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Kersdorfer Schleuse mit verlängerter Nordkammer wurde wieder offiziell für den Verkehr freigegeben

Kleine Kähne im großen Becken

Cornelia Link / 05.09.2013, 19:47 Uhr - Aktualisiert 06.09.2013, 06:02
Briesen (MOZ) Der Bund hat in den vergangenen drei Jahren rund 14 Millionen Euro für die Sanierung der Kersdorfer Schleuse bei Briesen ausgegeben und dabei die Nordkammer von 57 auf 115 Metern verlängert. Am Donnerstag wurde die Anlage mit viel Prominenz offiziell für den Verkehr freigegeben.

Rolf Dietrich, Leiter des Wasserstraßen-Neubauamtes Berlin, der die Maßnahme für den Bund realisiert hatte, begrüßte Bundes- und Landtags-Vertreter, aber auch Kommunalpolitiker sowie zahlreiche Schaulustige.

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Eröffnung der Schleuse in Kersdorf

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Der Leiter der Wasserstraßen-Generaldirektion, Heinz-Josef Joeris, wies darauf hin, dass Brandenburg mit der Schleuse am Oder-Spree-Kanal hinsichtlich Ökologie und Ökonomie einen wichtigen Schritt vorankomme. "Mit der Inbetriebnahme der neuen Nordkammer verringert sich die Schleusentätigkeit für einen Schubverband von 135 auf 49 Minuten", so Joeris, auch Präsident des Vereins für Europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen. Durch die Instandsetzung der über 100 Jahre alten Anlage und die gleichzeitige Verlängerung gewährleiste der Bund den Betrieb der Wasserstraße und verbessere die Nutzungsbedingungen für die Schifffahrt. Natürlich sei ihm klar, dass nun auch noch die Schleusen in Fürstenwalde und Kleinmachnow ausgebaut werden müssten, aber dafür sei die Auslastung zu gering; auch Firmen und Vereine müssten mit ins Boot. Letztlich müsste der Bund mehr Geld für Wasserstraßen aufbringen.

Die dramatische Unterfinanzierung der Infrastruktur bemängelte auch Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger. Nur mit den noch fehlenden Anlagen kämen Transporte von der Straße zurück auf die Schiene und das Wasser. Ostbrandenburgs IHK-Präsident Ulrich Müller überreichte markige Regenjacken mit der Protest-Aufschrift "Den Osten nicht das Wasser abgraben" und erinnerte an die Bedeutung der Wasserstraße für die Industrie. "Sollte die Fürstenwalder Schleuse nicht ausgebaut werden, ist das Geld für Kersdorf in den Sand gesetzt", fand er klare Worte. Mit Vogelsänger und Landrat Manfred Zalenga unterzeichnete er eine Petition, in der gefordert wird, das Thema bald wieder im Bundestag zu behandeln.

Nach den Reden verteilte sich die Prominenz auf zwei Kähne und durchfuhr die Schleuse - dabei folgte auch noch der symbolische Bändchendurchschnitt.

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