Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

150. Geburtstag der IHK und 120 Jahre Strausberger Eisenbahn gemeinsam gefeiert

Bahn kurbelt Wirtschaft an

Groß und klein: Im Depot standen die neue Straßenbahn und gleich daneben eine Modellanlage des Eggersdorfer Gartenbahn-Vereins. Beiden wurde von Hunderten Besuchern viel Aufmerksamkeit gezollt.
Groß und klein: Im Depot standen die neue Straßenbahn und gleich daneben eine Modellanlage des Eggersdorfer Gartenbahn-Vereins. Beiden wurde von Hunderten Besuchern viel Aufmerksamkeit gezollt. © Foto: MOZ Gerd Markert
Uwe Spranger / 18.08.2013, 19:10 Uhr - Aktualisiert 19.08.2013, 10:58
Strausberg (MOZ) Eingebettet in das Jubiläum 120 Jahre Strausberger Eisenbahn (STE) hat am Sonnabend die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg ihren 150. Geburtstag gefeiert. Bei einer Podiumsdiskussion im Straßenbahndepot wurde klar, dass Jugendliche gute Chancen in der Region haben.

Frank Wruck, Vizepräsident der IHK Ostbrandenburg, nannte zwei Gründe, warum die Feiern von IHK und STE zusammengehören: So sei Infrastruktur wie die Bahn eine Grundlage für wirtschaftliche Entwicklung, zum anderen setze sich die IHK für gute Infrastruktur als Standortfaktor ein.

"Ohne die Entwicklung an der Strecke wären wir vielleicht nur ein kleines Städtchen", vermutete Bürgermeisterin Elke Stadeler und dankte Strausbergs "Altvorderen", die Mut und Weitsicht gehabt hätten, die Anschlussstrecke zur Ostbahn zu bauen. Sie verwies zugleich auf die Kommunalpolitiker der Gegenwart und das Team von Straßenbahn und Stadtwerke, die "gut laufen" müssten, "damit wir uns das leisten können", sagte sie.

150 Jahre IHK-Ostbrandenburg. Gesprächsrunde im Straßenbahndepot.
Bilderstrecke

120 Jahre Strausberger Eisenbahn

Bilderstrecke öffnen

Wruck erinnerte in einem "Zeitraffer" durch 150 Jahre Wirtschaftsgeschichte auch daran, dass die IHK schon zehn Jahre nach ihrer Gründung 1863 der ersten Krise entgegengesehen habe, ausgelöst durch eine Immobilienblase nach Spekulationen. Zugleich nannte er Beispiele für eine positive Entwicklung im Zusammenhang mit neuen Verkehrswegen: die Galopprennbahn Hoppegarten oder die Filmstadt Rüdersdorf/Woltersdorf.

Gastgeber Andreas Gagel, Chef der STE, beleuchtete den Aufschwung Strausbergs mit der Ostbahn und seinem Unternehmen, stellte Entwicklungsschritte der STE vor wie die Elektrifizierung 1921 oder später die Ansiedlung von Betrieben an der Güterstrecke.

Bei einer Podiumsdiskussion wurden Chancen von Jugendlichen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt erörtert. Laut Iljana Salewski von der Arbeitsagentur gibt es allein in Strausberg derzeit 150 offene Ausbildungsplätze. Bis Anfang September würden alle Bewerber untergebracht, sofern sie zum Angebot passen, glaubt sie. Schon jetzt sei man unterwegs, um Jugendliche "abzuholen", biete zum Beispiel Busfahrten zu Unternehmen an. Branchen mit unattraktiven Arbeitszeiten seien nicht mehr so nachgefragt, so Hotel- und Gaststätten- oder Reinigungsgewerbe, ergänzte Michael Völker von der IHK. Auch die Bezahlung spiele eine Rolle, wenngleich nicht die entscheidende.

Für die Sparkasse MOL stellte Personalleiter Jochen Niewald klar, dass man das Anspruchsniveau nicht runterschrauben werde. Vielmehr werde man die Zahl der Auszubildenden verringern, kündigte er an.

Volker Thierschmann, Ausbildungschef bei der Cemex Ostzement GmbH, berichtete, dass mittlerweile der Anteil seiner Azubi aus der Region sinke, dafür mehr junge Leute aus Berlin die Angebote wahrnehmen. Man gehe heute auch auf Ältere bis 35 zu, sogenannte "Spätstarter", ergänzte Iljana Salewski. Vertreter vom Oberstufenzentrum MOL sahen die Jugendlichen dort motiviert und Handlungsbedarf eher in den Oberschulen.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde Klaus Stieger, Hobbyhistoriker aus Müncheberg, geehrt, weil er das älteste Dokument aus der hiesigen Wirtschaftsgeschichte vorgelegt hatte, einen Lehrbrief aus dem Jahr 1792. Er hatte sogar noch einen älteren mit, der von 1772 stammt.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG