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Touristiker bieten mit "Appsolut Spreeregion" eine originelle Variante, die Region zu erkunden

Digitale Schnitzeljagd per E-Bike

Schnitzeljagdetappe an Ranziger Weggabelung: Judith Schulz, Geschäftsführerin der Märkischen Tourismuszentrale, ruft per Smartphone die Aufgabe auf, die in der Handy-Applikation "Appsolut Spreeregion" unter der GPS-Koordinate abgelegt ist.
Schnitzeljagdetappe an Ranziger Weggabelung: Judith Schulz, Geschäftsführerin der Märkischen Tourismuszentrale, ruft per Smartphone die Aufgabe auf, die in der Handy-Applikation "Appsolut Spreeregion" unter der GPS-Koordinate abgelegt ist. © Foto: MOZ/Jörg Kühl
Jörg Kühl / 20.08.2013, 19:15 Uhr
Beeskow (MOZ) "Appsolut Spreeregion - auf Schnitzeljagd durch die Region" heißt ein neues Angebot der Tourismuszentrale Beeskow. Es enthält mehrere Touren mit dem E-Bike zu Punkten, die mit Hilfe eines GPS-tauglichen Handys angesteuert werden. MOZ-Redakteur Jörg Kühl wagte einen Selbstversuch.

Zugegeben, etwas gewöhnungsbedürftig ist es ja schon, wenn man das erste Mal auf ein E-Bike steigt. Weil der Pressetermin auf knapp zwei Stunden angesetzt ist, und eine etwa 15 Kilometer lange Strecke mit zahlreichen Zwischenstopps zu bewältigen ist, entscheidet man sich für die Geschwindigkeitsstufe "Speed", die schnellste Fortbewegungsart per E-Bike. Schon wenn man leicht in die Pedale tritt, spürt man den elektrischen "Rückenwind", das schwere Fahrrad geht ab wie Schmidts Katze, es ist, als ob Engel schöben.

Auf dem Handydisplay ist die Fahrtroute als Landkarte, ähnlich wie bei "Google-Maps" abgebildet. Man selbst bewegt sich als Punkt auf der eingezeichneten Wegstrecke. Der Kartenausschnitt aktualisiert sich selbstständig. Die Zielpunkte der digitalen Schnitzeljagd sind ebenfalls als Punkte markiert, sodass man während der Fahrt beobachten kann, wie sich die eigene Position der angesteuerten Station annähert.

Am ersten Stopp, der Schäferei-Erlebniswelt, kommt das Handy nicht recht in die Gänge, das Gerät erkennt offenbar die Position nicht "Ups, wahrscheinlich kein Empfang", lächelt meine Reisebegleiterin Judith Schultz, Geschäftsführerin der Märkischen Tourismuszentrale (MTZ). Macht nichts, fahren wir weiter! Auf dem Radweg neben der Lübbener Chaussee kommt schon die nächste Station des digitalen Rätsels: Dort, wo der Naturerlebnispfad in den Wald abzweigt, muss man die Frage beantworten, welches die längste Teil-Strecke des Pfades ist. Die Antwort findet man, wenn man die Info-Tafel am Wegesrand genau betrachtet. Links unten sind die möglichen Strecken als bunte Balken mit Streckenlänge angegeben. Ich tippe das Ergebnis in das Handy ein und erhalte die ersten Punkte, genauer meine ersten Punkte, denn jetzt bin ich Mitglied eines deutschlandweiten Rankings einer Gruppe, die sich in etwa mit der Geo-Caching-Szene vergleichen lässt. Mächtig stolz geht es weiter Richtung Ranziger Fähranleger. Die Rückfahrt über Kummerow wird dann - die Zeit ist schon fortgeschritten - mit 27 km/h im Speedmodus erledigt. Nebenbei kann man sich prächtig unterhalten, denn das elektrische Doping lässt einem trotz Fahrtwind Puste zum Plaudern.

Zwei E-Bikes hat die MTZ dauerhaft im Angebot, bei Vorbestellung können bis zu zehn Exemplare herbeigeschafft werden. 25 Euro und man kann das Bike den ganzen Tag behalten. Für 15 Euro ist man für einen halben Tag dabei. Das Smartphone für die digitale Schnitzeljagd muss der Reisende selbst mitbringen. Die MTZ-Chefin verspricht, bei der Installation der notwendigen Handy-Software sowie bei der Instruktion im MTZ-Büro behilflich zu sein.

Fazit: Die E-Bikes sind ein Super-Angebot der Märkischen Tourismuszentrale. Wer als untrainierter Freizeitradler gerne mal eine längere Strecke entspannt dahinrollern, und nicht durchgeschwitzt an den Cafés und Museen vorbei hecheln mag, für den sind E-Bikes eine süße Versuchung.

Die digitale Schnitzeljagd hingegen ist für einen Menschen, der die technischen Möglichkeiten seines Smartphones nicht im täglichen Gebrauch nutzt, eine echte Herausforderung. Zum einen ist die Applikation gegenwärtig noch mit Kinderkrankheiten und Unzulänglichkeiten behaftet, zum anderen sind die Rätselfragen nicht wirklich kniffelig und kaum lehrreich. Was sollte man denn am Abzweig Ranzig Richtung Fähranleger lernen, wenn man die Ziele der drei Fahrradwegweiser abliest und in die Tastatur eingibt? Ich für meinen Teil bevorzuge allemal den klassischen Reiseführer, der ohne Strom und Satellitenfunk auskommt, um an interessante Plätze zu gelangen. Gerne auch per E-Bike der MTZ.

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