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Dank EU-Förderung kann Reichenwalde viele Projekte im ländlichen Raum umsetzen / Ein Beispiel ist die Straße zum Milchhof

Asphalt-Wege statt Schlagloch-Pisten in Reichenwalde

Manja Wilde / 04.08.2013, 07:02 Uhr
Reichenwalde (MOZ) Das neue Bettenhaus für die Hoffnungsthaler Stiftung Lobetal, der Umbau des "Schlösschens" und Wege konnten in Reichenwalde mit EU-Geld realisiert werden. Bürgermeister Heinz Döbler freut sich: "Dafür hätten wir sonst Jahrzehnte gebraucht."

Hinter den Häusern von Reichenwalde zieht sich ein glattes, graues Band durch die Landschaft. Mit rund 170 000 Euro hat das Amt Scharmützelsee die Zufahrtsstraße zum Milchhof Zwiebler ausgebaut. Knapp 125 000 Euro stammen aus dem Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung im ländlichen Raum (ELER). "Vorher war das nur ein öffentlicher Feldweg, mit Klappersteinen, Loch an Loch", erinnert sich Frank Zwiebler. Das Milchauto, das jede zweite Nacht kommt, muss dort lang. Die 4000 Liter Gülle, die als Wirtschaftsdünger transportiert werden, ebenfalls. Er ist froh über den neuen Weg, auch wenn er ruhig etwas breiter hätte sein können.

"Jetzt ist es schon leiser, und der Staub und Dreck sind weniger geworden", sagt Manfred Kastner, der in der Nähe wohnt. "Erst sind die Anlieger dagegen Sturm gelaufen, weil sie dachten, dass sie Unsummen zuzahlen müssen oder lieber eine andere Straße erneuert bekommen hätten", erinnert sich Zwiebler. Dabei schulterte er rund die Hälfte der Anliegerbeiträge allein. Zudem sei die Förderung an einen Landwirtschaftsweg gebunden gewesen. Nun profitieren auch die Firmen, die sich auf dem Gelände der ehemaligen LPG, am Ende der Straße angesiedelt haben, von der neuen Zufahrt. "Jetzt sind alle zufrieden" sagt Ortsvorsteher Mike Hemm. "Die Zuzahlung sei gar nicht so dramatisch gewesen. "Ich musste 350 Euro zahlen und habe ein großes Grundstück", so Hemm.

Der "Milchweg", der seit einem Jahr offiziell "Hellegrund" heißt, ist nicht das einzige Projekt, das in Reichenwalde mit EU-Förderung gebaut werden konnte. Bürgermeister Heinz Döbler erinnert an das neue Bettenhaus und den Umbau des alten Gutshauses der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal. Der Umbau des Gutshauses wurde mit 200 000 Euro gefördert, berichtet das Landwirtschaftsministeriums. 2012 erfolgte der Bau des Weges von Marienhöhe über Neu Reichenwalde nach Kolpin. Und gerade laufe die Ausschreibung für zwei neue Wege in Neu Reichenwalde über den ländlichen Wegebau, sagt Heinz Döbler. Das geschieht im Rahmen des Boden-Neuordnungsverfahrens. "Hier übernimmt die Gemeinde sogar die Eigenanteile der Anlieger", betont Döbler.

Für ihn ist die Arbeit mit EU-Fördergeld ein "bewährter Weg". Ansonsten "würden wir für manches Jahrzehnte brauchen". Immerhin sei Reichenwalde eine Gemeinde mit drei Ortsteilen aber nur 1150 Einwohnern.

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