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Ravindra Gujjula lud zum Kaffeegespräch / Vor allem Bundestags- und Landratskandidaten ergriffen das Wort

"Man lebt sehr sicher in MOL"

Detlef Klementz / 01.08.2013, 20:08 Uhr
Strausberg (MOZ) "Wie sicher leben wir in Märkisch-Oderland?" lautete das Thema in der Reihe Kaffeegespräch, die Ravindra Gujjula einst initiierte. Am Mittwoch hatte der Altlandsberger SPD-Kreistagsabgeordnete mit Strausbergs Bürgermeisterin Elke Stadeler (parteilos) ins Restaurant "Zur Fähre" eingeladen.

Die Bundestags- und Landratswahlen am 22. September werfen ihre Schatten voraus. Gleich zwei Bundestags- und vier Landratskandidaten nutzten die Gelegenheit, sich vor den mehr als 30 Besuchern und Medienvertretern zur inneren Sicherheit zu äußern.

Eingangs gab Polizeidirektor Sven Brandau einen kurzen Überblick über die neue Struktur nach der Polizeireform sowie über die Unfall- und Kriminalitätsstatistik. Wie der Leiter der Polizeiinspektion Märkisch-Oderland mitteilte, spielten nach wie vor Diebstähle aus Einfamilienhäusern eine große Rolle. Im ersten Halbjahr 2013 wurden bereits 253 solcher Straftaten registriert, im gesamten Vorjahr waren es 463. Zwei von drei solcher Delikte finden in der S 5-Region statt. Trotz mancher Defizite zog Brandau das Fazit: "Man lebt sehr sicher in MOL."

Landrat Gernot Schmidt (SPD) wollte dem nicht widersprechen. Er erinnerte an 1766 Stellen, die seit 2002 in Brandenburg im Polizeidienst verloren gingen. Schmidt, der wieder kandidiert, warnte davor, "immer mehr Aufgaben an die Bürger und Kommunen zu delegieren". Auch die Freiwilligen Feuerwehren seien an der Grenze ihrer Leistungskraft angelegt. Nötig seien neue Überlegungen im Zusammenhang mit dem Ehrenamt.

Das sieht die Stadtverordnete Sibylle Bock (SPD) ganz ähnlich. Bei allem Lob für den großen Einsatz von Polizei und Feuerwehr monierte sie aber, dass die S-Bahnhöfe nachts nicht bewacht sind. Die Rechtsanwältin berichtete von Mandanten, die dort zusammengeschlagen wurden. Es sei nicht hinzunehmen, dass die Opfer oft keine Hilfe erhielten, während die Täter dank Eltern mit Geld ungeschoren davonkämen.

Daniel Tzschentke knüpfte hier an. Der Landratskandidat der Piratenpartei findet es "gefährlich", mit der S-Bahn von seinem Heimatort Fredersdorf nach Berlin zu fahren. Er habe oft schon erlebt, wie Menschen in der S-Bahn angegriffen wurden, berichtete der Musiker und befand: "So sicher wie dargestellt, ist es hier nicht."

Nach Ansicht des Kreistagsabgeordneten Ronny Kelm werden Sicherheitsaspekte beim Bau gewichtiger Objekte sehr unterschiedlich umgesetzt. Als gutes Beispiel nennt er "die klar und offen gestaltete Unterführung des S-Bahnhofs Neuenhagen", als Schlechtes den "verwinkelten Bahnhof Petershagen".

Das Stichwort "Mangelwirtschaft" stellte Christel Focken aus Wegendorf in den Raum. Die Einzelkandidatin für den Bundestag kritisierte u. a., dass lieber Tempo-70-Schilder aufgestellt würden, als die Straße zu sanieren. Für die Graffiti-Problematik, die der Polizeichef kurz angerissen hatte, sah sie die "Perspektivlosigkeit der Jugend" als Ursache. Das wollten allerdings weder der Landrat noch die Landtagsabgeordnete Jutta Lieske (SPD) so stehen lassen.

Hartmut Lietsch mahnte, die Kommunen müssten sich gut auf die Zeit vorbereiten, wenn die Polizeireviere mit Öffnungszeiten arbeiteten. Der frühere Frankfurter Polizeipräsident, der sich für die FDP um den Landratsposten bewirbt, findet, der Kreis müsse sich bei politischen Belangen stärker einbringen.

Auch den SPD-Bundestagskandidaten Olaf Mangold und den Landratsmitbewerber Bernd Sachse (Linke) hielt es nicht die ganze Zeit auf den Sitzen. Mangold findet das von Brandau angesprochene gemeinsame Agieren von Polizei, Bundespolizei und Zoll angesichts weniger Stellen als "sehr gut". Sachse warnte vor sozialen Brennpunkten in den Städten und hörte von Landrat und Bürgermeisterin, man sei da seit Jahren im Gespräch.

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