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Eurofins in Reichenwalde braucht dringend mehr Platz / Für mehr als 3,5 Millionen Euro neue Halle geplant

Eurofins in Reichenwalde braucht mehr Platz

Manja Wilde / 20.08.2013, 07:59 Uhr
Reichenwalde (MOZ) Eurofins will Komplettanbieter für das Testen elektrischer und elektronischer Komponenten aus dem Luftfahrtbereich werden. Die ersten Aufträge für Airbus-Equipment liegen vor. Jetzt muss eine neue Testhalle gebaut werden. Mehr als 3,5 Millionen sind dafür eingeplant.

Das Bügeleisen hängt in den Seilen. Immer wieder schlägt es auf eine Metallplatte auf. 2000 Mal muss das Gerät die Prozedur unbeschadet überstehen, dann hat es den Test bestanden. Andernfalls darf es nicht auf den Markt. Direkt daneben spannt Prüfingenieur Enrico Stotut einen Haartrockner auf eine Drehscheibe. 10 000 Mal wird sie in Bewegung gesetzt, um zu sehen, ob die Knick-Schutzhülle des Kabels hält. Außerdem stehen in dem Raum, der bis vor kurzem Kantine war, mehrere Klimaräume und eine "schwarze Ecke", auf der getestet wird, wie heiß ein Herd unter Voll-Last wird.

Es ist offensichtlich: Eurofins braucht mehr Platz. Eigentlich sollte schon in diesem Jahr eine neue Test-Halle gebaut werden, sagt Christian Keding, Managing Director des Standortes Reichenwalde und zugleich Vice President Electrical Testing & Inspections Europe. Doch bis alle politischen und behördlichen Genehmigungen für das Bauvorhaben eingeholt sind, dauert es länger als gedacht. Zwar gab es für das Gelände an der Storkower Straße bereits einen Vorhaben- und Erschließungsplan des Vorgängerunternehmens ETS Dr. Genz GmbH, doch dieser muss geändert werden. Die Gemeindevertreter haben ihn bereits gebilligt, derzeit erfolgt bis 9. September die öffentliche Auslegung im Amt Scharmützelsee.

Geplant ist eine mindestens 25 mal 40 Meter große Halle. in deren Inneren soll ein 25 mal 13 mal 10 Meter großer Raum stecken, in dem sich die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) verschiedenster Geräte und Komponenten testen lässt. Zwischen 3,5 und 5,5 Millionen Euro will Eurofins dafür investieren, sagt Keding. Damit einher geht das Ziel, "Komplettanbieter für den Bereich DO 160 zu werden." Dahinter verbirgt sich das Testen aller elektrischen und elektronischen Komponenten aus dem Flugzeugbau. "Wenn zum Beispiel eine Baugruppe in einem Flugzeug gegen eine neue getauscht wird, muss diese vorher umfassend getestet werden", erklärt Keding. Das Unternehmen profitiert dann natürlich von der Nähe zum neuen Flughafen BER. Die ersten Aufträge zum Testen von Airbus-Equipment sind bereits akquiriert.

Bis 2016 soll die Belegschaft in Reichenwalde von derzeit 35 auf 50 Mitarbeiter wachsen. Geprüft werden dort Werkzeuge, Haushaltsgeräte, Funk- und Automobil- sowie Medizintechnik.

Eurofins ist ein weltweit operierendes Unternehmen, das vor 25 Jahren in Frankreich gegründet wurde. Der Jahresumsatz liegt laut Keding bei 1,2 Milliarden Euro.

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