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Temperaturen wie noch nie zum Jubiläum des Jägerfestlaufes / Zusatzstopp für Erfrischungen

Heißgelaufen am Däbersee

Auf gehts: die Unentwegten beim Start zum 20. Jägerfestlauf von Waldsieversdorf
Auf gehts: die Unentwegten beim Start zum 20. Jägerfestlauf von Waldsieversdorf © Foto: frei/Dirk Schaal
Dirk Schaal / 31.07.2013, 21:07 Uhr
Waldsieversdorf (MOZ) Die Seelowerin Dagmar Rocktäschel und Seriensieger Carsten Krüger aus Müncheberg haben die Hauptwettbewerbe beim 20. Jägerfestlauf von Waldsieversdorf gewonnen.

"Wir hatten Kälte, Regen und auch viel sonniges Wetter, aber solch eine Hitze noch nie", konstatierte Organisations-Chef Wolfram Langenstedt schon vor dem Start bei fast 27 Grad. Die 7600Meter lange Strecke führte über zwei Runden durch den Wald und entlang dem Großen Däbersee. 26 Läufer nahmen diese Tortur auf sich. Dazu kamen noch 16 Starter über die halbe Distanz sowie zehn Kinder, die die Kilometerstrecke bewältigten.

Auch Manfred Mattauch, der als damaliger Bürgermeister zusammen mit Sven-Age Schnabel und Jörg Hoffmann den Jägerfestlauf vor zwei Jahrzehnten ins Leben gerufen hatte, kann sich nicht an solche extremen Wetterbedingungen erinnern. "Wichtig ist heute viel trinken und es ruhig angehen lassen", warnte er. Hoffmann zählte weniger Teilnehmer als in den Vorjahren "Ich gehe mal davon aus, dass das dem Wetter geschuldet ist." Langenstedt rief noch vor dem Startsignal dazu auf, den Nebenmann im Auge zu behalten und notfalls zu helfen.

Wie Recht er damit hatte, wurde kurz nach der ersten Runde klar. Schnell verbreitete sich die Kunde, ein Läufer sei im Wald zusammengebrochen. Sofort eilten Helfer dorthin und der Notdienst wurde alarmiert. "Er hatte sich übernommen, morgens wohl nichts gegessen und hat einen Kreislaufkollaps erlitten", erklärte der zu Hilfe geeilte Hoffmann.

Sichtlich erschöpft kam auch Sieger Carsten Krüger nach 9:12 Minuten ins Ziel. "Ich habe zwei Minuten länger gebraucht als im Vorjahr, aber für die Verhältnisse heute bin ich schon zufrieden. Als Müncheberger komme ich immer wieder gern in meine Heimatregion", sagte der für den LAC Berlin startende Ausdauersportler.

Hatten die fünf Läufer von der TSG Seelow, die erstmals in Waldsieversdorf dabei waren, vor dem Start noch gut lachen und immer noch ein Späßchen parat, mussten sie nach dem Lauf den Temperaturen doch Tribut zollen. "Ich bin fast zickzack gerannt, um im Schatten bleiben zu können. Im Wald stand die Luft. Es war verdammt hart", berichtete Dagmar Rocktäschel, Siegerin über die 7600-m-Distanz bei den Frauen in der Altersklasse M45, die im September zusammen mit ihrer Vereinskameradin Doris Grundmann den Berlin-Marathon angehen will.

Auf der kurzen Strecke ging zum 20. Mal der Neuenhagener Sigmar Grabow an den Start - der Einzige, der alle Läufe mitgemacht hat. "Das soll aber heute mein letzter Start hier beim Jägerfest gewesen sein. Ich höre nicht auf zu laufen, aber 20 Starts sind dann doch genug. Auch wenn das hier etwas Besonderes ist. Immer gut organisiert und so familiär." Für seine Treue bekam der 75-Jährige einen Ehrenpokal und wie alle Teilnehmer seit 20 Jahren eine von der Keramikwerkstatt Bundels getöpferte Medaille überreicht.

Gezeichnet vom Lauf, aber auch glücklich rannte Sven-Age Schnabel ins Ziel. Nach dem Husarenritt sprang er erst mal in den Großen Däbersee. "Seit fünf Uhr war ich mit der Schubkarre und einem Sack Kalk unterwegs, um die Strecke zu kennzeichnen. Hätte ich das vorher schon gemacht, wären die Hinweispfeile wohl nicht mehr vorhanden gewesen", vermutete er.

Vor Jahren hatten Witzbolde in der Nacht die Pfeile einfach in die andere Richtung abgeändert. "Da kamen die Läufer zum Schluss von zwei Seiten ins Ziel. Die einen, die die Strecke kannten, und die, die den Pfeilen gefolgt waren. Da konnten wir nicht anders, als zwei Sieger zu küren und zwei verschiedene Wertungen zu machen, weil die Lauflängen ja auch unterschiedlich waren", erinnerte sich Langenstedt, mittlerweile jedoch mit einem Schmunzeln.

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