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Ministerpräsident Matthias Platzeck besucht "Tag der Helfer"

Löschmäuse geben ihren Einstand

Renate Meliß / 11.08.2013, 20:34 Uhr
Biesenthal (Renate Meliß) Beim "Tag der Helfer" stellen sich in Biesenthal jedes Jahr Institutionen vor, die Menschen in Notlagen zur Hilfe kommen. Diesmal gab es hochrangigen Besuch. Noch-Ministerpräsident Matthias Platzeck hatte sein Kommen zugesagt.

Gegen 14 Uhr stieg die Spannung merklich auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr in Biesenthal. Hoher Besuch war angesagt: Ministerpräsident Matthias Platzeck sollte auf seiner Rundreise auch zum Tag der Helfer kommen.

"Früher ist dieser Tag durch das Land gefördert worden. So hatten wir wieder Kontakt mit der Staatskanzlei aufgenommen und dieses Mal wollte Platzeck - sozusagen auf seiner Abschiedsrunde - auch uns einmal besuchen kommen", informiert Amtswehrführer Horst Feldhahn über das Zustandekommen des Staatsbesuches. Vor allem aber sollte die Kinderfeuerwehrgruppe "Die Löschmäuse" durch den Ministerpräsidenten "aus der Taufe" gehoben werden.

Die 15 Biesenthaler Kids im Alter von drei bis sieben Jahren, aus Kita und der ersten Klasse der Grundschule am Pfefferberg, warteten denn auch schon sehr nervös auf ihren Auftritt.

Endlich war es soweit. Gemeinsam mit den Erzieherinnen Elke Wünsch und Lisa Weigner machten sie sich auf den Weg zur Bühne - nicht ohne ihre mit viel Liebe fürs Detail gebastelten Feuerwehr- und Polizei-Pappautos. Mit Freude wurden sie von Matthias Platzek, dem Amtswehrführer als auch Ortswehrführer Rainer Strempel empfangen. Jener hatte zuvor gerade einen großen Blumenstrauß aus Anlass seines Geburtstages von Platzeck entgegengenommen. Nachdem sie ein Ständchen gesungen hatten, gab es niedliche dunkelblaue T-Shirts und Basecaps für alle. Dann machte sich der Ministerpräsident auf, um ein "Bad in der Menge" zu nehmen, sprach mit Sponsoren, Einwohnern, Kameraden, Besuchern.

Schon um 11 Uhr vormittags hatte der diesjährige Tag der Helfer mit zahlreichen Aktionen begonnen. Vor Ort waren neben den Mitgliedern der Feuerwehr auch das Technische Hilfswerk (THW), die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Barnim sowie Polizei, Verkehrswacht, der Rettungsdienst, die Johanniter sowie die Wehren aus dem gesamten Amt Biesenthal Barnim. Ebenso vertreten auch Firmen, die den Hilfskräften verbunden sind und ihre Angebote wie Funk- und Alarmierungstechniken oder Rauchmelder vorstellten.

Mit Vorführungen der Schultanzgruppe, des Rettungsdienstes zu Erste-Hilfe-Maßnahmen, eindrucksvollen Demos der Verkehrswacht zum Bremsverhalten in verschiedenen Extrem- und wetterbedingten Situationen sowie simulierten Verkehrsunfällen und Brandlöschübungen der Jugendfeuerwehr, hatten sich die Besucher bereits am Vormittag ein umfangreiches Bild vom Helfertag machen können.

"So ein hochrangiger Besuch wertet unsere Veranstaltung natürlich auf", so Horst Feldhahn. "Was wäre das Land ohne Feuerwehren, THW oder die anderen Hilfsorganisationen", meinte Ministerpräsident Platzeck, der sich bei den Einsatzkräften bedankte, die in den vergangenen Wochen beim Hochwassereinsatz in der Prignitz waren. "Doch das Wichtigste ist der Nachwuchs. Wenn Rettungs- und Hilfsdienste funktionieren sollen, muss der Nachwuchs heran gezogen werden."

Wie wird das Land zudem künftig die Kameraden der Freiwilligen Wehr unterstützen können? Hier erklärte Platzeck, dass vor allem eine gute technische Ausrüstung wichtig sei, um junge Leute auch für die Technik bei der Wehr oder anderen Hilfsorganisationen begeistern zu können. "Wir werden uns in den kommenden 15 Jahren etwas einfallen lassen müssen. Und das womöglich auch mit leichtem Zwang, der durchaus seine Berechtigung hat. Nur wer vor Ort arbeitet, ist im Notfall schnell einsatzbereit - und wen die öffentliche Hand einstellt, sollte von Anbeginn auch bereit sein über eine Mitgliedschaft in der Feuerwehr nachdenken", weist Platzeck auf künftige Arbeitsplätze hin.

Feuerwehrarbeit sei Überzeugungssache, habe Ausstrahlung auf die Familie, ergänzt der Ortswehrführer. Deshalb sei ein solcher Helfertag auch dazu angetan, sich zu informieren. Schließlich wisse längst nicht jeder, wie eigentlich THW und DLRG arbeiten. Mit großem Interesse war der Ministerpräsident dann auch bei den einzelnen Stationen, wie der Hundestaffel der DLRG Barnim, fragte nach Beweggründen für die Mitgliedschaft im THW und schaute sich die Vorführungen eines Fettbrandes in einer Demo-Küche an.

Für die "Löschmäuse" werden noch Betreuer gesucht. Wer Interesse hat, sollte sich bei der Biesenthaler Wehr melden.

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