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"Weniger Ampeln - mehr Unfälle"

Kreuzungsbereich Johann-Eichhorn Straße/Birkenallee:Die Ampeln dort seien notwendig, sagen Stadtverkehrsgesellschaft und Verkehrsplaner. Durch querende Straßenbahnen bestehe eine erhöhte Unfallgefahr.
Kreuzungsbereich Johann-Eichhorn Straße/Birkenallee:Die Ampeln dort seien notwendig, sagen Stadtverkehrsgesellschaft und Verkehrsplaner. Durch querende Straßenbahnen bestehe eine erhöhte Unfallgefahr. © Foto: MOZ/Martin Stralau
Martin Stralau / 30.09.2013, 19:15 Uhr - Aktualisiert 01.10.2013, 11:09
Frankfurt (MOZ) Angesichts des Drucks, Kosten zu sparen, wird in Frankfurt derzeit vieles auf den Kopf gestellt. Zur Disposition stehen in Gesprächen hinter vorgehaltener Hand auch Neuberesinchens Ampeln. Verkehrsplaner und Stadtverkehrsgesellschaft aber lehnen eine Reduzierung ab.

Weniger Häuser, weniger Einwohner, weniger Verkehr. Dass in einem schrumpfenden Stadtteil wie Neuberesinchen ständig überprüft werden muss, was sich die Stadt dort noch leisten kann beziehungsweise will und was nicht, ist natürlich auch Reiner Bickel klar. Dass aber auch eine Reduzierung der Ampeln in Erwägung gezogen wird, kann der Chef der Frankfurter Lichtsignalanlagen nicht nachvollziehen. Bickel verweist auf die Richtlinien für Lichtsignalanlagen, kurz RiLSA, die für Verkehrsplaner das seien, "was für einen Pfarrer die Bibel ist", wie er sagt. Unter dem Punkt Verkehrssicherheit steht dort folgender Satz. "Die Einrichtung einer Lichtsignalanlage ist sinnvoll, wenn Unfälle zu erwarten sind oder sich ereignet haben, die durch eine Lichtsignalsteuerung hätten vermieden werden können."

Genau das ist für Bickel einer der entscheidenden Punkte. Als Beispiel nennt er die Ampeln an der Kreuzung Birkenallee/Johann-Eichorn-Straße. "Vor ein paar Wochen hatten wir dort einen Kabelschaden, die Ampeln funktionierten nicht. Ein Kollege und ich waren vor Ort. Es gab viele brenzlige Situationen, die Kreuzung wurde zu einem echten Unfallrisikopunkt", sagt Bickel.

Argument Nummer eins für den Erhalt aller Ampeln in Neuberesinchen ist für ihn die Straßenbahn. Nicht nur die Kreuzung an der Johann-Eichorn-Straße, an der im Schnitt immerhin 6500 Fahrzeuge in 24 Stunden die Gleise überqueren, würde sich zu einem Unfallschwerpunkt entwickeln, prophezeit Bickel, sondern auch die Einmündung Birkenallee/Konrad-Wachsmann-Straße. Überall wo Autofahrer rechts oder links über die Gleise abbiegen könnten, bestehe eine besondere Gefahr. "Obwohl der Verkehr im Stadtteil zurückgegangen ist, sind Ampeln unverzichtbar", sagt Bickel. Er bringt auch ein finanzielles Argument. "Eine Ampelanlage kostet pro Jahr 1300 Euro Strom." Für die Anlagen an der Birkenallee seien das jährlich 4000 Euro. "Wenn ein Auto mit einer Straßenbahn kollidiert, ist der Schaden oft viel höher - mal abgesehen davon, dass auch Menschen verletzt werden können."

Bickel und sein Kollege Daniel Gabbert achten sowieso darauf, die Kosten niedrig zu halten. So seien die Betriebszeiten der Ampeln reduziert worden, nachts laufen sie gar nicht. Die Ampel an der Konrad-Wachsmann-Straße ist sonntags komplett aus, die Anlage an der Straßenbahnquerung über die Birkenallee läuft nur in den Betriebszeiten der Straßenbahn. Mit der Umrüstung auf LED und ein neues Steuerungsteil soll zukünftig noch flexibler auf den Bahnverkehr reagiert werden. "Damit könnten wir nochmal 60 Prozent Kosten einsparen", sagt Bickel.

Auch die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) spricht sich für den Erhalt aller Ampeln in Neuberesinchen aus. "Ein Verzicht würde das Unfallrisiko deutlich erhöhen", sagt der technische Leiter Hartmut Huwe. Er verweist auf die Zusammenarbeit mit dem Eisenbahnbundesamt, der technischen Aufsichtsbehörde der SVF. Mit ihr werde das Unfallgeschehen und die Wirksamkeit der Sicherungsmaßnahmen im Liniennetz der SVF regelmäßig ausgewertet. Bisher sei die sicherheitstechnische Gestaltung der Kreuzungspunkte als "optimal" eingeschätzt worden.

Huwe sieht aber noch einen anderen Punkt, der für Ampeln spricht. "Sie sorgen dafür, dass die Bahnen ihre Reisegeschwindigkeit und damit ihren Fahrplan einhalten können." Das spiele bei der Akzeptanz durch die Fahrgäste eine sehr große Rolle.

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Frank Furzki 30.09.2013 - 21:08:13

Es könnte so einfach sein ...

. Hat denn von unseren teuren aber fantasielosen Entscheidern in der Stadtverwaltung schon mal einer gehört, dass man Ampeln auch so programmieren kann, dass sie nur dann auf rot für die Autofahrer schalten, wenn sich eine Straßenbahn nähert? Falls nicht, einfach mal bei den Kollegen der Bahn nachfragen.

Haucke 30.09.2013 - 20:42:35

Sinnlose Fußgängerampel am HEP

Ich sehe ja ein das so mancher Autofahrer voll überfordert ist, wenn eine Ampel aus ist. Doch hat man nicht so etwas in der Fahrschule gelernt, wie man sich dann zu verhalten hat oder nicht. Das der Autofahrer bei Rot hält ist aber auch schon gut. Deshalb würde ich Vorschlagen die Fußgängerampel am HEP abzubauen bis auf den Überweg bei der Straßenbahn, diese müßte erhalten bleiben.(weil dort kein Fußgängerüberweg Sinn machen würde) Für die Füßgängerampel könnte auch ein Überweg entstehen, denn bis zu 85 Prozent halten sich sowieso nicht ans Rot der Ampel, also ist sie eigentlich überflüssig.

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