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Archivrecherchen und Zeitzeugenberichte

Seitenweise Material: Ivo Köhler mit seinem Manuskript vor dem Triebwagen 16 der Strausberger Eisenbahn. Auch der ist in dem neuen Buch enthalten.
Seitenweise Material: Ivo Köhler mit seinem Manuskript vor dem Triebwagen 16 der Strausberger Eisenbahn. Auch der ist in dem neuen Buch enthalten. © Foto: Uwe Spranger
Uwe Spranger / 19.07.2013, 19:53 Uhr
Strausberg (MOZ) Am 17. August feiert die Strausberger Eisenbahn ihren 120. Geburtstag. Das Angebot reicht von der Führung durchs Depot über Sonderfahrten mit Traditionsfahrzeugen bis zu Kinderbelustigung und Gastronomie. Präsentiert wird zudem ein neues Buch zur Geschichte des Unternehmens.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Ivo Köhler mit der Historie der Strausberger Eisenbahn (STE) befasst. Bereits zum 100. Geburtstag hatte er eine Sonderausgabe der Schriftenreihe Signal erarbeitet. Allerdings ist die neuen Publikation unter dem Titel "Strausberger Eisenbahn - von Dampfzügen, Straßenbahnen und Oberleitungsfähren" mehr als ein aktualisierter Aufguss des 20 Jahre alten Materials.

"Ich habe so getan, als ob es noch nichts zur Geschichte der Bahn gäbe", erzählt der gelernte Schlosser und Straßenbahnfahrer, der viele Jahre in Berlin gearbeitet hat und jetzt Projektingenieur bei den Potsdamer Verkehrsbetrieben ist. Er habe das Landeshauptarchiv sowie das Archiv der STE "neu durchforstet" und vor allem im Berliner Landesarchiv neue Quellen zu den Kleinbahnanfängen aufgetan, erzählt der 50-Jährige.

Rund zweieinhalb Jahre hat der Straßenbahnfan damit zugebracht, Material zu sichten und zu verarbeiten. Auch einen Aufruf an die Bevölkerung hatte er gestartet. "Es sind Reaktionen gekommen, aber kaum zu den Details, über die noch Informationen fehlten", sagt er. Zum Beispiel über den Busverkehr der Eisenbahn in Kriegszeiten zum Flugplatz oder das "rollende Anschlussgleis", den Straßentransport von Kesselwagen von der Walkmühlenstraße in den Norden. Hingegen seien "schöne Geschichten von normalen Leuten" aufgetaucht, die nun für die Nachwelt erhalten bleiben. Zugleich sei ein "bisweilen staubtrockener Stoff aufgelockert" worden. Unter anderem berichte Christine Stelter, eine ehemalige Mitarbeiterin, über ihre Bahn-Zeit. Herausgekommen sei letztlich "eine komplett neue Ausgabe" mit rund 150 Seiten und auch neuem Bildmaterial -Fotos, Zeichnungen, Dokumente. Köhler spricht von einer "Ballung von Zeitgeschichte auf kleinem Raum".

Er erzählt zum Beispiel, dass es in den 1920er- und 30er-Jahren Überlegungen gegeben hatte, die Vorortbahn aus Berlin auf der Kleinbahntrasse bis ins Strausberger Zentrum zu verlängern. Als in den 1950ern mit der Ansiedlung des DDR-Verteidigungsministeriums im Norden das Thema Streckenverlängerung erneut auftauchte, kam die Trasse nicht in Betracht. Bis 1948 war die Durchfahrt durch die russische Kaserne in der Hegermühlenstraße komplett gesperrt und galt auch später nicht zuverlässig gesichert. "Deshalb ist die S-Bahn-Strecke so gebaut worden, wie sie jetzt ist",erklärt er.

Bei der Jubiläumsfeier werden Autor Ivo Köhler, Mitwirkender Dietrich Gohlke und Verleger Mathias Hiller das Buch in einem Podiumsgespräch vorstellen. Mit Genehmigung des Autors kann die MOZ bis zum 17. August Auszüge vorab veröffentlichen.

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