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Informationen zu Sehenswürdigkeiten und Unterkünften im Wriezener Ortsteil jetzt online auf dem Mobiltelefon

Haselberg mit eigener Smartphone-App

René Enter demonstriert, dass er nur ein Smartphone braucht, um sich als Tourist im kleinen Haselberg über das historische Gebäude im Herzen des Ortes kundig zu machen.
René Enter demonstriert, dass er nur ein Smartphone braucht, um sich als Tourist im kleinen Haselberg über das historische Gebäude im Herzen des Ortes kundig zu machen. © Foto: Christina Schmidt
Christina Schmidt / 01.08.2013, 07:45 Uhr
Haselberg (MOZ) Was früher der gedruckte Reiseführer war, ist heute das Mobiltelefon. Und mit den sogenannten Apps geht der Zugriff auf Informationen zu Sehenswürdigkeiten und Unterkünften noch schneller. Als erster Ort der Region ist Haselberg mit diesem Angebot im weltweiten Netz zu finden.

Veikko Jungbluth war noch nie im kleinen Wriezener Ortsteil Haselberg. Trotzdem weiß der Internetunternehmer aus Eichwalde, dass das Oderbruch touristisch viel zu bieten hat. "Im letzten Sommer habe ich eine Radtour gemacht und dabei viele Orte besucht. Dabei ist mir aufgefallen, dass viel zu wenig Leute etwas über den Oderradweg wissen", erzählt er. "Das hat mich inspiriert etwas daran zu ändern, denn die Gegend ist toll." Die Bekanntschaft mit Denny Amstutz, der mit seinem Regioforum den Orten rund um Bad Freienwalde und Wriezen zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen will, ebnete den Weg für die erste App über die 300-Seelen-Gemeinde, die seit Kurzem online ist.

Eine App ist die Kurzform des englischen Wortes "application" und bedeutet Anwendung. Die kleinen Programme können auf das internetfähige Telefon geladen werden und ermöglichen einen direkten Zugriff auf bestimmte Inhalte. So können mittels einer App Radio gehört oder auch Mitteilungen untereinander ausgetauscht werden. Inzwischen kursieren unzählige Apps, die zum Teil kostenlos, aber auch gegen ein Entgelt heruntergeladen werden können. Die Haselberger App bietet eine Karte, eine Kurzübersicht sowie eine Kamerafunktion, mit deren Hilfe die hinterlegten Informationen zu historischen Gebäuden, Sehenswürdigkeiten und Radtouren abgefragt werden können.

Haselberg nimmt sich seinen Besuchern bereits seit rund zehn Jahren in besonderer Weise an. Aufgestellte Informationstafeln an den historischen Gebäuden wie zum Beispiel der Brennerei oder der Kirche veranschaulichen ganz kurz und knapp die wichtigsten Eckdaten zur Geschichte. Verantwortlich dafür zeichnet der diplomierte Grafiker und Designer René Enter, der die elf "Haselberger Blickpunkte" samt Begleitheft auch als Bewahrung der Geschichte für die einheimische Bevölkerung sieht. Finanziert wurden Informationstafeln und Begleitheft ausschließlich aus privaten Mitteln. Ein Beispiel, das Schule gemacht hat. Inzwischen stehen auch in Neulewin ähnliche Tafeln und die Besucher von Kienitz können sich ebenfalls über interessante Details ihrer Historie informieren. Kein Wunder also, dass René Enter nun auch den mobilen Trend unterstützt und Veikko Jungbluth Informationen und Bildmaterial zur Verfügung stellte. "Da ich aus dem Bereich komme, weiß ich, wie wichtig es ist, alle Zielgruppen zu erreichen. Und die Radtouristen sind auf der Höhe der Technik, sodass das Smartphone-Angebot eine Lücke schließen kann", schätzt René Enter ein.

Das sieht auch Veikko Jungbluth so, der die für Smartphone-Inhaber kostenlose App gänzlich aus eigenem Antrieb in die Wege geleitet hat. "Es ist eine wunderschöne Gegend, und durch die App machen wir gerade Touristen, die sonst nie den Weg in die Region gefunden hätten, darauf aufmerksam. Insbesondere die kleinen Ortschaften haben so die Möglichkeit, sich mit wenig Aufwand zu präsentieren", sagt er. Positiver Nebeneffekt: Informationstafeln in großer Anzahl oder mit Unmengen an Material sind in der digitalen Zukunft, in der Wissenswertes überall schnell verfügbar sein wird, entbehrlich. Bis es allerdings so weit ist, muss überall auf dem Land auch eine flächendeckende Internetverbindung verfügbar sein. Veikko Jungbluth ist zuversichtlich, dass die Versorgung sich verbessern wird.

Der Wriezener Ortsteil Haselberg soll nicht die einzige Gemeinde bleiben, die auf dem mobilen Telefon verfügbar ist. Veiko Jungbluth ist bereits in Kontakt zur Wriezener Stadtchronistin Regina Müller, und auch andere Ortsteile und Nachbargemeinden haben Interesse bekundet. "Wir wollen das gesamte Oderbruch einbinden. Aber wir brauchen Informationen und Bildmaterial, um die Inhalte anschaulich zu gestalten", ruft Jungbluth die Einwohner und Ortschronisten zum Mitmachen auf. Geld verdienen will er damit übrigens nicht, sondern lediglich helfen, die Region aus der Sicht der Urlauber erlebbar zu machen. Zukünftig könnte er sich vorstellen, dass in den Orten die Inhalte der App auf dem aktuellen Stand gehalten werden.

Kontakt: Telefon 030 67819918; Weg zur App: zunächst Browser-App "Wikitude" herunterladen, unter Suchmenü "veikkos-archiv" als Favorit speichern

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