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Für Lieberoser Region zieht Jana Schimke (CDU) in den Bundestag / Freitag tagt der Kreiswahlausschuss öffentlich im Landratsamt Beeskow

60 000 Stimmzettel blieben ungenutzt

Ruth Buder / 24.09.2013, 07:30 Uhr - Aktualisiert 24.09.2013, 09:08
Beeskow (MOZ) Das darf als Erfolg verbucht werden: Mit zwei Abgeordneten ist jetzt die Region Oder-Spree/Frankfurt (Oder) im Bundestag vertreten - mit Martin Patzelt (CDU) und Thomas Nord (Linke). Bisher war nur Nord dort präsent.

Jana Schimke (CDU) hat den Wahlkreis 62 (zu dem die Lieberoser Region gehört) als Direktkandidatin erobert. Sie sicherte sich nach dem vorläufigen Ergebnis 37 Prozent der gültigen Erststimmen. Jana Schimke beerbt damit den ehemaligen SPD-Abgeordneten Peter Danckert, der seit 2005 das Direktmandat hatte. Jana Schimkes Mitbewerberin Tina Fischer (SPD) errang mit 27 Prozent der Erststimmen, Steffen Kühne (Linke) kam auf rund 22 Prozent. Ob die unterlegenen Direktkandidaten über die Landeslisten ihrer Parteien quasi "im zweiten Schwung" in den Bundestag einziehen, ist derzeit noch unklar. Die Wahlkreis-Siegerin Jana Schimke ist 34 Jahre alt, Diplom-Politikwissenschaftlerin und lebt in Nuthetal. "Ich bin sehr überrascht über das so deutliche Abschneiden", kommentierte die CDU-Frau ihr Wahlergebnis. Sie wolle sich vom Bund aus dafür einsetzen, den Ausbau von Straßen und Radwegen im Raum Lieberose-Schwielochsee zu fördern und die touristischen Potentiale besser zu nutzen. Die möglichen Erträge aus der Erdölförderung bei Guhlen müssten der ganzen Region zugute kommen, fordert die frisch gebackene Bundestagsabgeordnete.

Achtungszeichen hat in der Region die Alternative für Deutschland (AfD) gesetzt, in manchen Orten schnitt sie besser ab als im Bundesdurchschnitt. Die Wähler aus Chossewitz gaben dem politischen Neuling sogar 11,7 Prozent, auch in Falkenberg, Limsdorf und Groß Rietz fuhr sie ähnliche Ergebnisse ein. Die NPD, die im Wahlkreis 3,06 Prozent erreichte, erzielte ihren höchsten Wert in Werder (22,22 Prozent). Auch in Briescht (14,78) und Kummerow (11,48 Prozent) gelang es den Rechtsradikalen, ihre Wähler zu mobilisieren. In Orten wie Bornow oder Kohlsdorf erreichten sie nicht mal ein Prozent der Stimmen.

Die CDU ist auch im Landkreis Oder-Spree (siehe Grafik) eindeutiger Sieger, gewann im Vergleich zu 2009 mehr als zehn Prozentpunkte dazu, alle anderen Parteien haben Stimmen verloren.

Kreiswahlleiter Michael Buhrke dankt allen 2200 Wahlhelfern für ihre korrekte Arbeit. Als erste hatte Drahendorf nur zwölf Minuten nach Schließung des Wahllokals die Ergebnisse gemeldet, es folgten Kohlsdorf (18.25 Uhr) und Schadow (18.29 Uhr). Bereits um 20.30 Uhr waren 90 Prozent der Stimmzettel ausgezählt und die Bürger konnten per Internet ein relativ stabiles Wahlergebnis erkennen. Ein Briefwahlvorstand hatte einige Probleme beim Auszählen, aber kurz vor 22 Uhr war auch dieser fertig.

Die Arbeit im Kreiswahlbüro ist noch nicht beendet. Bis Mittwoch müssen die Schnellmeldungen mit den Wahlniederschriften aller 320 Wahlbezirke abgeglichen werden. Am Freitag (um 10 Uhr im Landratsamt Beeskow) tritt der Kreiswahlausschuss zusammen, um das amtliche Endergebnis festzustellen. Dann gehen alle Wahlunterlagen zum Landeswahlleiter.

Die Stimmzettel werden sicherheitshalber eingelagert, erst wenn der Bundeswahlleiter sein o.k. gibt, können sie vernichtet werden, sagt Michael Buhrke. Die nicht benutzten Stimmzettel - immerhin 60 000- erfüllen noch einen guten Zweck. "Die können auf der Rückseite noch als Malzettel genutzt werden. Wir geben sie Kitas", sagt der Kreiswahlleiter. Ans nächste Jahr, ein Mammut-Wahljahr, will Burke noch nicht denken: am 25. Mai sind Kommunal-und Europawahlen, im Herbst wird der Landtag gewählt.

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