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CDU auf Sommertour in Fredersdorf-Vogelsdorf / Für den Ostbahn-Haltepunkt Obersdorf wird noch Potenzial gesehen

"Zu mehr als Löcher zuzuschmieren, reicht's nicht"

Margrit Höfer und Gabriele Rata / 13.08.2013, 07:21 Uhr
Fredersdorf-Vogelsdorf/Obersdorf (MOZ) Die CDU-Landtagsfraktion war Montag innerhalb ihrer Sommertour in MOL unterwegs. Über ein Sorgenkind in Fredersdorf-Vogelsdorf - die L 30 - machten sich Parlamentarischer Geschäftsführer Ingo Senftleben und der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Rainer Genilke vor Ort ein Bild. Mit dabei war Bundestagabgeordneter Hans-Georg von der Marwitz.

Die Verständigung fiel schwer, denn jeder Lkw, der auf der völlig kaputten Landstraße vorbeifuhr, rumpelte extrem laut. Bürgermeister Uwe Klett (Linke) versuchte dennoch, das Ärgernis zu umreißen. Er berichtete von einer fertigen Planung, für deren Umsetzung das Geld fehlt. Von Schulkindern, die eigentlich diese Straße als Radweg nutzen müssten. Und der Nachfrage beim Landrat, ob man diese L 30 zu einer Kreisstraße umwidmen könne. Denn laut Minister Jörg Vogelsänger (SPD) gebe es dann 90 Prozent der Kosten für die Instandsetzung. Rainer Genilke erinnerte, dass die Landesregierung die Straßenbaumittel von 90 auf 17 Millionen Euro zusammengestrichen hat. "Zu mehr als Löcher zuzuschmieren, wird das Geld nicht reichen. Wir dürfen aber nicht einfach unsere Infrastruktur so vergammeln lassen", betonte er. Peter Bergner von der Bürgerinitiative kritisierte, dass preußische Tugenden wie Treu und Glauben mit Füßen getreten würden. Genilke und Senftleben versprachen, dass ihre Fraktion eine Anfrage stellen und die Antwort in spätestens acht Wochen im Ort bekanntgeben werde.

Von der Straße begab sich der CDU-Tross in den Regionalzug von Strausberg zum Müncheberger Ortsteil Obersdorf, wo der Bahnhaltepunkt vakant ist. Anhand des erst im Frühsommer fertig installierten touristischen Leitsystems an Bahnhöfen der Ostbahn konnten die CDU-Fraktionsmitglieder gut eingestimmt auf die Kurztour mit der Ostbahn gehen. "Wir haben nicht nur Fahrt und Komfort der Niederbarnimer Eisenbahn genossen", sagte Ingo Senftleben, "wir hörten auch von 20 Prozent mehr Fahrgästen in den vergangenen Jahren auf der Strecke." Untermauert wurde das aus anderer Sicht durch Obersdorfs Ortsvorsteher Dieter Behrendt. Kein Wohnungsleerstand im Ort, Zuzug aus Berlin und dessen Randgebieten setzen deutliche Signale, den Bahnstopp weiter zu sichern.

Die zahlreich anwesenden Vertreter der eigens dazu gebildeten Bürgerinitiative setzten die CDU-Vertreter zudem über ihre Beweggründe und Aktivitäten in Kenntnis, die Notwendigkeit des Schülerverkehrs ebenso betreffend wie die Erschließung der Orte im Hinterland.

Dank detaillierter Informationen und Gespräche sieht sich der im Verkehrsausschuss des Landes agierende Rainer Genilke nun auch in die Lage versetzt, in dieser Sache energischer nachzuhaken. "Wir werden auf verlässliche Fahrgastzahlen drängen", sagte er der MOZ, denn die Angaben von Deutscher Bahn und aus dem Ort deckten sich nicht. Außerdem könne nicht willkürlich an Zahlen festgehalten werden, wenn der Bahnhof eine wesentliche Umlandfunktion erfülle.

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Oderländer 13.08.2013 - 12:13:12

Straßenbaudilemma

Die schon lange ausstehende Straßenerneuerung der L30 in Fredersdorf wird von Politikern aller Koleur bequem mit dem Argument des fehlenden Geldes abgetan. Doch was ist zB. mit der jahrelangen Investruine "Ortsumgehungsstraße Herzfelde"? Dort verschimmelt förmlich das ach so fehlende Geld. Dazu kommt der nötige Pflegeaufwand für diese tote Straße, damit sie nicht von der Natur zurückerobert wird. Eine gut ausgebaute, durchgehende Fahradtrasse von Berlin bis zum Oderbruch gibt es ebenfalls bis heute nicht - wahrscheinlich muß bis dahin erst das letzte Dorf seinen Fahradweg bekommen... Und die gut erhaltene Asphaltpiste nahe der polnischen Grenze wird wahrscheinlich zum x-tenmal mit einer neuen Deckschicht überzogen, denn das Geld muß vor Jahresfrist schließlich weg. Meine Damen und Herren Wahlkämpfer, was sagen Sie nun dazu?

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