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Christina Bohin und Andreas Unterberger bauen das Schloss Neuenhagen um / Café ab Dezember

Putzmaschine im Rittersaal

Torsten Schwuchow von der Bad Freienwalder Baufirma Ralf Seltenheim arbeitet im früheren Rittersaal.
Torsten Schwuchow von der Bad Freienwalder Baufirma Ralf Seltenheim arbeitet im früheren Rittersaal. © Foto: Andreas Karpe-Gora
Jens Sell / 23.08.2013, 08:00 Uhr
Neuenhagen (MOZ) Im und um das Schloss Neuenhagen herum sind Bauarbeiten im Gange. Die Schlossherren Christina Bohin und Andreas Unterberger wollen am ersten Dezemberwochenende ein Café eröffnen. Dann werden sie aber noch lange nicht fertig sein.

Wer Christina Bohin und Andreas Unterberger in den bewohnbaren Räumen des Schlosses Neuenhagen besuchen will, muss zunächst auf einem neuerdings wieder freigelegten Feldsteinweg und über trockenen Lehmboden zum Eingang und dort durch eine Baustelle, die die Treppe zum Obergeschoss miteinschließt, gehen. Der erste Eindruck: Hier wird überall gleichzeitig gebaut - draußen, drinnen, unten, oben, vorn und hinten. Behalten die Bauherren da den Überblick? "Wir sanieren das Schloss Schritt für Schritt und alles sehr koordiniert", sagt Andreas Unterberger.

Da mit EU-Förderung gebaut wird, sind Baulose ausgeschrieben worden. Die Bauherren haben sich bemüht, einheimische Firmen zum Zuge kommen zu lassen. In hohen Tönen reden sie von der Bad Freienwalder Baufirma Seltenheim. Bei Rohbau, Innenausbau und im nächsten Baulos, der Fassade, bauen sie auf die Freienwalder. "Was der Torsten Schwuchow, Ralf Seltenheims Mitarbeiter, leistet, ist einfach großartig", sagt Andreas Unterberger. Der so Gelobte steht gerade an der Putzmaschine im Rittersaal. Die Wände und das Gewölbe sind zum großen Teil verputzt. Ein Kamin harrt noch der Vollendung. Wollten die Schlossherren ursprünglich im Rittersaal ein Café einrichten, so sind sie davon abgerückt: "Hier soll eine gemütliche Lounge entstehen, wo man mit seinem Rotwein auf der Couch sitzen und gute Gespräche führen kann", sagt Christina Bohin. Das Café kommt in den Nebenraum, der nach dem Abriss einer Trennwand und der Freilegung der ursprünglichen Mauern viel größer ist, als früher angenommen, und einen schönen Blick in den Garten bietet.

Insgesamt 60 Fenster sind im Schloss Neuenhagen zu erneuern. Ein Teil ist bereits geschafft. Im Untergeschoss mit dem mittigen Kreuz, in den Wohnräumen im ersten Obergeschoss mit dem Kreuz im oberen Drittel. Die Bauherren arbeiten eng mit dem Denkmalschutz zusammen. Expertin Stephanie Wagner habe ermittelt, dass die Gewölbe im Erdgeschoss im ersten Bau des Schlosses noch gar nicht enthalten waren, sagt Andreas Unterberger: "Das ist ein spannendes Haus mit vielen Geheimnissen." Es sei auf jeden Fall nicht in einem Zug erbaut worden, sondern über Jahrzehnte gewachsen und auch immer mal wieder verändert worden. Wichtige Hinweise gebe der Denkmalschutz auch hinsichtlich der Farbgebung. Da wird akribisch nach der ersten Farbschicht geforscht. Bei einem Haus, das 1575 errichtet wurde, kein ganz leichtes Unterfangen. Andreas Unterberger legt die Stirn in Falten, wenn er sagt, dass Altrosa und Gelb als Fassadenfarbe im Gespräch seien. "Auf jeden Fall soll es eine Kalkputzfassade werden."

Eins der Baulose sind die Erdarbeiten, die durch die Firma Ihlow aus dem uckermärkischen Berkholz-Meyenburg schon weitgehend fortgeschritten sind. 30 Zentimeter alte Beläge sind abgetragen worden, dabei kam der ursprüngliche Pflasterzugang zu Tage. Auch das Fundament des alten Torhauses, das längst nicht mehr existiert, wurde gefunden. "Es soll wieder eine Torsituation entstehen, das Torhaus an sich aber werden wir vorläufig nicht wiedererrichten können", sagt Christina Bohin.

Gleich gemacht werden muss aber die gesamte Elektroanlage. Die Freienwalder Firma G. S. Ohm hat den Zuschlag erhalten. Ihr Mitarbeiter Frank Fischer begeistert die Bauherren: "Der denkt so gut mit, dass er schon viele praktische Vorschläge und Ideen eingebracht hat, die uns gar nicht eingefallen wären", sagt Unterberger. Ebenfalls im Bau sind die Toilettenanlage im Erdgeschoss, die Heizung, das künftige Schlosslädchen, das Minikino. Was davon am ersten Dezemberwochenende zur Eröffnung des Cafés schon fertig sein wird, wissen die Schlossherren nicht. "Nur, dass wir dann eröffnen, das steht fest. Auch wenn hier und dort noch ein Stück Baustelle zu sehen ist."

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Ina W. 26.08.2013 - 12:26:23

Ich finde es auch klasse das mein alter Kindergarten und mein altes Zuhause schön hergerichtet wird, nur leider wird es dort nie mehr so richen wie in meiner Kindheit, trozdem freue ich mich auf das Ergebnis. Ein Lob an alle tatkräftigen!!! Bis Dezember

Martin Podoll 24.08.2013 - 07:37:08

Großes Lob

Solche Leute braucht das Land, Großes Lob an die mutigen Unternehmer, die dabei so manche unerwartete Herausforderung auf sich genommen haben und werden. Wir kommen auf jeden Fall zur Eröffnung und auch danach, unsere Empfehlung ist Ihnen jetzt schon gewiss. Toi toi toi!

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