arbeitnehmer Sprachschwierigkeiten als größtes praktisches Problem bei der Arbeit im Ausland ein. In Polen lassen daher wieder immer mehr Eltern ihre Kinder Deutsch lernen. In Deutschland ist dieses Bewusstsein für die Sprache des Nachbarn nicht so ausgeprägt. In Frankfurt muss entschieden mehr in die Sprachausbildung investiert werden.

Es gibt in Frankfurt und Slubice eine deutsch-polnische Kita, eine deutsch-polnische Gymnasialstufe ...

Das ist zu wenig. An jeder Frankfurter Schule müsste Polnisch und in Slubice Deutsch angeboten werden. Die Lehrer in Slubice und Frankfurt sollten im Austausch stehen und an den Schulen in der Nachbarstadt unterrichten. Das ist unser Potenzial, das wir nicht nutzen. An der Uni lernen über 80 Nationen. Die Studierenden aus Polen, Deutschland, China oder Frankreich erlernen die Sprache des anderen im Tandem. Die Frankfurter könnten dies mit ihren Nachbarn auch im Tandem machen.

Das duale Ausbildungssystem in Deutschland wird international geschätzt. Sehen Sie Interesse in Polen, mit deutschen Ausbildungsträgern zu kooperieren?

Die Polen sind regelrecht beeindruckt von diesem praxisorientierten Ausbildungssystem. Volkswagen und andere deutsche Unternehmen haben in dieser Hinsicht in Polen viele Impulse ausgelöst. Wir kommen mit Kooperationen allerdings dann voran, wenn wir sprachlich auf einem hohen Niveau miteinander kommunizieren können. In die Sprache investieren, hilft Jobs zu finden und zu sichern. Das schließt alle Bereiche ein: vom Handel bis zu den Call-Centern.

Ist in der deutsch-polnischen Grenzregion mit wenigen Forschungseinrichtungen die Ansiedlung von Industrie überhaupt realistisch?

Es geht nicht nur um neue Ansiedlungen, auch um Vernetzung vorhandener Potenziale. Wir müssen dabei die Oderregion mit ihren 360 Grad als eine Region sehen. Beispiel: Medizintechnik. Frankfurt hat mit dem Institut für Halbleiterphysik einen international anerkannten Leuchtturm. In Greifswald gibt es eine medizinische Fakultät, in Cottbus technische Wissenschaften, in Stettin, Posen und Breslau große Universitäten. Durch Kooperationen können nachhaltige Projekte entstehen. Das ist eine strategische Managementaufgabe der Zukunft. Mit dieser Aufgabe wären die Forscher und Entwickler allein überfordert. Deshalb müssen in dieser Hinsicht neue Ideen und Methoden eingeführt werden.

Frankfurt betont mehr die Zusammenarbeit mit Slubice. Sind Posen, Breslau und Stettin für Frankfurt nicht zu weit weg für Kooperationen?

Das nachbarschaftliche, wie die gemeinsame Sprachausbildung oder kommunalwirtschaftliche Zusammenarbeit, werden Frankfurt und Slubice miteinander regeln. Aber Frankfurt kann selbstbewusst mit seinen Potenzialen mit anderen Einrichtungen auch in größeren Städten punkten. Mit der nun bis nach Warschau ausgebauten Autobahn sind wir noch besser an internationale Märkte angebunden. Das gilt für die Eisenbahn noch nicht. Gastprofessoren und Studierende aus Breslau oder Krakau müssen noch weite Umwege in Kauf nehmen, um an die Viadrina zu kommen. In den 1990er Jahren gab es eine direkte Verbindung Berlin-Krakau-Breslau über Frankfurt. Jetzt muss man über Forst fahren.

Wiederholt ist eine Veränderung von der Politik auch gefordert worden ...

Frankfurter Vertreter aus der Politik sitzen im Bundes- und im Landtag oder in verschiedenen Gremien der Bahn und Verkehrsplanung. Dort muss man mit einer Stimme für die Region sprechen.

Kämpfen die Entscheidungsträger in Stadt und Land zu wenig für Interessen der Region?

Verkehrsinfrastruktur ist existentiell für die Zukunft des Standorts. Frankfurt definiert sich als Logistikstandort und hat - zieht man Slubice mit ein, viele Logistikunternehmen ansiedeln können. Daher ist der Einsatz dafür ungemein wichtig.

Warum ist für viele Frankfurter das Wasserglas eher halbleer?

Vielleicht ist es eine regionale Einstellung? Hier wird bei den ersten dunklen Wolken am Konjunkturhimmel gleich eine Großkrise herbeigeredet. Die Polen nehmen das Wort Krise nicht so häufig in den Mund, sondern versuchen pragmatisch gegenzusteuern. Meine Erfahrung ist: Wer sich begeistern kann, sieht auch weniger Probleme. Ich glaube daran, dass eines Tages auch auf der Oder Segel- und Motorboote ähnlich wie auf der Elbe fahren werden.

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B. Kukazcewicz 21.07.2013 - 18:42:22

Enges Denken

Leider gibt es immer, egal wie die Meldung ausfällt, wenn es um Polen geht sehr unschöne bis absolut negative Meinungen der Kommentatoren. Vielleicht liegt es auch daran, dass in der Presse Meldungen über Autoklau u.ä. sehr hoch bewertet werden. Meldungen über eine tolle Zusammenarbeit, oder über die gestiegene Kaufkraft Slubicer Bürger, die in Frankfurt (Oder) ihr Geld ausgeben, gibt es leider nicht als Spitzenmeldung Es hat den Anschein, dass einige Kommentatoren nur auf den Teppich warten, der ihnen ausgerollt wird.

sagicheuchnich 21.07.2013 - 08:26:15

@Friedrich Quellmallz

Sie müssen schon mal richtig lesen! Ich habe nicht davon gesprochen, daß es keine Zusammenarbeit mit der polnischen Polizei gibt. Auch nicht davon, daß es keine guten Entwicklungen auf der polnischen Seite gibt. Aber es kann nicht sein, daß bestimmte negative Entwicklungen totgeschwiegen werden. Fragen Sie doch mal bei der Polizei nach, mit welchen Problemen sie sich dort tagtäglich herumschlagen. DAVOR sollte man nicht die Augen verschließen. Warum wohl werden in der MOZ bei Meldungen zur Kriminalität keine oder nur noch sehr wenig Angaben zur Nationalität gemacht? Wenn wir davor die Augen verschließen, dann sind wir wirklich angekommen im Land der Zahlmeister für Europa und der Allesversteher.

Friedrich Quellmallz 19.07.2013 - 19:17:18

@SAGICHEUCHNICH

Es ist schon besser, man informiert sich richtig über die Situation bei unseren polnischen Nachbarn. Pauschalurteile finden oder Erscheinungen verallgemeinern ist, nicht der richtige Weg. Man schaue sich das das Gewerbegebiet in Slubice an und zähle die Firmen . Dort hat sich viel getan. Man lese z.b. in der GAZETA LUBUSKA über die Aktivitäten der polnischen Polizei gegen den Autoklau, den Drogenhandel und den Diebstal. Letzterer findet auch in polnischen Supermärkten statt. Wer in deutschen Supermärkten stiehlt ist auch bekannt. Da fangen wir bei den deutschen Jugendlichen an, gehen weiter über gesittete Bürger bis zur Oma. Dazu kommen noch Bürger aller möglichen Nationalitäten. Die Bandbreite ist also groß! Mit vielen Dingen, die uns auf dem Herzen liegen, hat auch die polnische Administration zu tun. Die Ameisenwege der Kriminalität ziehen sich leider von West-nach Osteuropa oder umgekehrt und nutzen die Verkehrswege über die Oder. Das es keine Zusammenarbeit mit der Slubicer-oder polnischen Polizei gibt, ist schlichtweg eine Erfindung. Natürlich kann und muss das alles noch effektiver werden. Gemessen an dem was in der Welt so in Grenzregionen geschieht, haben wir hier ein fast vorbildliche Rolle in Europa eingenommen. Angefangen beim deutsch-polnischen Kindergarten, über gemeinsame Schulbildung bis zur Europauniversität und anderen Dingen. Ich gestatte mir hier einen Verweis auf die italienischen Behörden und Bürger, die tag täglich mit den Flüchtlingen aus Afrika fertig werden müssen. Selbst der Frankfurter Einzelhandel lebt in einem nicht unbeträchtlichen Maße von der polnischen Kundschaft. In polnischen Zeitungen berichtet man über den preiswerten Einkauf im Rahmen des Sommerschlussverkaufes in Frankfurt (Oder). Das alles gut ist wäre gelogen, doch das vieles auf einem gutem Weg ist - ist nicht übertrieben.

Paul Wust 19.07.2013 - 18:02:24

Theorie trifft Praxis

Die (Nach)Denkansätze von Frau Jasjesniak-Quast sind zunächst einmal grundsätzlich richtig und ich hoffe nicht, dass sie damit das "positive Denken" unseres OB meint als Reaktion auf das Ausblasen der letzten industriellen Lichter in Frankfurt. Also alles richtig, nur sitzen dafür nicht die richtigen Leute weder im Potsdamer Landtag, noch im Rathaus der Stadt. Welchen Investor also sollten die äußeren Rahmenbedingungen in dieser Stadt anziehen? Etwa eine Autobahn die durch permanente Bautätigkeit, oder Unfälle, verstopft ist, oder eine RE 1 Verbindung nach Berlin die in Erkner, Fürstenwalde oder Briesen endet? Oder etwa eine Erhöhung der Gewerbesteuer und die dauernde Angst vor Kriminalität? Sind das die Bedingungen die Vertrauen schaffen? - Ich denke, Frau Jasjesniak-Quast zäumt hier das Pferd von hinten auf, denn erst müssen Landesregierung und Stadtparlament ihre Hausaufgaben machen.

sagicheuchnich 19.07.2013 - 14:09:45

@Marianne Stieber

Die Wertschätzung unserer Nachbarn ist klar erkennbar. Hier lösen sich viele Werte wie von Geisterhand im Nichts auf und unsere guten Nachbarn tun nichts dagegen und schauen nur zu. Jedenfalls habe ich noch keine Meldung gesehen, wo unsere Nachbarn solche großen Probleme mit Ladendieben oder Einbrechern aus Deutschland hätten. Wenn das in Slubice alles so vorbildlich ist, warum bezahlt diese Stadt als guter Nachbar seine Schulden nicht und arbeitet verstärkt mit der Polizei in Frankfurt zusammen??? Weil es nicht gewollt ist.

Roland Totzauer 19.07.2013 - 08:56:38

@Marianne Stieber

Ich gebe Ihnen vollkommen Recht: Leider gehört auch Frau Quast zu derjenigen Kategorie, die mit besserwisserischem Duktus daherkommt und dabei die letzten 20 Jahre der Entwicklung links und rechts der Stadtbrücke nicht wirklich wahrnimmt. Manche ihrer Kategorie halten inzwischen sogar Slubice für das bessere Frankfurt. Aber ein Ausspielen der beiden Städte gegeneinander hilft niemandem. Das wichtigste Ergebnis des Zusammenlebens beider Städte ist aber doch längst Alltag und wird wahrscheinlich deshalb nicht mehr bewußt wahrgenommen und wertgeschätzt: Es herrscht Frieden an der Oder - beide Völker leben in ihren eignen Traditionen, in ihren eigenen Wertesystemen und in ihren eigenen Kulturen friedlich nebeneinander. Mehr Gemeinsamkeit geht fast nicht!

Marianne Stieber 19.07.2013 - 07:16:16

@Klausi

Das sehe ich genau wie Sie. Das Papier gibt es dazu schon, ebenfalls ein gemeinsames Marktingkonzept. Frau Quast scheint mir ein wenig uninformiert und leider auch noch besserwisserisch. Wenn sie Kontakt zum ICOB oder der Wirtschaftsförderung gehabt hätte oder auch nur regelmäßig die MOZ lesen würde, wüßte sie, dass seit etwa 17Jahren Ansiedlungsaquise in Polen, Russland und Weißrussland ... erfolgt. Es haben sich bisher auch kleinere Firmen aus diesen Ländern in Frankfurt angesiedelt bzw. investieren hier in Unternehmen- der große Wurf ist damit aber noch nicht gelungen. Frau Quast scheint auch nicht zu wissen, dass es eine enge Zusammenarbeit mit den Institutionen auf der anderen Grenzseite gibt.Die Sprachbarriere gibt es auch in anderen Grenzregionen, längst nicht jeder spricht französisch oder deutsch an der deutsch-französisch Grenze z.B.. Viel wichtiger scheint mir die gegenseitige Wertschätzung und da gibt es auf beiden Seiten der Grenze sicher noch genug zu tun. Mit Auflagen kann man das aber nicht erreichen- Vertrauen und Wertschätzung müssen wachsen!

Klausi 18.07.2013 - 23:45:13

Guter Ansatz

Diese Region kann sich nur auf beiden seiten der Oder gemeinsam entwickeln. Die Potentiale von Slubice und Frankfurt (Oder) gehören in ein strategisches Papier. Ein gemeinsames Auftreten beider Städte auf den Märkten ist ein unbedingtes Erfordernis. Sind wir doch mal ehrlich. Entscheident ist doch, dass es den Menschen auf beiden Seiten der Oder gut geht. Der ganz normale polnische und deutsche Bürger ist doch gleichermaßen über die Grenzkriminalität verärgert. Es ist doch angenehm zu sehen, wie sich deutsche Bürger z.B. in polnischen Gaststätten wohl fühlen, polnische Bürger die Einkaufsmöglichkeiten in Frankfurt (Oder) nutzen. Es gibt mehr Gemeinsamkeiten zwischen den Menschen als man denkt. Leider wird nur die Kriminalität mit Schlagzeilen bedacht. Diese Pflänzlein der Partnerschaft sollte weiter gepflegt werden und vielleicht mal zu einem Baum heranwachsen.

Gabi 18.07.2013 - 19:00:51

Ja, warum sprechen die Bürger negativ über diese Stadt?

Wenn die Oberen dieser Stadt nicht zum Wohle des Volkes agieren...! Die Schulden der Stadt werden vergrößert und das Geld nicht für Notwendiges ausgegeben. Schulen haben kaputte, verkeimte Toiletten, Spielplätze werden platt gemacht, Strassen sind kaputt...Unsere Stadtpolitiker lassen zu, dass Miethaie Wohnungsunternehmen übernehmen. Mieten und Nebenkosten steigen. Wohnungen werden eingestampft und Mieten unerschwinglich. Arbeitsplätze gibts nur in Harz4 Höhe. Durch offene Grenzen und Polizeiabbau ist unser Eigentum unsicher wie nie. Slubice will lieber "ihr eigenes Süppchen kochen". Bei Geld aus Brüssel sind sie nicht abgeneigt. "An irgend einen Tag vor 9200 Jahren geschah auf dem Gebiet des heutigen Anatolien etwas Außergewöhnliches. Eine ganze Stadt wandte sich gegen ihre herrschende Oberschicht und jagte diese zum Teufel. Die herrschaftlichen Häuser wurden so schnell gestürmt und niedergebrannt, dass keiner der reichen Besitzer seine Schätze zu retten vermochte. Selbst der Boden wurde aufgrissen, wohl als Rache für dessen ständige und mühseelige Pflege zum Wohle einer kleinen rücksichtlosen Elite. Es folgten 1200 Jahre Frieden, Gleichberechtigung und Gewaltlosigkeit. " Warum ziehen sie nicht nach Polen Peter?

Peter 18.07.2013 - 14:37:19

Entwicklung geht nur gemeinsam

Als Frankfurter (seit 1986) fällt mir von Beginn an die latente Polenfeindlichkeit eines erheblichen Teils der Einwohnerschaft auf. Völlig normale Sachen, wie gemeinsam mit den Nachbarn die Region zu entwickeln, müssen hier offenbar immer wieder neu erklärt und begründet werden. Für ihre deutlichen Worte gebührt Dagmara Jajeśniak-Quast mein ausdrücklicher Dank. Und übrigens: Wenn es noch einer Bestätigung ihrer Behauptung bedürfte, dass das Interesse an der polnischen Sprache in Frankfurt stark unterbelichtet ist – die MOZ liefert sie frei Haus mit gleich zwei Schreibfehlern im polnischen Teil ihres Familiennamens.

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