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Lebuser Hundesportverein feiert 15. Geburtstag mit Tag der offenen Tür am 17. August

Dem Hund Manieren beibringen

Gemeinsam jedes Hindernis überwinden: Sibylle Tumm mit ihrem Terrier Emil beim Hürdenlauf. Die Disziplin gehört zum festen Bestandteil des Turnierhundesports. Auch kleine Hunde können hier beweisen, dass sie große Hüpfer sind.
Gemeinsam jedes Hindernis überwinden: Sibylle Tumm mit ihrem Terrier Emil beim Hürdenlauf. Die Disziplin gehört zum festen Bestandteil des Turnierhundesports. Auch kleine Hunde können hier beweisen, dass sie große Hüpfer sind. © Foto: Hundesportverein Lebus
Dorothee Torebko / 31.07.2013, 06:21 Uhr
Lebus (MOZ) Doggen, die beißen, Dackel, die ihr Geschäft auf dem Sofa verrichten: So manch ein Hundehalter hat Probleme mit seinem Tier. Hilfe bekommen sie beim Hundesportverein. Die Lebuser feiern in diesem Jahr den 15. Geburtstag ihres Vereins. Vorsitzender Hans-Jürgen Müller blickt zurück.

Es gibt Hobbys, da verliert man nach einiger Zeit die Lust, stellt den Tennisschläger oder die Gitarre in die Ecke. Schluss. Hunde lassen sich nicht einfach in die Ecke stellen. "Deshalb sind deren Halter auch von einem ganz besonderen Schlag", sagt der Vorsitzende des Lebuser HSV Oderland Hans-Jürgen Müller. Er muss es wissen. Immerhin hält Müller seit 40 Jahren Schäferhunde, hat bei der Polizei Diensthunde ausgebildet und den Verein, der im Oktober dieses Jahres 15-jähriges Jubiläum feiert, mitgegründet.

Müller sitzt vor dem Lebuser Vereinsgebäude und blickt auf den fußballfeld-großen Hundesportplatz. Die Wiese ist umsäumt von Laub- und Nadelbäumen, die noch jung, so dünn sind wie Laternenpfähle. Früher, vor etwa zehn Jahren, erzählt Müller, war dies eine wilde Mülldeponie. Allerlei Schrott und Bauschutt verschandelten die Landschaft, Gestrüpp wucherte, der Boden war so eben wie das Erzgebirge. Dann begannen die Vereinsmitglieder zu werkeln. Tonnen Schutt trugen sie weg, ebneten die Erde, pflanzten Rasen an. Das Vereinsheim ist als letztes hinzukommen. "Wir haben sieben Jahre lang mit der Behörde gerungen", sagt Müller. Nun aber steht der Pavilion. Und empfängt schräg gegenüber von einem riesigen Sonnenblumenfeld die Hundesportfreunde.

Immer sonntags können Nicht-Mitglieder mit ihren Tieren zu Müller und den etwa 50 Vereinsmitgliedern kommen und sich von den acht Trainern beraten lassen. Den wichtigsten Tipp, den Müller den Hundehaltern im Vorfeld geben kann, ist, sich mit dem Tier von vornherein zu beschäftigen. Bedeutet: Zu gucken, ob der Züchter die Hunde mit Liebe aufgezogen hat. Oder ob dieser nur das schnelle Geld machen wollte. Ein grober Fehler, den Halter machen können, ist, keine Kenntnisse über die Eigenschaften der Rasse zu haben.

Oder sich einfach überschätzen. Einmal, erzählt Müller, ist ein Ehepaar zu ihm gekommen, beide um die 60 Jahre alt, Rentner. Sie kauften sich einen Schäferhund, "ein wunderschönes Tier", wie Müller meint. "Aber sie haben sich mit ihm übernommen. Der Hund bestimmte, wo es langgeht, wann er frisst, wer auf das Grundstück darf." Die Trainer des Sportvereins setzten dann am Instinkt des Tieres an. Der Hund ist ein Rudeltier und sollte lernen, das letzte Glied in der Rangfolge zu sein. Heißt: Sie spielten mit dem Schäferhund, gaben ihm Leckerlis, wenn er den Befehlen der Trainer folgte. Und hat die Erziehung geklappt? "Am Anfang lief es gut, aber die Besitzer sind nach einem halben Jahr nicht mehr gekommen. Schade", bedauert er.

Aber im gleichen Atemzug meint Müller: "Wir haben noch keinen Hundehalter weggeschickt." Wer beispielsweise Hilfe mit seinem Tier braucht, der erhält eine Gästekarte und muss nicht gleich in den Verein eintreten. Unter der Woche trainieren übrigens dann die Sportfreunde auf dem Gelände. Üben für Meisterschaften in Brandenburg, aber für solche, die über die Landesgrenzen hinausgehen. Selbst waren die Lebuser auch schon Austragungsort für eine Landesmeisterschaft. 2010 kamen Hundehalter aus dem ganzen Land und fochten drei Tage lang um die Plätze. Stolz meint Müller dazu: "Wir haben ein riesiges Lob vom Landesvorstand bekommen. Er sagte, es sei die best organisierte Veranstaltung der letzten zwanzig Jahre gewesen." Kein Wunder: Immerhin klappt die Zusammenarbeit mit der Stadt Lebus, die wöchentlich den Rasen des Vereins mäht. Auch mit dem Sportverein, die das Feld nebenan besitzen, haben die Hundefreunde ein gutes Verhältnis.

Deshalb, betont er, sollten sich beim Tag der offenen Tür am 17. August nicht nur Hundehalter ein Bild vom Verein machen. Jeder ist willkommen. Und wer weiß, vielleicht bekommt der ein oder andere ja auch Inspiration, sich selbst mal einen Hund anzuschaffen.

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