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Matthias Eisenberg und Classic Brass in der Stadtkirche Biesenthal

Bachs Toccata auf der Dinse-Orgel

Renate Parschau / 28.09.2013, 07:05 Uhr
Biesenthal (MOZ) Wenn von der Fermate auf dem zweigestrichenen a rasante 64tel dröhnend in die Tiefe stürzen, ist Bachs Toccata in d-Moll BWV 565 nicht weit. Es ist nicht ein, sondern "das" Orgelstück schlechthin. Ausnahmekünstler Matthias Eisenberg punktete wie so oft gerade mit diesem Ohrwurm, dehnte die Vorhalte vielleicht etwas mehr als gewohnt und drosselte auch das Tempo ein wenig. Raum genug, um in der anschließenden Fuge noch einmal so richtig zuzulegen. Und so holte er aus der Orgel Ferdinand Dinses von 1859 das Letzte heraus und stieß dabei bis an deren Grenzen vor - was bei 24 Registern keine Kunst, sondern zu erwarten ist.

Die Besucher in der evangelischen Stadtkirche Biesenthal jedenfalls erlebten ein Highlight, das es dort nicht alle Tage gibt: ein Konzert der Extraklasse, in dem nicht nur die Orgel, sondern zudem ein exzellentes Bläserensemble brillierte: Drei Ungarn, ein Ukrainer und ein Kaffeesachse - so stellt Jürgen Gröblehner sein Ensemble Classic Brass gern vor. Es wurde erst vor drei Jahren gegründet, und die Musiker haben Ausbildungen in Meisterklassen hinter sich - Trompeter Gröblehner selbst wurde einst von Ludwig Güttler unterrichtet, ehe er 1989 auf abenteuerlichem Weg nach Bayern kam.

Am Mittwoch nun kam er mit Classic Brass nach Biesenthal und so mischten sich die Farben der Orgel im Programm "Soli Deo Gloria" machtvoll mit denen von Trompete (Peter Millich) , Horn (Artern Zagrebelny), Posaune (Szabolcs Szücs), Tuba (Roland Krem). Angefangen mit dem Präludium aus Marc Antoine Charpentiers "Te Deum", das eher als Eurovisionshymne bekannt geworden ist.

Ohne Orgel präsentierten die Bläser Venezianische Doppelchöre a la St.Marco mit Giovanni Gabrielis " Canzon duodecimi toni" und 2 Sätze aus Händels "Feuerwerksmusik" - lippen- und zungenfertig, wie man es selten zu hören bekommt. Es gab reichlichen Beifall und Zugaben: unter anderem eine der legendären Improvisationen Eisenbergs über "Ade nun zu Guten Nacht".

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