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Barnimweite Projekte laufen

Moore saugen schädliches Klimagas auf

Brigitte Horn / 04.10.2013, 06:54 Uhr - Aktualisiert 04.10.2013, 11:46
Biesenthal (MOZ) Die Wiederherstellung von Mooren und deren Erhalt gehören zu einem EU-Projekt des Naturparks Barnim, nach dem bis 2014 der Gewässerhaushalt in der Region saniert werden soll. Über Moore wird außerdem an der Eberswalder Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) geforscht.

Mit Professorin Vera Luthardt vom Fachbereich Landschaftsnutzung und Naturschutz an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung gibt es eine ausgemachte Moor-Kennerin. Die Besonderheit der Moore liegt in ihrer Fähigkeit, Kohlenstoff langfristig zu speichern. Das berichtet die Wissenschaftlerin, die zurzeit eine Gastprofessur zum Umgang mit Mooren unter Naturschutzaspekten ausübt. Diese sumpfigen Löcher und Landschaften seien gigantische CO2-Speicher.

Obwohl nur drei Prozent der Landfläche weltweit von Mooren bedeckt sind, werden 550 Gigatonnen Kohlenstoff gebunden. Die gesamte Vegetation der Erde kann im Vergleich dazu 600 Gigatonnen speichern. Jeder Mensch sendet jährlich acht Gigatonnen Kohlenstoff aus. Auf 50 Hektar Moorfläche, so erläutert Luthardt, lassen sich tausend Tonnen CO2 einsparen.

Im Projekt des Naturparks Barnim zur ökologischen Sanierung von Teileinzugsgebieten beiderseits der Oder wurde bereits ein ehemals stark entwässertes Kesselmoor als erster Projektstandort renaturiert. Fährt man von Biesenthal Richtung Sophienstädt, kann man bereits 300 Meter hinter dem Ortsausgang linkerhand in das etwa sieben Hektar große Rabenluch abbiegen. Die Enden der Entwässerungsgräben wurden dort mit Lehm verplombt und das Grabensystem mit Torfsubstraten weitgehend verfüllt, erklärte Thomas Kutter, der das Projekt für den Förderverein des Naturparks betreute. Auch im Quellbereich des Nonnenfließes wurden Torfdämme eingezogen. Für das Biesenthaler Becken ist im Zusammenhang mit der naturtouristischen Entwicklung des Schlossbergs auch ein Moorlehrpfad geplant. In Eberswalde kartiert die HNE Moorflächen auf dem Stadtareal. "Es sind Oasen der biologischen Vielfalt", so die Wissenschaftlerin. Kleine Quellmoore existieren zum Beispiel hinter dem Waldsolarheim.

Zurzeit wird für den Naturschutzbund eine Broschüre zur Vielfalt im Barnim erstellt. Moore sind ein Baustein. Auch Geocaching-Punkte - eine Art Schnitzeljagd mit Satellitenführung - sollen hinzukommen. Zu berechnen, wie viel Treibhausgase in Mooren der Region zu binden wären, das sei ein mögliches Projekt für die Wissenschaft, betont die Biologin, die weltweit forscht. Sie gehört dem Brandenburger Naturschutzbeirat an, der das Umweltministerium fachlich berät.

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Friedrich Lange 09.10.2013 - 18:06:26

Sachlichkeit

Also Herr Stahl es ist schon beängstigend wie Sie alles durcheinanderwürfeln. Die Vorplanung war ein Variantenvergleich zwischen Klärwerk und Druckleitung .Das von uns gewünschte Gutachten ergab für keine Variante eine "sichere Planung und keine sichere Investitionsentscheidung".Der Sachverstand des Gutachters dürfte von Ihnen nicht angezweifelt werden .Herr Meißner von Hydrotec als ausgewiesener Fachingenieur verfasste dazu eine Stellungnahme. Ich habe lediglich erwartet das die Meinung der Fachleute berücksichtigt wird und diese nicht bewertet.Die Entscheidung zur Druckleitung erfolgte ohne Berücksichtigung der Ergebnisse des Gutachters. Die danach durchgeführte Planung der Druckleitung, die ohne Ausschreibung automatisch der Verfasser der Vorplanung durchführte ist nach meinem Wissen nicht kritisch begleitet worden .Meinen Sachverstand und viel wichtiger meine Erfahrung habe ich als Dipl.ing in 40 jähriger Tätigkeit zuletzt 15 Jahre als leitender Angestellter eines Klinikkonzerns nachgewiesen. Ihre dümmlichen Anspielungen können Sie sich sparen. Sorgen bereitet mir Ihr Zeitgefühl bezüglich meines Querulantentums da ich bei weitem noch keine 20 Jahre in Biesenthal lebe und bedingt durch die berufliche Belastung in Berlin auch keine Zeit hatte die Kommunalpolitik zu begleiten. Also suchen Sie sich unabhängige kritische Bürger zur Zusammenarbeit . Jugendliche Dummheiten bin ich gewohnt, da ich auch immer von Zivildienstleistenden umgeben war. Ich denke wir sollte diesen peinlichen Auftritt jetzt beenden. Herzlichst Friedrich Lange

André Stahl 07.10.2013 - 07:33:06

Gutachten

Sehr geehrter Herr Lange, ihr Kommentar lässt sich auch kurz fassen: wer nicht Ihrer Auffassung ist, ist abhängig, unkritisch und frei von Sachverstand. Da bleibe ich lieber in meiner juristischen "Scheinwelt". Ich habe übrigens selten erlebt, dass jemand so konsequent wie Sie von sich selbst behauptet Sachverstand zu besitzen und gleichzeitig diesen gezwungen ist wie sauer Bier anzubieten. Tatsächlich hat dass Gutachten festgestellt, das zum Zeitpunkt der Variiantenuntersuchung noch keine Planung erfolgt ist. Die macht man tatsächlich auch erst,wenn man sich für eine Variante entschieden hat. Richtig ist auch,dass der einzige ernst zu nehmende Kritikpunkt die illegale Einleitung von Regenwasser bei Starkregenereignissen war. Man kann es dem Verband nicht übelnehmen, dass er lieber die illegale Einleitung von Regenwasser ins Abwasser bekämpft, als seine Anlagen für die illegale Beseitigung größer zu konzipieren. Folgt man ihren Forderungen nach weiteren Gutachten und ergänzenden Planungen und schließlich ihrem Sachverstand, würde eine Lösung des Abwasserproblems in Biesenthal erst in ferner Zukunft wenn überhaupt erfolgen. Aber das müssten ja nicht Sie sondern ich den betroffenen Eigenheimbauern und den vom Gestank in der Innenstadt geplagten Menschen erklären, da Sie keine Verantwortung tragen, sondern sich seit zwanzig Jahren auf Kritik und neuerdings auf persönliche Angriffe beschränken.

Friedrich Lange 06.10.2013 - 10:59:46

Sachverstand oder Hass

Lieber Herr Stahl ich helfe gern weiter und so zu Ihrer Erinnerung drei Auszüge aus dem Gutachten Hallbach Seite 8. " Es gibt keine sichere Planung und keine sichere Investitionsetscheidung." "Der Variantenvergleich zwischen den Varianten der Überleitung und einer Kläranlage am Standort Biesenthal ... ist nicht plausibel." " Nachweis der Wirtschaftlichkeit die Vor- und Nachteile sowie die Risiken sollten in einer Nutzwert-Kosten-Analyse bewertet werden." Das alles steht auf Seite 8. Wie Sie selbst mir gegenüber erklärten lesen Sie bei Gutachten sowieso nur die letzte Seite weil Sie nicht die Zeit haben und auch nicht alles verstehen.Darum haben sich einige Mitglieder der Bürgerinitiative angeboten Sie zu unterstützen. Sie wissen bestimmt auch das bei Starkregenereignissen das Klärsystem überlastet ist und demzufolge au8ch Regenwasser nach Schönerlinde gepumpt wird. Kommen Sie aus Ihrer juristischen Scheinwelt heraus und versuchen Sie mit Menschen die unabhängig,kritisch und Sachverstand haben zusammenzuarbeiten. Mit freundlichen Grüßen

André. Stahl 05.10.2013 - 09:12:58

Stimmungsmache

Sehr geehrter Herr Lange, in Ihrem Hass sind Sie zwischenzeitlich bereit nicht nur jeden Sachverstand über Bord zu werfen, sondern auch noch die Unwahrheit zu behaupten. Selbstverständlich wird durch eine Abwasserdruckleitung nicht die Landschaft mehr entwässert als durch ein Klärwerk, da das geklärte Abwasser über die Finow in Richtung Ostsee geht und dem Landschaftsraum nicht erhalten bleibt. Und selbstverständlich sind die Varianten untersucht worden. Die Stadt hat auf Anraten der Bürgerinitiative ein Plausibilitätsgutachten anfertigen lassen. Den Gutachter haben sie aussuchen dürfen. Der hat leider nur nicht die von Ihnen gewünschten Ergebnisse gebracht. Vermutlich inkompetent der Mensch, wie alle die nicht bedingungslos Ihre Meinung teilen. Im übrigen sollten Sie nicht permanent Ihre persönliche Meinung als Meinung der Bürger oder der Bürgerinitiative verkaufen. Dafür fehlt Ihnen nämlich die Legitimation.

Friedrich Lange 04.10.2013 - 18:17:03

Biesenthaler Schildbürger

Eine intakte Natur ist für Biesenthal und Umgebung das was die Lebensqualität ausmacht. Auch die Moore gehören dazu und es ist richtig Geld zur Verfügung zu stellen zum Schutz bzw.zur Widerherstellung der Moore. Nun wird demnächst die Druckleitung für Abwasser fertiggestellt .Das Abwasser wird von Melchow über Biesenthal , Bernau nach Schönerlinde gepumt . Das ist nichts weiter als eine Entwässerung mit hohem Energieaufwand der sicherlich dem Grundwasserhaushalt beeinträchtigt ..Es wird in Zukunft permanent entwässert und parallel Geld ausgegeben um eine Bildung der Moore zu sichern. Eine hinreichende Prüfung durch einen Gutachter ist vom Bürgermeister Stahl und seinem Vertreter im WAV Siebenmorgen unterbunden worden ..Die Hinweise der Bürgerinitiative WAV wurden ignoriert.

Een Ostbrandenburger 04.10.2013 - 12:53:31

Einmal "Giga" zu viel und ein Milchmädchenrechnung

Nun lasst mal die Kirche im Dorfe. "Jeder Mensch sendet jährlich acht Gigatonnen Kohlenstoff aus." - Wenn das stimmen würde, könnten wohl die paar Moore angesichts von 7 Milliarden Menschen nicht viel ausrichten. Gemeint ist vielleicht "acht Tonnen". Aber davon abgesehen, können unsere hiesigen Moore bei weitem nicht "das Klima retten". Allein das Kraftwerk Jänschwalde setzt pro Jahr 23,7 Mill. Tonnen CO2 frei. Bei dem angegebenen Aufnahme- (nicht Einspar-) Vermögen eines intakten (!) Niedermoores wären dafür gut 40 % der Landesfläche Brandenburgs nötig...

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