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Beate Gollnast vom Verein Wuckizucki gestaltet im Biesenthaler Kulturbahnhof eine besondere Ferienwoche

Kinder entwickeln eigene Zirkuswelt

Brigitte Horn / 10.10.2013, 07:19 Uhr
Biesenthal (MOZ) Noch bis morgen können sich Kinder von sechs Jahren an im Mitmachzirkus im Biesenthaler Kulturbahnhof die Ferienzeit vertreiben. Unter Leitung von Beate Gollnast probieren sich die Kinder aus, entwickeln selbst Zirkuskunststücke und zum Teil auch das Zubehör.

Alexia, Marie, Janka und die anderen tummeln sich auf den Matten, die in einem großen Raum des Kulturbahnhofs auf dem Boden liegen, üben Drehungen und Sprünge. Dabei haben sie ein großes Schwungtuch, Bälle und Pois. Poi heißt in der Sprache der Maori Ball. Es geht hier um kleine Bälle, die in einer lange schmalen Hülle stecken und die kunstvoll geschwungen werden können. Zum Üben wurden die Bälle in abgeschnittene nicht mehr gebrauchte Strumpfhosen gesteckt, so dass mit geringem Aufwand Spielgeräte entstanden sind. Jonglierbälle werden auch selbst gefertigt, und zwar aus Luftballons, die mit Grieß gefüllt werden.

Obwohl zwölf Kinder im Alter von sechs bis zu elf Jahren gemeinsam versammelt sind und schon einen Vormittag mit Spielen und Kochen hinter sich haben, gibt es kein Geschrei. Die Lautstärke ist angenehm, die Kinder wirken ruhig und ausgeglichen. Beate Gollnast, ihr Leben lang erfahren als Kinderbetreuerin in Ferienlagern, versteht es, die Aktivitäten der Kinder zu lenken. "Es fällt mir leicht, den Kindern den Raum zu lassen, den sie brauchen", sagt sie und fügt hinzu: "Die Kinder sollen nicht wie im Sportunterricht gesagt bekommen, was sie zu tun haben oder zu trainieren. Besser ist, wenn sie die Zirkuskunststücke selbst entwickeln und dabei ihre Fähigkeiten entfalten."

Zu den Lieblingskunststücken der Kinder gehört die Pyramide. Fast bis zu vier Etagen haben sie schon geschafft. Selbstständig beratschlagen sie, wer am stärksten ist, unten stehen kann und die ganze Last tragen muss, welche Kinder darauf posieren können, die gleichzeitig auch noch die Kinder für die Spitze der Pyramide auf ihren Schultern tragen müssen. Auch ein Mädchen mit Handicap ist dabei und wird von den Kinder ganz selbst verständlich mit einbezogen.

Um die Künste ihrer Sprößlinge auch den Eltern zeigen zu können, filmt Beate Gollnast die Übungen. Weil nicht alle Kinder jeden Tag da sind, können wir zwar kein gemeinsames Abschlussprogramm machen, aber immerhin im Video zeigen, wie die Woche war.

Einige Kinder sind mit der kleinen und zierlichen Beate Gollnast fast schon auf Augenhöhe. Manchen wird sie aus dem "Grünbär" in Bernau bekannt sein, jetzt arbeitet sie als Freiberuflerin, die Workshops für Handwerker und anderes organisiert. Doch in ihrer Freizeit widmet sie sich ganz den Kindern. Mit dem Ferienprogramm knüpft Beate Gollnast an die Zirkus-AG an, die von ihr ehrenamtlich geleitet wird und für die Kinder kostenlos ist. Wer mitmachen möchte, kann sich unter Telefon 03337 431926 melden. Diese AG agiert unter Leitung des Vereins Wucki-Zucki, der auch Heimstatt für eine Voltigiergruppe ist. Die Anregung für solch eine Ferienwoche habe es 2011 bei einem "Mitmach-Camp" mit Theater und Beschäftigung im Wald in Strausberg gegeben. Da seien viele so begeistert gewesen, dass sie sich gewünscht hätten, dass so etwas wieder einmal gemacht werde.

Ermöglicht wurde diese Ferienwoche durch den Kulturbahnhof, der nur eine geringe Miete verlangt hat, und einen Zuschuss von der Stadt Biesenthal, freut sich die junge Frau. Dazu kamen pro Kind und Tag 20 Euro, wer eine ganze Woche kam muste 70 Euro zahlen. Es gab aber auch die Möglichkeit für Familien, wo diese Summen Probleme bereiten, durch Naturalien fürs Kochen oder Unterstützung bei der Betreuung die Teilnahme ihrer Kinder zu ermöglichen.

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