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Teilberäumung des Recyclinghofs in Blumenhagen beginnt / Problem seit über zehn Jahren

Erste Giftmüllfässer abtransportiert

Auf dem Blumenhagener Recyclinghof hat nach jahrelangem Stillstand die Teilberäumung der Anlage begonnen.
Auf dem Blumenhagener Recyclinghof hat nach jahrelangem Stillstand die Teilberäumung der Anlage begonnen. © Foto: Stefan Csévi
Maria Ugoljew / 01.08.2013, 08:00 Uhr
Blumenhagen (MOZ) Seit über zehn Jahren verrottet auf einer Mülldeponie in Blumenhagen der Abfall einer insolvent gegangenen Recyclingfirma. Doch damit könnte in naher Zukunft Schluss sein: In dieser Woche begann eine Teilberäumung der Anlage am Lauseberg.

Vier Männer in weißer und blauer Schutzbekleidung, mit Handschuhen und Stahlkappenschuhen sind seit 7 Uhr auf den Beinen, um auf der Mülldeponie in Blumenhagen die Abfälle zu beseitigen, die die Recyclingfirma Inter Oeko GmbH nach ihrer Insolvenz vor mehr als zehn Jahren dem Ort hinterlassen hat. 90 Tonnen Elektroschrott und 30 Tonnen Fässer mit Öl und wässrigen Lösungen werden bis Ende Oktober in den Endanlagen der Firma Märkische Entsorgungsanlage Betriebsgesellschaft mbH in Schöneiche und Mittenwalde entsorgt. Das ist jedoch erst der Anfang. Bis das Gelände gänzlich vom Müll befreit worden ist, wird es eine Weile dauern. "Das ist eine Teilberäumung", betont Jörg Lieske vom Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. Vor allem ginge es darum, die gefährlichen Abfälle bei dieser Aktion zu beseitigen. Wie gefährlich der Müll jedoch ist, möchte er nicht sagen. Nur so viel: Es gäbe keinen Grund zur Panik.

Der Chemiker Michael Jeschke kontrolliert die sachgemäße Entsorgung des Sonderabfalls vor Ort: Der Elektroschrott wird erst in Spezialcontainern verpackt, bevor ihn Lkws abtransportieren. Von den Flüssigkeiten, die in den verrosteten Fässern lagern, wurden Proben genommen, um sie im Labor untersuchen zu lassen. Denn keiner weiß, was sich in den Behältern befindet. "Wenn man das Falsche zusammen kippt, kann es ganz schön heiß werden", erklärt Michael Jeschke die ungewollten chemischen Reaktionen. "Außerdem muss man auch in den Endanlagen bei der Entsorgung wissen, was da drin ist", sagt der Chemiker. Weiße Markierungen zeigen, welche Fässer schon untersucht worden sind und damit in Spezialbehälter für den Transport umgepumpt werden können.

Um die 100000 Euro kostet die Teilberäumung das Land Brandenburg. In kleinen Schritten wird sie verlaufen. Heute wird die erste dreitägige Aktion erst einmal beendet. Sobald der Abfall in den Anlagen vernichtet worden ist, beginnt die zweite Runde.

Die vergangene teilweise Beräumung des Gebiets liegt zehn Jahre zurück. Ein Großbrand auf der Müllkippe war damals ausschlaggebend und die entdeckten Quecksilberspuren. "Eine Gefahr geht besonders dann aus, wenn es brennt", sagt Michael Jeschke. Deshalb sei es auch so wichtig, die Fässer zuerst zu entsorgen.

Seit 2003 geschah dann nichts mehr - vielmehr begann ein jahrelanges Kompetenzgerangel von Kreis und Land, wer für solche Altlasten zuständig ist. Die Betreiber eines Konsums in Blumenhagen sind froh, dass die Räumung nun endlich beginnt. Angst haben sie vor dem Müll nicht. Sie wohnen am anderen Ende des Ortes.

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