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Fazit nach 31 Tagen veganer Ernährung: Extrem viel über Lebensmittel gelernt

Grundsatzdiskussionen erfordern "dickes Fell"

Vegan und lecker: Die Rotkohlbratlinge werden jetzt häufiger auf dem Speiseplan stehen.
Vegan und lecker: Die Rotkohlbratlinge werden jetzt häufiger auf dem Speiseplan stehen. © Foto: MOZ
Karoline Kusebauch / 19.08.2013, 15:24 Uhr
Bernau (MOZ) Nach viereinhalb Wochen oder 31 Tagen ist mein Projekt, mich ausschließlich vegan zu ernähren, beendet. Auf dem Speiseplan hat es mir trotz des Verzichts auf tierische Produkte an nichts gefehlt. Mich durch die ganzen Rezepte zu probieren, war sogar spannend, denn fast jeden Tag wollten neue Zutaten, Geschmäcker und Konsistenzen entdeckt werden.

Da die rein pflanzliche Ernährung sehr gesund ist, hatte ich mir ein positiveres Körpergefühl erhofft. In Erfahrungsberichten las ich von mehr Energie, reinerer Haut und der Eindämmung von Allergien. Eine körperliche Veränderung konnte ich bei mir bisher nicht feststellen. Vielleicht bedarf es dafür mehr Zeit, bevor sich in diese Richtung etwas tut.

Am schwierigsten war für mich die soziale Komponente. Natürlich möchten die Leute wissen, warum man gerade dies und das nicht isst. Wenn der Veganismus zur Sprache kommt, sind die wenigsten interessiert und offen. Viele Menschen fühlen sich angegriffen und rechtfertigen ihren Fleischkonsum sofort. Manche meinen sogar, meine Entscheidung kommentieren und mir hineinreden zu müssen.

Irgendwann hatte ich keine Lust mehr auf die ewig gleichen Grundsatzdiskussionen, bei denen es zu keiner Lösung kommt, sodass ich manchmal andere Gründe, wie Lebensmittelunverträglichkeiten, vorschob. Als Veganer muss man sich ein dickes Fell zulegen und über befremdliche Kommentare anderer stehen. Rückblickend stelle ich fest, dass ich noch nie derart oft über mein Essen reden und diskutieren musste.

Wie geht es weiter? Ich möchte mich zu Hause weiterhin vegan ernähren. Ich lerne extrem viel über Lebensmittel dazu. Es schmeckt mir ausgezeichnet, es macht mir Spaß, ich bin gesund. Und es gibt noch eine Masse an Rezepten, die ich unbedingt ausprobieren möchte.

Eine Ausnahme werde ich machen. Wenn ich irgendwo zu Besuch bin oder im Restaurant esse und es keine vegane Alternative für mich gibt, würde ich auf vegetarische Kost zurückgreifen. Ich möchte niemanden zwingen, für mich extra etwas zuzubereiten, da es für jemanden, der sich damit noch gar nicht auseinandergesetzt hat, schwierig sein kann, vegan zu kochen. Das mag inkonsequent erscheinen, ist aber ein Weg, den ich mit meinem Gewissen, den Tieren in der Massentierhaltung und der Umwelt gegenüber vereinbaren kann, ohne etwas von meiner Lebensqualität einzubüßen.

Insgeheim erhoffe ich mir, dass der Veganismus irgendwann sogar so weit verbreitet ist, dass ich auf diese Notlösung nicht mehr zurückgreifen muss. Denn die Anzahl der Veganer steigt. Folglich gibt es immer mehr vegane Produkte und Läden. Und wer weiß, möglicherweise gehört es irgendwann sogar zum guten Ton, mindestens ein veganes Gericht auf die Speisekarte zu setzen.

Ob als würzige Komponente zu Kartoffelbrei und Mischgemüse, beim leichten Abendessen zu Salat oder als kleiner Snack für unterwegs - Rotkohlbratlinge sind vielfältig einsetzbar und schnell gemacht.

Zutaten:

1 Glas Rotkohl (650 Gramm Abtropfgewicht); Haferflocken; 1 TL Speisestärke;

Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Gewürze nach Belieben;

Paniermehl

Zubereitung:

Zunächst den Rotkohl abtropfen lassen und die Flüssigkeit gut ausdrücken. In einer Schüssel werden anschließend Rotkohl, Speisestärke, Gewürze sowie Haferflocken gut vermischt. Vorerst sollte eine Tasse Haferflocken genommen werden. Schrittweise mehr und mehr hinzugeben, bis die richtige Konsistenz erreicht ist. Wichtig ist, dass die so entstandene Teigmasse gut zusammenhält. Wenn dies nicht der Fall ist, vorsichtig mehr Haferflocken dazugeben.

Anschließend die Masse zu flachen Bratlingen formen und in Paniermehl wälzen, bevor sie in viel Öl in der Pfanne von beiden Seiten knusprig angebraten wird. Nach einigen Minuten sind die Rotkohlbratlinge auch schon bereit zum Verzehr.

Guten Appetit!

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Antonietta Tumminello 11.09.2013 - 19:42:01

Go vegan !!!

Vegan ist eine hauptsächlich ethisch begründete Lebens- und Ernährungsweise, die es ermöglicht, möglichst wenig Tierleid zu verursachen. In der Praxis sieht es so aus, dass der Veganer und die Veganerin sich rein pflanzlich ernähren und tierliche Produkte meiden. Die Produktion von vegetarischen, tierlichen Produkten, Eier, Milch, Wolle, Seide, Daunenfeder, ist in der heutigen üblichen Praxis mit erheblichem Tierleid verbunden.

Sandra 20.08.2013 - 15:08:53

toll

Vielen Dank für den tollen Artikel und schön das Sie dabei bleiben wollen. Ich möchte nur gerne zu bedenken geben, das die öffentliche Akzeptanz für den Veganismus nur dann steigen wird, wenn VeganerInnen offen damit umgehen, dass sie vegan leben. Und NichtveganerInnen werden sicher erst anfangen, über ihr Konsumverhalten nachzudenken, wenn man konsequent dabei ist. Vielleicht gibt es ja auch GastgeberInnen, die froh sind, wegen Ihnen mal was neues ausprobieren zu müssen (hab ich selbst schon erlebt), oder bringt etwas zum essen mit... Ich glaube es ist wichtig. Aber toll, toll. Vegan ist gesund, lecker und gut für die Tiere :)

PIA IRIE MANALJAH 20.08.2013 - 15:02:52

positive information

vielen lieben DANK für diesen hoffnungvollen positiven Erfahrungsbericht über vegan -vegan ist essentiell & NATURGESETZ nach meinem ERFAHRUNGS-&WISSENS/ERKENNTNISTAND seit MAI 2012.....ja, man kann auch bei non veganem Lebensweg hohes ALTER (nach derzeitigem MASSTAB erreichen), aber dies ist immer mit Krankheit verbunden Das geht unter anderem aus der China-Study hervor.. Eine tiefe Ursache dafür ist mir 2012 im Alter von 52 Jahren durch eigene Leiden klargeworden. Gleichzeitig wurden mir die ethischen & ÖKOLOGISCHEN GRÜNDE für vegan, die mir vorher bekannt WAREN & DIE ICH vorher auch schon unterstuetzt "hätte", wenn ich nicht durch Fehlinformation blockiert gewesen wäre. UM FEHLINFORMATION IM KÖRPER, um Viren, geht es bei meinem tiefen Grund für vegan. Das ist der Grund, dass sich nicht sofort ein positives neues KOERPERGEFÜHL herstellt, sondern es gehört, je nach Alter und LEBENSWEG BIS DAHIN,von vor der eigenen Geburt und auch Generationen weit in die Vorfahrenschaft gerechnet.....es ist ein langes und auch anstössiges, bisher offiziell wissenschaftlich nicht anerkanntes, schockierendes und sehr fruchtbares und auch furchtbares Wissen & SEHEN & VERSTEHEN, dass mich zu vegan endlcih GOTT SEI DANK geführt hat.....die von vielen NEU VEGANERN berichteten koerperlichen Symptome sind IMMMUNPROZESSE, bei denen ERKRANKTE ZELLEN, GEWEBE & DEREN PRODUKTE DURCH DIE IMMUNSTIMULIERENDE PFLANZENKOST & durch das vollständige Weglassen krankheitserregender non-veganer Fehl-Ernährungsmittel das Immunsystem die erkankten ZELLEN erkennt und eliminiert, auf allen natuerlichen Wegen. Was sich sofort einstellt ist ein neues positives Verhältnis zu PFLANZEN,Tieren, LEBEN, die geistige Reinigung fängt gleich an, dauert an, und das BISHER noch verbreitete Unverständnis der non veganen Mitmenschen eine gute PRÜFUNG. JE NACH INTENSITÄT & QUALITÄT der veganen Ernährung UND SEHR individuelll aufgrund eigener LEBENSGESCHICHTE-; SITUATION & GENEN unterschiedlich & KANN EINE WEILE dauern, Monate, Jahre ....... Die Immunprozesse kann man durch verschiedene knochenmarksaktivierene, -stimuierende MASSNAHMEN unterstützen, zum Besipiel powerplate, joggen,tanzen (Flamneco!), Yoga, Anwendung von MASSAGEGERÄTEn, grundsätzlich jeder Sport und jedes positive mentale Training, Beten, Meditation. MAN kann aber auch einfach machen was man will, konsequent vegan arbeitet von selbst. Die vegan Definition, die sich in der sehr empfehlenswerten provegan-Broschuere von Dr. med. Ernst Walter Henrich , ist zu beachten: KEIN ZUCKER KEIN HONIG, ich erweitere sie aus meiner persönlichen Erfahrung und Beobachtung auch noch um: GLUTENFREI ich beantworte gerne alle Fragen zu diesem Kommentar per email, denn vegan und warum es gut ist, hat mein LEBEN GERETTET & SO NATUERLICH BEREICHERT. perdonamos@aol.com was in dem artikel sehr schön beschrieben ist: VEGAN IST KEINERLEI EINSCHRÄNKUNG, sonder Erfüllung, es führt einen von selbst weiter & BRINGT viel gutes....

Lola 20.08.2013 - 13:11:25

Grossartig!

Ich habe ja schon viele vegane Experimente gelesen (wobei ich alleine den Begriff total doof finde. Bei den meisten Experimenten dieser Art kommt meist nichts gutes raus... Doch dieser Artikel hat mir gefallen. Vielleicht auch weil man sehen kann dass viel Hoffnung besteht. Ich bin selbst seit über einem Jahr vegan, und es tut mir jeden Tag besser. Über die Körperlichen Veränderungen muss ich sagen, die haben bei mir erst nach fünf oder sechs Monaten so richtig eingesetzt. Gewichtsabnahme, reinere Haut, strafferes Gewebe, sogar schärferen Geruchssinn und eine ganz andere Wahrnehmung der Welt gegenüber konnte ich feststellen. Mal abgesehen davon das Veganer keine Übermenschen werden. Sie frieren, die bekommen Schnupfen, u.s.w. Es sind ja nicht nur Tierische Eiweisse die den Körper krank machen (Auch der Säure-Basen Haushalt im Körper sollte stimmen, u.a.) Das Umstellen auf vegan ist nicht schwer, aber wenn es konsequent eingehalten wird, werden Sie auch im Restaurant und bei Freunden bald keine Milch und Käse mehr essen können. Ich sagte das zu meiner Mutter, die mit mir vegan geworden ist und diese Rücksichtnahme auf ihre Mittwelt mit Ihnen teilte. Es stimmte, sie konnte es nach einiger Zeit tatsächlich nicht mehr. Vielleicht schaffen Sie es. Mein Bruder, zum Beispiel, isst manchmal etwas Käse oder auch Milchschokolade. Ich bekomme danach sofort Bauchschmerzen (ob aus rein Physischen oder Psychologischen Gründen sei dahingestellt). Meine Entscheidung war: wenn ich irgendwo bei Freunden zum Essen eigeladen war, brachte ich etwas veganes mit. Eine Beilage, zum Beispiel: Kartoffelsalat, u.s.w. Im Restaurant ist das schwieriger... normalerweise schafft man es aber immer einen Kompromiss zu finden. Zu meinem Geburtstag haben meine Freunde (alle nicht vegan!) mir ein veganes Picknic vorbereitet. Jeder hat etwas veganes gekocht. Dieses Auseinandersetzen mit den Geschmäckern anderer Leute hat mir sehr imponiert. Das ist für mich der Bewies dass meine Entscheidung akzeptiert wird. Zu den Erklärungen die man abgeben muss... viele Leute rechtfertigen sich sofort, und andere versuchen einen sogar umzustimmen oder zu überreden den Quatsch wieder zu lassen!!! Diese Stellungnahme finde ich am interessantesten. Noch immer, nach über einem Jahr, muss ich mit manchen Leuten diskutieren, und das nicht zu knapp. Ich sage dann immer dass ich keinen zwinge auch vegan zu werden, und dass sie mich bitte auch zu nichts zwingen sollen. Normalerweise protestiert noch ein letzter und schreit das er NIE jemanden zu etwas zwingen würde... und das ist die Diskussion so gut wie vom Tisch. Meistens. So... ich hoffe dass Sie sich mit weiteren schönen veganen Rezepten beschäftigen, und freue mich dass Sie den Weg geschafft haben :) Liebe Grüsse!

Melanie 20.08.2013 - 11:31:34

Tolles Experiment!

Oh ja, diese leidigen Diskussionen kenne ich auch, allerdings als Vegetarier. Ich probiere inzwischen auch viele vegane Gerichte aus, da ich aber zwei kleine Kinder habe, bleibt es momentan noch dabei. Aber ich finde es toll, wenn man dieses Experiment wagt und sich mal wenigstens für 30 Tage vegan ernährt um einfach mal auszuprobieren, was alles möglich ist, sich also rein ohne tierische Produkte zu ernähren. Man muß wegkommen vom deutschen Einheitsgericht Fleisch+Beilage+Salat und eine ganz neue Art des Kochens kennenlernen. Und nach spätestens 14 Tagen, wenn sich die Geschmacksknospen umgestellt haben, wird man auch Milchersatzprodukte wie z.B. Hafermilch, Sojajoghurt oder geriebene Nüsse mit Hefeflocken als Parmesanersatz mögen und vielleicht sogar Milch plötzlich eklig finden. Zumindest wenn man sich immer vor Augen hält, dass wir hier eigentlich die Muttermilch trinken, die für Kälber bestimmt sind und einem Kalb im Wachstum helfen sollen. Kann das für Menschen gesund sein? Wir wollen uns doch eigentlich von Kälbern abheben, wo der Mensch doch so intelligent ist, aber meinen dann, Milch sei dann gut für uns? Die Milch-Lüge, die Grausamkeiten der Massentierhaltung, gesundheitliche Ursachen (Allergien, Unverträglichkeiten, Asthma, Neurodermitis etc.), das alles kann ein Grund sein, dieser Ernährungsform eine Chance zu geben. Und wenn man dabei sogar noch Gewicht verliert, sich fitter fühlt und automatisch mehr bewegt, ist ja nichts dagegen einzuwenden. Ich hoffe wir kommen alle dahin zu erkennen, dass wir so nicht weitermachen können, wie wir mit den Tieren umgehen, unser Klima dabei zerstören und Menschen Hunger erleiden müssen. Da wäre ein Veggie-Day, am besten noch ein Veganer Veggie-Day pro Woche doch mal ein Anfang.

Die Redaktion 20.08.2013 - 09:49:58

Joghurt und Käse

bitte verzichten Sie künftig hier auf direkte Produktnennung. Da ist die Grenzen vom gut gemeinten Tipp zur Werbung fließend. Die Redaktion

Bianca Witt 20.08.2013 - 08:14:23

Joghurt und Käse

Hallo Frau Piotrowski, probieren Sie doch mal Sojade - Joghurt und Scheibenkäse von Jeezini Santi. Kann ich beides nur empfehlen. Geschmack ist Gewohnheit, wenn Sie erst ein paar Mal die Alternativen gegessen haben, vermissen Sie den Kuh-Geschmack nicht mehr ;-)

Renate Piotrowski 19.08.2013 - 18:53:11

Grundsatzdiskussionen erfordern "dickes Fell"

Ich versuche auch gerade mehr und mehr vegane Speisen zu mir zu nehmen. Es stimmt, die meisten Menschen reagieren seltsam bis süffisant, besonders, wenn ich Sage, dass ich mit veganer Ernährung endlich dauerhaft abnehmen will. Lediglich eine liebe Nachbarin, die Veganerin ist und damit ihre Allergien in den Griff bekommen hat, gibt mir viele Tipps. Allerdings habe ich ein Problem, eine wirklich wohlschmeckend Alternative zu Joghurt un Käse, beides mag ich sehr gerne, habe ich noch nicht gefunden!

Renate Piotrowski 19.08.2013 - 18:53:08

Grundsatzdiskussionen erfordern "dickes Fell"

Ich versuche auch gerade mehr und mehr vegane Speisen zu mir zu nehmen. Es stimmt, die meisten Menschen reagieren seltsam bis süffisant, besonders, wenn ich Sage, dass ich mit veganer Ernährung endlich dauerhaft abnehmen will. Lediglich eine liebe Nachbarin, die Veganerin ist und damit ihre Allergien in den Griff bekommen hat, gibt mir viele Tipps. Allerdings habe ich ein Problem, eine wirklich wohlschmeckend Alternative zu Joghurt un Käse, beides mag ich sehr gerne, habe ich noch nicht gefunden!

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