Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Kunstwerk steht vor der evangelischen Kirche

Der "Namenlose" zeigt sich wieder

Das von Liz Mields-Kratochwil geschaffene Kunstwerk "Der Namenlose" war zeitweilig eingelagert.
Das von Liz Mields-Kratochwil geschaffene Kunstwerk "Der Namenlose" war zeitweilig eingelagert. © Foto: MOZ/Dietmar Rietz
Dietmar Rietz / 11.10.2013, 22:00 Uhr
Schwedt (MOZ) Als es in der Vierradener Straße zu laut und zeitweise recht schmutzig wurde, hat er sich zurückgezogen. Jetzt, da uns in der "Vierradener" die Gehwegplatten nicht mehr schief anlächeln, farbige Fontänen hochsprudeln und selbst der Kinderspielplatz fast fertig ist, da lässt er sich wieder blicken, hat seinen Beobachtungsplatz vor der evangelischen Kirche wieder eingenommen: der Namenlose.

Ein paar Meter entfernt von seinem ursprünglichen Standplatz steht der "Namenlose jetzt. Das schafft Platz für Stadt- und Kirchenveranstaltungen. Zweimeterzehn ragt die Bronzefigur hoch. Den Ziegelsteinsockel nicht mitgerechnet. Derzeit überwölbt von einem farbigen Laubdach. Landschaftsgärtner haben gerade Blumen und Bodendecker zu seinen Füßen gepflanzt. Hände hat der Arme nicht.

Solcher Art Kunstwerk nennt sich Torso. Seine Schöpferin istLiz Mields-Kratochwil. Ihr "Bronzemann" ist Teil des städtischen Kunstschatzes.

Als in der "Vierradener" die Bauleute das Sagen hatten, hat die Stadt den "Namenlosen" klugerweise entführt und sicher eingelagert. Weit entfernt vom Baustaub.

Der Namenlose ist ein Unikat, das heißt, es existiert kein weiterer Guss davon. Haben wir ein Auge auf ihn. Er ist wertvoll und schon weitgereist. Die Bronzefigur hat bereits das sächsische Dresden, das tschechische Prag und das Schweizer St. Gallen gesehen und wurde dort auf Ausstellungen bewundert.

Was will uns die Künstlerin bis heute sagen mit diesem bizarren, aus mancher Perspektive gequältem Körper? Der Namenlose entstand als Zeichen für das Leid von Menschen, insbesondere für jeden der behinderten Menschen. Die Bronzefigur war ein Auftragswerk des Zentrums für Künstlerische Werkstätten in Frankfurt zum Jahr des Behinderten 1983. Anfang der 1990er-Jahre fand sie ihren Platz in Schwedt.

Die Kreuzform der männlichen Figur als Torso steht synchron zu dem gekreuzigten Christus und war als Sinnbild für jedermann auch in der vergangenen DDR bekannt und begreiflich.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG