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Stiftungsvorstand arbeitet an langfristigem Projekt / Präsident lobt Standort und Bauart der Immobilie als "nahezu ideal"

WaldWelten zieht es ins Forstschreiberhaus

Sven Klamann / 16.10.2013, 04:04 Uhr
Eberswalde (MOZ) Der Vorstand von WaldWelten hat sich eines der beiden identischen Forstschreiberhäuser auf dem Areal des ehemaligen Pfeilgartens als Stiftungssitz ausgesucht. Noch sind nicht einmal alle Pläne für einen Umbau ausgearbeitet. Aber das Wunschprojekt nimmt schon Formen an.

"Lage und Bauart des Gebäudes sind ein Glücksfall für uns und hätten auf dem Reißbrett kaum passender entworfen werden können", schwärmt Professor Harald Schill. Der Direktor des Forstbotanischen Gartens ist ehrenamtlicher Präsident des Stiftungsvorstandes von WaldWelten, dem überdies Bernhard Götz, wissenschaftlicher Leiter des Forstbotanischen Gartens, als Vize-Präsident und Eberswaldes Baudezernentin Anne Fellner angehören. Das Trio verweist darauf, dass das zwischen 1921 und 1923 als verbrettertes Lehmfachwerkgebäude errichtete Forstschreiberhaus gegenüber dem Haupteingang des Forstbotanischen Gartens, unweit vom Waldcampus der Eberswalder Hochschule und in Reichweite des im Aufbau befindlichen Klima-Waldes steht. "Idealer geht es kaum", findet Bernhard Götz.

Glücklich ist das Vorstandstrio obendrein darüber, dass die Bauherren für das Forstschreiberhaus vorwiegend natürliche Baustoffe verwendet haben. "Das zeugt von nachhaltigem Denken und passt deshalb prima zu uns", betont Harald Schill. Die Stiftung WaldWelten, die am 22. Oktober seit drei Jahren besteht, sei schließlich von der Stadt Eberswalde und der Hochschule für nachhaltige Entwicklung gegründet worden, um waldbezogene Wissenschaft, Klimafolgenforschung, öffentliche Umweltbildung, Kunst, Kultur und Naturschutz zu fördern. Ein Neubau aus Beton und Glas hätte für den Stiftungssitz daher wenig glaubhaft gewirkt.

Eigentümerin der Immobilie, die seit 2005 leer steht, ist die Stadt Eberswalde, die anstrebt, das benachbarte zweite Forstschreiberhaus für ihren Stadtförster umbauen zu lassen. Der WaldWelten-Vorstand setzt darauf, dass die gemeinsamen Pläne Einsparpotential offenbaren, weil zum Beispiel Bauzeichnungen nicht zweimal angefertigt, sondern im Grunde nur kopiert werden müssten.

Bei aller Begeisterung legen der Präsident und sein Stellvertreter Wert darauf, in Sachen Umbau nichts zu überstürzen. "Unser Projekt soll wachsen können", sagt Harald Schill, der grob kalkuliert von Kosten zwischen 250 000 und 300 000 Euro ausgeht. Einen Terminplan gibt es noch nicht, auch die Finanzierung ist bisher ungeklärt. "Wir haben eben auch keinen wahnsinnigen Zeitdruck", hebt Bernhard Götz hervor.

Allerdings soll noch vor dem Winter das Krüppelwalmdach so weit repariert werden, dass es jedem Wetter standhält. "Aktuell regnet es an zwei bis drei Stellen durch. Aber das lässt sich mit wenig Aufwand beheben", sagt der Stiftungspräsident.

Manchem Eberswalder dürfte das alte Forstschreiberhaus noch von der Wildannahmestelle her bekannt sein, die zwischen 1972 und 1991 auf dem Grundstück existierte und durch die Frau des Oberförsters Marko geführt wurde. Der Oberförster starb 1994, seine Witwe zog 2005 aus.

Noch befindet sich der Stiftungssitz im Verwaltungstrakt des Forstbotanischen Gartens, wo WaldWelten laut Harald Schill und Bernhard Götz zwar ein "großzügiges Gastrecht" genießt, jedoch nicht eigenständig genug arbeiten könne und von der Öffentlichkeit eher nicht wahrgenommen werde.

"Das wäre im Forstschreiberhaus völlig anders", streicht der Präsident heraus. Und hat die auf zwei Geschosse verteilten 150 Quadratmeter Nutzfläche im Geiste bereits verteilt. Für das Erdgeschoss stellt sich der Stiftungsvorstand einen Eingangsbereich mit Empfangstresen vor - mit ausreichend Platz für eine Busladung voller Besucher, die dort Kaffee trinken, sich mit Informationen eindecken und auf Führungen warten können. Darüber wären die Räume für Mitarbeiter, Praktikanten und für Studenten, die gemeinsame Aktionen von Hochschule und Stiftung betreuen. Das Nebengelass auf dem Grundstück wäre für Angebote der Umweltbildung nutzbar. Und auch an reichlich Abstellmöglichkeiten für Fahrräder ist bereits gedacht.

"Alle vorstellbaren Baumaßnahmen sind mit dem Denkmalschutz abzustimmen", sagt Harald Schill, der sich auf eine faire Zusammenarbeit freut.

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