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Am Gymnasium auf den Seelower Höhen findet erste Juniorwahl statt / Alle Jugendliche wahlberechtigt

Schüler testen die Bundestagswahl

Ines Rath / 18.09.2013, 07:01 Uhr
Seelow (MOZ) In der Kreisstadt dürfen sogar Zwölfjährige den Deutschen Bundestag "wählen" - im Rahmen der Juniorwahl. Die findet am Donnerstag erstmals im Gymnasium auf den Seelower Höhen statt. Alle 361 Schüler sind wahlberechtigt.

Der Sanitätsraum an der Caféteria ist hergerichtet. Die Wahlkabine, Tisch und Stühle für den Wahlvorstand stehen bereit - die Juniorwahl kann kommen. Am Donnerstag sind alle Schüler des Gymnasiums, von der 7. bis zur 12. Klasse aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

"Die Schüler aller Klassenstufen sind befragt worden, wie sie zur Idee der Juniorwahl stehen. - Alle waren dafür", sagt Ilona Mannigel. Die Lehrerin für Geschichte und LER hat mit ihrer Kollegin Katrin Rausch den Hut für das Projekt auf, das am Seelower Gymnasium Premiere hat. Die Schule ist eine von 1700 Schulen bundesweit, die in diesem Jahr an der Juniorwahl teilnehmen. Beworben hatten sich beim Berliner Kumulus-Verein, der die Aktion koordiniert, dafür etwa 2250 Schulen. Die bundesweite Aktion findet in der Woche vom 16. bis 22. September statt.

"Die Idee, sich an der Juniorwahl zu beteiligen, hatte unsere ehemalige Schülersprecherin Stine Käbermann im vorigen Jahr", erinnert Katrin Rausch an die Anfänge der Aktion an der Schule. Die Schülerkonferenz hat die Teilnahme später beschlossen. Dann begann die Vorbereitung: Die Schüler haben die Wählerverzeichnisse für jede Klasse selbst erstellt und die Adressen auf den Vordrucken der Wahlbenachrichtigungskarten ergänzt. Die Vordrucke hat der Kumulus-Verein ebenso wie die Wahlzettel, die Wahlurne und -Kabine zur Verfügung gestellt.

Die Wahlhelfer haben in der Vorbereitung Regie geführt. Jede Klasse sowie Tutorgruppe hat zwei der Helfer gewählt. Aus ihrer Mitte ist der 18-köpfige Wahlvorstand bestimmt worden. An dessen Spitze steht Wahlleiter Hannes Böttcher. Der 17-jährige Letschiner lernt ebenso wie sein Vize, Schriftführer Robin Becker (18) in der 12. Klasse.

"Wir werden nochmal ordentlich die Werbetrommel rühren. Aber nicht für eine Partei, sondern dafür, dass sich möglichst viele an der Juniorwahl beteiligen", sagt Wahlleiter Hannes.

Worum es bei der Wahl des Deutschen Bundestages geht und wie die Wahl funktioniert, das wissen am Seelower Gymnasium jetzt bereits die Siebtklässler. Denn in Vorbereitung auf die Juniorwahl ist das Thema "Demokratie und Wahlen" in allen Klassenstufen im Rahmen des Geschichts- und LER-Unterrichts behandelt worden, wie Ilona Mannigel berichtet.

Bevor das Wahllokal, eigentlich der Sanitätsraum, am Donnerstag, um 8 Uhr, öffnet, wird Ilona Mannigel die Wahlurne unter den Augen von Mitgliedern des Wahlvorstandes öffnen und zeigen, dass sie leer ist. Dann wird die Urne versiegelt.

Der Wahlvorstand hat einen Schichtdienst organisiert, um die Öffnungszeit des Wahllokals bis 14 Uhr abzusichern. Nach der Schließung des Wahllokals beginnt um 14 Uhr das mit Spannung erwartete Auszählen der Stimmen. Manche Eltern und wohl auch Politiker dürften neugierig sein zu erfahren, wie sich der Nachwuchs politisch entschieden hat.

Doch nicht nur für die 18-jährigen Schüler des Seelower Gymnasiums sollte die Juniorwahl nur der Vorgeschmack und Test für den Ernst am Sonntag sein. Dann sind sie als Erstwähler in ihren Heimatgemeinden an die Wahlurne zur Bundestagswahl gerufen. Ernst soll es auch für die ab 16 Jahre alten Schüler werden. Denn ab diesem Alter ist man für die erste Direktwahl des Landrats von Märkisch-Oderland wahlberechtigt.

Juniorwahl am Gymnasium auf den Seelower Höhen am Donnerstag, von 8 bis 14 Uhr, Raum 602

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