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Für Altenpfleger und Physiotherapeuten hat am Sowi das Ausbildungsjahr begonnen

"Man bekommt viel zurück"

Detlef Klementz / 07.10.2013, 19:41 Uhr
Strausberg (MOZ) Für rund 80 Teilnehmer hat bei der Sozialwirtschaftlichen Fortbildungsgesellschaft Strausberg (Sowi) die Ausbildung in Berufen des Gesundheitswesens begonnen. Die Mehrheit lässt sich zum Altenpfleger ausbilden.

Swetlana Paulke freut sich auf die Ausbildung zur Masseurin und medizinischen Bademeisterin. In ihrem Beruf als diplomierte Kartografin habe sie sich nie wirklich wohl gefühlt, sagt die gebürtige Ukrainerin, die in Bad Saarow lebt. Leider werde ihr Diplom in Deutschland nicht anerkannt, setzt die 42-Jährige hinzu. Nun freut sie sich auf die neue Chance, die ihr das Arbeitsamt "nach langem Warten" mit einem Bildungsgutschein ermöglicht. Die freundliche Frau ist optimistisch, dass sie nach der zweijährigen Ausbildung plus halbjährigem Praktikum eine Anstellung findet, vielleicht sogar in der Therme in ihrem Heimatort. Das Ausbildungsprofil ist ihr geläufig, vor allem dank eines Praktikums im Helios Klinikum.

Julia Limburg aus Strausberg hat andere Pläne. Die 24-Jährige will sich zur Physiotherapeutin ausbilden lassen. Ihr Studium (Philosophie und Geschichte auf Lehramt) in Trier hat sie abgebrochen. "Das Studium war keine gute Entscheidung", sagt sie rückblickend.

In ihrem Wunschberuf hätte sie sich auch in Neuruppin ausbilden lassen, sagt die junge Frau. Sie habe sich dort auch umgeschaut. "Aber hier in Strausberg ist es irgendwie angenehmer", hat sie für sich entschieden. 299 Euro monatlich kostet sie die dreijährige Ausbildung. "Meine Eltern helfen mir da", sagt sie dankbar. Sie selbst schaue sich gerade nach einem Nebenjob um.

Christina Schmalle aus Grünheide hat es da etwas einfacher. hat andere Pläne. Die 52-Jährige will examinierte Altenpflegerin werden. "Ich habe mal EDV gelernt und Büroarbeit gemacht", berichtet sie. Durch die Pflegebedürftigkeit ihres Vaters sei sie mit dem Beruf in Berührung gekommen. "Man bekommt viel zurück", hat sie erfahren und freut sich auf die dreijährige Ausbildung. So ganz einfach sei das mit dem Bildungsgutschein auch in ihrem Fall nicht gewesen: "Ich musste ganz schön kämpfen."

Deutlich mehr Vorkenntnisse für diesen Beruf bringt Thomas Giertz mit. Als seine Firma in Konkurs ging, hat der gelernte Fliesenleger "was mit Zukunft gesucht", wie er sagt. In seinem Heimatort Pillgrim habe er im dortigen evangelischen Pflegeheim nach einem Praktikum schon als Pflegehelfer gearbeitet. Parallel zur nun begonnen Ausbildung zum Altenpfleger könne er diese Arbeit dort fortsetzen. "Ich habe Glück", räumt der 39-Jährige ein und hofft, dass er später in der Einrichtung als examinierter Altenpfleger arbeiten kann. Wie all die anderen weiß auch er, dass die Arbeitsplatzchancen gut stehen.

Das bestätigt auch Gisela Weiß von der Sowi-Geschäftsführung. Von den 56 Altenpflegeschülern seien 26 Erstauszubildende und 30 Umschüler. Obwohl es für alle Ausbildungsbetriebe gebe, die auch Ausbildungsgeld zahlten, seien die letzten Formalien im Zusammenhang mit der Förderung erst unmittelbar vor Ausbildungsbeginn geklärt worden.

Begonnen hat auch die Ausbildung von 14 künftigen Physiotherapeuten. Gisela Weiß kritisiert, dass die Erstausbildung nicht finanziert wird und die Förderung der dreijährigen Umschulung vor einiger Zeit schon eingestellt wurde. "Das muss der Gesetzgeber ändern", fordert sie. Der Bedarf sei schließlich groß, Physiotherapeuten auch in der Präventionsarbeit gefragt.

Nicht gefördert wird auch die zweijährige Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister mit anschließendem halbjährigen Praktikum. Dann könnten sich die elf Sowi-Schüler noch berufsbegleitend zwei Jahre lang zum Physiotherapeuten ausbilden lassen.

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