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Anita Selig-Smith macht auf ihrer Lama-Tour in Neuhardenberg Rast und räumt beim MOZ-Besuch mit Klischees auf

Tierisch wandern ohne Spuck-Attacken

Anita Selig-Smith führt Bino und die Wandergruppe auf den Wanderreitstation von Marion Mussehl in Neuhardenberg.
Anita Selig-Smith führt Bino und die Wandergruppe auf den Wanderreitstation von Marion Mussehl in Neuhardenberg. © Foto: MOZ/Marco Marschall
Marco Marschall / 04.10.2013, 06:58 Uhr
Neuhardenberg (MOZ) Von Buckow nach Neuhardenberg und zurück: Ihr Sack und Pack lassen Anita Selig-Smith und ihre Wandergruppe dabei von Lamas schleppen. Klappt die Testtour, sind die Andentiere demnächst vielleicht häufiger in der Region zu Gast.

Warum eigentlich Lamas? Die Frage lässt sich aus Sicht von Anita Selig-Smith leicht beantworten. "Sie müssen Sie sich doch nur anschauen. Die großen Augen, das sanftmütige Wesen", schwärmt die Frau aus Schenkendorf (Dahme-Spreewald) und zeigt auf Bino, der seinen langen Hals majestätisch vom Grasen aufrichtet, als hätte er das Lob seiner Halterin gehört. Für Wanderungen seien die Packtiere ideal, weil äußerst intelligent und trittsicher. Von einer solchen Wanderung trifft die Gruppe von vier Frauen und sechs Lamas am Dienstagabend in der Wanderreitstation von Marion Mussehl in Neuhardenberg ein. "Gar nicht so einfach, Übernachtungsplätze zu finden", sagt Antita Selig-Smith. Höfe mit Pferden sind eigentlich nicht ideal, denn die Rösser sind den Lamas nicht wohl gesonnen. Auch die Pferde von Marion Mussehl sind am Dienstag etwas neben der Spur, obwohl die Andentiere mittlerweile in einiger Entfernung auf der Koppel rasten.

Seit vielen Jahren züchtet Anita Selig-Smith Lamas. Ihre Faszination für die Tiere war Mitte der 90er-Jahre während eines längeren Aufenthaltes in den USA entstanden. Auf ihrem "Märkischen Lamahof", nur drei Kilometer vom Bahnhof Königs Wusterhausen entfernt, ist der Bestand mittlerweile auf 50 Lamas und Alpakas angewachsen. Kurz vor ihrem Aufbruch zur Wanderung in Märkisch-Oderland kam ein weiteres Alpaka-Baby zur Welt.

Seit Sonntag ist sie mit drei Freundinnen - zwei züchten selbst Lamas - auf Testtour. Los ging es an der Günterquelle in Buckow nach Waldsieversdorf, dann zum Hof Drei Eichen zwischen Buckow und Münchehofe, schließlich nach Neuhardenberg, von dort aus am Mittwoch zum Biohof nach Ihlow und schließlich wieder zurück. In fünf Tagen legen sie eine Strecke von etwa 70 Kilometern zurück. Wenn die Tour, bei der die Frauen die meiste Zeit im Wald unterwegs sind, gut funktioniert, will Anita Selig-Smith sie in ihr Angebot mitaufnehmen. Tagestouren und auch mehrtägige Wanderungen mit Zelt und Schlafsack bietet sie seit längerem an.

Der Vorteil der Lamas: "Man kann ein paar Luxusartikel mitnehmen, die man vielleicht eher zu Hause lassen würde, wenn man sie selbst schleppen müsste", sagt die Expertin. Ihr Bino kann bis zu 40 Kilo buckeln. Außerdem hat sie zwei jüngere Tiere dabei, die noch nichts tragen. Ihre Knochen sind noch nicht kräftig genug. Sie sollen auf der Tour ans Wandern gewöhnt werden. Alle weiteren Tiere tragen bis zu 15 Kilo. Zu fressen bekommen sie nur Gras und Mineralfutter. "Von Möhren bekommen sie Durchfall, von Brot werden sie krank", sagt Anita Selig-Smith. Anspucken würden Lamas entgegen aller Klischees übrigens keine Menschen, erklärt sie. Dieses Vorurteil würde sich aus ihrer Sicht aufrecht erhalten, da es sich um sogenannte Territorial- und Distanztiere handelt. "Deshalb gehören sie auch nicht in den Streichelzoo", sagt die Züchterin, deren Tiere aber nicht vor einer Streicheleinheit zurückschrecken.

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