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Martin Wunderlich aus Biesenthal 1979 zum ersten Mal gewählt / Vom Parteienkrieg hält er wenig

Seit mehr als 30 Jahren Stadtverordneter

Brigitte Horn / 26.07.2013, 20:20 Uhr
Biesenthal (MOZ) So vielseitig wie der Barnim sind auch seine Menschen. In unserer Serie stellen wir Gesichter des Barnims vor. Bekannte und unbekannte - alle haben eine interessante Geschichte zu erzählen. Heute: Martin Wunderlich, Stadtverordneter in Biesenthal.

Der 65-Jährige ist groß und kräftig. Unter dem vollen Haar und der Stirn die Augen mit einem offenen Blick. Der kann zupacken und man kann ihm vertrauen. Das denken viele Biesenthaler. Seit Mai 1979 führte das unter anderem dazu, dass Martin Wunderlich bei jeder Wahl in die Biesenthaler Stadtverordnetenversammlung gewählt worden ist. Das sind jetzt 34 Jahre. Er will die 35 Jahre noch vollmachen. Bis zum nächsten Jahr zu den Kommunalwahlen. Dann soll der Nachwuchs ran.

"Bei uns hieß es immer: Einer von Wunderlichs muss Abgeordneter sein", erinnert sich der 65-Jährige an früher und sieht das heute noch ganz genauso. "Beim nächsten Mal soll es einer meiner Söhne machen, wahrscheinlich der große, der auch das Geschäft übernimmt", sinniert er und fügt "natürlich nur, wenn er gewählt wird" schnell hinzu.

Er hofft, dass es klappt und sich die nächste Generation gut um die Stadt kümmert. "Ich hatte immer die Einstellung, dass die Stadtverordneten für die Bürger der Stadt da sein müssen", sagt er. Bis heute habe er das so gehalten. Vom Parteienkrieg halte er nicht viel. Den gebe es im Grunde nur vor der Wahl, wenn es um die Sitzverteilung geht. Danach seien im Grunde alle Stadtverordneten alle gleich für die Stadt da.

Als einen der besten Beschlüsse sieht Martin Wunderlich die Entscheidung für die Altstadtsanierung an. Es sei ein großes Glück gewesen, dass die Stadt da reingekommen ist. "Biesenthal ist ein richtiges schönes Städtchen geworden", lautet sein heutiges Fazit. Auch die die 750-Jahrfeier sei einen tolle Sache gewesen. Dabei habe man auch eine große Verbundenheit der Bevölkerung mit Biesenthal gesehen.

Natürlich habe es auch Dinge gegeben, die ihm nicht so gefallen haben. Dazu zählen die Anschlussgebühren und die Ausbaubeiträge. In der Hinsicht sei man bis 1989 verwöhnt gewesen, obwohl: "Wir haben ja damals auch nicht viel gehabt." Dazu sei gekommen, dass vieles reglementiert gewesen sei. Aber in den Siedlungen wollten viele den Straßenausbau, doch als dafür bezahlt werden musste , wollten die meisten keinen Straßenbau mehr. Richtig schlecht gelaufen sei auch in der Wendezeit die Sache mit dem Heideberg. Wir haben es nicht in den Griff bekommen Teile des Objektes für die Stadt zu nutzen. Es gab dort Gebäude, die auch richtig tolle Sporthallen mit sanitären Einrichtungen hätten sein können. Es habe natürlich auch damit zusammen gehangen, dass damals auch unklar war, ob die Stadt diese Immobilie erhält.

Aber insgesamt war und sei die Arbeit in der Stadtverordnetenversammlung zufriedenstellend. Martin Wunderlich war von jeher parteilos, von der Gesinnung her aber "CDU-lastig", wie er selbst meint, so dass er auch immer in der entsprechenden Fraktion seinen Platz fand. Dessen ungeachtet lobt er den Bürgermeister André Stahl von den Linken. Es gebe mit ihm eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. "Und er hat was auf dem Kasten", lobt Martin Wunderlich den Bürgermeister. Da bereite die Abgeordnetentätigkeit noch mehr Freude als früher, schätzt der gelernte Landmaschinen- und Traktorenschlosser ein, der mit der Berufsausbildung auch sein Abitur machte, danach ein Ingenieurstudium aufnahm und abschloss.

Bis zur Wende arbeitete er als Techniker in der LPG Schönfeld. Doch nach der Wende sah er dort keine Zukunft mehr und hat sich im Motorgerätefachhandel selbständig gemacht. In seiner Firma Fahrzeug- und Gerätetechnik Biesenthal hat er alles vom Rasenmäher bis zum Traktor. Das hat ihn auch gefordert. Was Urlaub angeht, wenn es hoch kommt, dann waren es mal 14 zusammenhängende Tage.Doch, wie er selbst sagt, er arbeitet gern. Und auch die Familie habe mitgezogen. Inzwischen hat er einen Sohn als Geschäftsführer eingesetzt und zum Jahresende werde der Gesellschaftervertrag gemacht. Ganz zurückziehen werde er sich dann aber noch nicht, aber auf jeden Fall "kürzer treten".

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Margarete Bäcker 29.07.2013 - 01:42:06

da wunder ich mich aber,

dass sich der martin wunderlich schon 35 jahre cdu-nah engagiert. denn als jesus jahrelang als flüchtling am rade der stadt hausen musste - dort im übergangswohnheim, wo heute die nazis sitzen -, von wunderlichs martin kein wort des willkommens oder wenigstens der versuch einer kontaktaufnahme. verpasste chancen halt.

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