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Für einige Pendler und Urlauber enden und beginnen Zugfahrten in Frankfurts Westen

Start und Ziel Rosengarten

Einstieg Richtung Berlin: Einige Reisende kennen den Bahnhof Frankfurt-Rosengarten nur, weil hier, je nach Fahrtziel, der Handyempfang aufhört oder anfängt.
Einstieg Richtung Berlin: Einige Reisende kennen den Bahnhof Frankfurt-Rosengarten nur, weil hier, je nach Fahrtziel, der Handyempfang aufhört oder anfängt. © Foto: Martin Stralau
Martin Stralau / 06.08.2013, 07:05 Uhr
Rosengarten (MOZ) "Rosengarten ist der Ort in Richtung Frankfurt, ab dem das Handy wieder dauerhaft Empfang hat", scherzt Michael Schulz. Er nutzt den Bahnhof im Frankfurter Westen dreimal pro Woche, um nach Berlin zu pendeln. Den Satz mit dem Handy habe er von anderen Fahrgästen schon öfter gehört. Vor allem von solchen, die sich immer darüber wundern, wer hier ein- und aussteige, erzählt Schulz, der noch nicht lange in Frankfurt wohnt und mit seinem Fahrrad mal wieder auf den letzten Drücker am Bahnsteig in Rosengarten angekommen ist. "Aber die Bahn kommt ja auch nicht immer pünktlich", lacht er. Nach Berlin pendele er nicht nur der Arbeit wegen, sondern auch, weil dort seine Freundin wohne.

Viele Frankfurter aus den westlich und südwestlich gelegenen Ortsteilen nutzen den Bahnhof Rosengarten, weil er für sie am nächsten liegt. Carolin Hielscher aus Lichtenberg fährt von hier nach Eberswalde, wo sie an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung gerade ihren Bachelor im Fachbereich Landschaftsnutzung und Naturschutz abgeschlossen hat. "Bis zum Bahnhof Frankfurt würde ich 30 Minuten brauchen, nach Rosengarten ist es die Hälfte", erzählt Hielscher, die mit ihrem Semesterticket quer durch Brandenburg fahren kann und öfter mal nach Frankfurt pendelt, wenn sie, so wie jetzt, gerade Semesterferien hat.

Etwas wehmütig steht Ulrike Pieper aus Rosengarten am Bahnhof. Sie hat gerade ihre 15-jährige Enkelin in den Zug gesetzt, die zwei Wochen zu Besuch war. "Sie wohnt in der Nähe von Oldenburg und kommt jedes Jahr in den Sommerferien", erzählt Pieper. Sie ist froh, den Bahnhof in der Nähe zu haben. "Ohne den sähen wir hier ganz schön alt aus." In den vergangenen Jahren habe sie ihre Enkeltochter immer mit dem Auto aus Niedersachsen abgeholt und wieder dorthin zurückgebracht. "Das war mir diesmal aber zu viel, außerdem ist sie ja jetzt auch alt genug, um Zug zu fahren", freut sich Pieper über die problemlose An- und Abreise. Einmal im Jahr fahre sie von hier aus auch zum Treffen mit ihren Geschwistern bei Kassel. "Die gute Anbindung des Ortes war damals auch ein Grund, nach Rosengarten zu ziehen", sagt Pieper, die einst aus Berlin nach Frankfurt kam.

Detlef Malzahn von den Eisenbahnfreunden Frankfurt, der am Rosengartener Bahnhof gerade überall kleine Zettel anklebt, um für das Bahnhofsfest am großen Frankfurter Bahnhof Ende August zu werben, kennt den Haltepunkt in Rosengarten von früher. Als Bezirksleiter war er für alle Stellwerke im Umkreis von 30 Kilometern zuständig. "Das am Rosengartener Bahnhof gehörte auch dazu", sagt Malzahn. Heute wird die Strecke von Berlin-Pankow aus ferngesteuert.

So ist auch gewährleistet, dass Ingrid Hoffmann aus Hohenwalde in Berlin ankommt, wo ihr Zug nach Köln wartet. "Ich besuche dort meine Familie. Den Bahnhof Rosengarten nutze ich dafür genau einmal im Jahr", erzählt Hoffmann. Gebracht habe sie die Schwiegertochter mit dem Auto. "Der Bahnhof liegt für uns sehr günstig", sagt Hoffmann.

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Rolli 06.08.2013 - 20:15:11

Leider nicht behindertengerecht

Als Rollifahrer, mit dem Kinderwagen oder schon mit einem schweren Koffer wird es auf dem Rosengartener Bahnhof schwierig, bzw, ist er gar nicht nutzbar.

Bernd K. 06.08.2013 - 16:49:17

Hier könnte die Stadt einfach mal munter werden.

Es ist sehr deutlich festzustellen, dass der Bahnhof Rosengarten immer beliebter wird. Nicht nur bei den Einwohnern der Ortsteile, sondern auch bei Müllrosern usw. Ein echtes Problem sind die Chaoten, die in unregelmäßgen Abständen den Bahnhof oder eben auch die geparkten Autos heimsuchen. Es sind schon mehrere Autos geradezu zerstört worden, der Bahnhof wird immer wieder mal verwüstet, das Wetterschutzhäuschen besteht nur noch aus Blech usw. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es dazu keinerlei Täterhinweise geben soll. Allein die überall sichtbaren 234-Schmierereien (auch im Umfeld) sollten doch schon irgendwie zu den Tätern führen. Hat sich die (für den Bahnhof zuständige) Bundespolizei mit der (für den Heideweg zuständigen) Landespolizei ausgetauscht? Auch die Stadt darf sich gern ein paar Gedanken machen, wie dort eine P+R - Lösung entstehen könnte. In anderen Orten entlang der Strecke nach Berlin hat sich da schon eine ganze Menge getan.

Frank F. 06.08.2013 - 09:37:45

Und was ist mit den Parkplätzen?

Schöner Artikel, in dem leider vergessen wurde, auch mal auf die negativen Seiten wie die zu geringe Anzahl an Parkmöglichkeiten für Pendler oder den zunehmenden Vandalismus gegen notdürftig am Friedhof geparkte Autos einzugehen.

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