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Bahnstation Joachimsthal bedroht

Viola Petersson / 23.07.2013, 04:29 Uhr
Joachimsthal (MOZ) 2006, 2012 und jetzt schon wieder. Den Haltepunkten Kaiserbahnhof Joachimsthal und Golzow droht offenbar erneut das Aus. So jedenfalls vermeldete es jüngst der Fernsehsender rbb unter Berufung auf die "Märkische Allgemeine". Und sorgte damit im Oberbarnim für Aufregung und Besorgnis.

Denn laut TV-Nachricht könnten Dutzende kleiner Bahnhöfe im Land Brandenburg geschlossen werden. Insgesamt 60 wenig genutzte Stationen im Schienennetz stünden zur Disposition. Darunter vier im Barnim: Golzow und Kaiserbahnhof (an der OE 63 Eberswalde - Joachimsthal) sowie Lottschesee und Klandorf (an der NE 27 Karow - Groß Schönebeck). Für alle vier Bahnhöfe sieht das brandenburgische Infrastrukturministerium einer Übersicht zufolge "Optimierungsbedarf", da an den genannten Stationen pro Tag weniger als 50 Ein- und Aussteiger gezählt werden.

Bei zwölf Bahnhöfen spricht Potsdam gar von "Entscheidungsbedarf". Dort soll oder könnte - aufgrund der niedrigen Resonanz - schon in Kürze über das Schicksal befunden werden. Zu diesem Dutzend gehören u. a. die Stationen Schönow und Petershagen (beide Uckermark). Im Barnim scheint die Situation nicht ganz so prekär. Gleichwohl hat die Meldung Akteure vor Ort aufgeschreckt. Etwa den Künstler Holger Barthel, der im ehemaligen Sta-tionsgebäude am Kaiserbahnhof sein Atelier hat und sich seit Bekanntwerden der ersten Schließungspläne 2006 für den Erhalt der Bahnstrecke Eberswalde - Joachimsthal stark macht. Zu den aktuellen Initiativen gehört z. B. das Projekt "Landgang", das den Kaiserbahnhof einbindet und dessen Attraktivität weiter erhöhen soll, so Barthel.

Genau darum ginge es, sagt Lothar Wiegand, Pressesprecher im Infrastrukturministerium, auf Anfrage. Ansinnen des Landes sei es nicht, Bahnhöfe zu schließen oder Verbindungen abzumelden. Vielmehr wolle man den Schienenverkehr stärken und die Resonanz verbessern. Dazu gehören vor allem: bessere Erreichbarkeit und attraktivere Bahnhöfe sowie eine bessere Abstimmung von Bahn und Bus. Da, so Wiegand, seien auch die Landkreise gefordert.

Diese Abstimmungen würden ständig laufen, erklärte Nils-Friso Weber aus der Kreisverwaltung. Er kenne zwar besagte Liste, aktuelle Schließungspläne für den Barnim seien ihm allerdings nicht bekannt. Im Gegenteil: Die Strecke Eberswalde - Joachimsthal war im vorigen Jahr neu ausgeschrieben worden. Die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) hat den Zuschlag für zwei Lose erhalten, darunter auch die Regionalbahnlinie 63 Eberswalde - Joachimsthal. Ab Dezember 2014, so Weber, übernehme die NEB auf dieser Strecke den Schienenverkehr. Der Vertrag, teilte die NEB mit, sei geschlossen bis Dezember 2024. 2012 hatten Kreis und Ämter massiv gegen die geplante Streckenstilllegung protestiert.

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