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Machbarkeitsstudie bestätigt Projekt-Idee der Gemeinde Wandlitz / Sanierung billiger als Neubau

Bezahlbare Wohnungen in der Polizeischule

Zukunftsmusik auf geschichtsträchtigem Gelände: So könnten die sanierten 101 Meter langen Kasernenblöcke in Basdorf künftig aussehen. Die Gemeinde Wandlitz wünscht sich dort bezahlbare Wohnungen. Grafik: B2 Architekten
Zukunftsmusik auf geschichtsträchtigem Gelände: So könnten die sanierten 101 Meter langen Kasernenblöcke in Basdorf künftig aussehen. Die Gemeinde Wandlitz wünscht sich dort bezahlbare Wohnungen. Grafik: B2 Architekten © Foto: MOZ
Steffi Bey / 16.10.2013, 19:32 Uhr
Basdorf (MOZ) Das Ziel der Gemeinde Wandlitz ist eindeutig: bezahlbare Wohnungen auf dem ehemaligen Polizeischulgelände an der Prenzlauer Straße sollen geschaffen werden. Im Bauausschuss wurde jetzt eine Machbarkeitsstudie für das Projekt "Basdorfer Gärten" vorgestellt. Das Ergebnis stimmt optimistisch.

"Die Gebäude sind in einem guten Zustand", erklärt Oliver Borchert von der Firma 2B Architekten. Gemeinsam mit seinem Team hat er in den vergangenen Monaten die Bausubstanz auf dem geschichtsträchtigen Areal in Basdorf untersucht. "Es gibt keine Feuchtschäden und auch das Dach ist dicht", betont der Architekt.

Insgesamt wurden 13 Häuser unter die Lupe genommen - fünf mehrgeschossige Blöcke sowie acht einetagige Baracken. Sämtliche Gebäude stehen seit mehreren Jahren leer und sind vom Vandalismus gezeichnet. Es fehlen Fenster und Türen und auch die Fassaden sind beschmiert. Aber das ist eben nur der erste Eindruck. "Der Aufbau der Gebäude kommt den Umbauplänen entgegen", betont Borchert. So lassen sich beispielsweise einzelne Elemente herauslösen.

Auf diese Weise kann aus einem immerhin 101 Meter langen Block ein modernes Wohnhaus entstehen, das optisch viel kürzer wirkt. Für die großen Blöcke haben die Architekten zunächst zwei Varianten vorgelegt. Bei beiden sollen aus den derzeit zwei Geschossen einmal vier werden: durch den Ausbau des Dachgeschosses und die Nutzung des Souterrains. "Die Kellerräume sind 2,70 Meter hoch und bieten sich zur Wohnnutzung an", sagt Oliver Borchert.

Fast 50 Quartiere könnten pro Block entstehen. Möglich sind Grundrisse von Ein- bis Fünf- oder Sechszimmerwohnungen. Das ist ganz im Sinne der Gemeinde Wandlitz. "Wir wollen, dass dort künftig eine ,bunte Mischung' lebt - junge Familien, Senioren, Pflegebedürftige und Singles", macht Bürgermeisterin Jana Radant deutlich.

Aus den acht derzeit unansehnlichen Baracken auf dem alten Polizeischulgelände könnten moderne Reihenhäuser werden: 115 Quadratmeter groß, mit kleinem Garten und Grillplatz. "Interessierten Bewohnern der Viergeschosser könnten ebenfalls Pachtgärten zur Verfügung gestellt werden", beschreibt Oliver Borchert das Konzept.

Die Mitglieder des Bauausschusses zeigten sich jedenfalls beeindruckt vom Projekt und wollten wissen, wie diese Ideen wirtschaftlich umgesetzt werden.

"Unser Ziel, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ist umsetzbar", erklärt Christian Braungard, Geschäftsführer der Basdorfer Entwicklungsgesellschaft (BEG) und Kämmerer der Gemeinde Wandlitz. Denn die Kosten für die Sanierung der Gebäude würden rund 20 Prozent günstiger liegen als bei einem Neubau. Zudem kommt er bei seinem Rechenmodell auf eine Warmmiete von 8,50 Euro. "Bei der Reihenhausvariante beträgt dieser Wert 8,66 Euro. Bürgermeisterin Jana Radant hört solche Zahlen gern und betont: "Die Nachfrage an bezahlbaren Mietwohnungen in der Gemeinde ist sehr groß."

Wie es jetzt weitergeht erklärt BEG-Geschäftsführer Braungard: "Zunächst soll ein Geschäftsplan erstellt werden, wie die Sanierung und Bewirtschaftung verwirklicht werden kann." Welche Rolle dabei die Gemeinde Wandlitz übernimmt, ist noch zu klären. Denkbar wäre beispielsweise die Bildung einer Genossenschaft

Auf jeden Fall braucht so ein umfangreiches Projekt Reifezeit, wie Braungard betont. Im Haushalt 2014 sind jedenfalls schon einmal 10 000 Euro zur Projekt-Konkretisierung eingeplant. Die BEG stellt ebenfalls Mittel zur Bausubstanzsicherung bereit.

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B. 17.10.2013 - 15:02:39

Wachstum

…erfahrungsgemäß bringt eine wachsende Kommune auch zwangsläufig immer eine wachsende Infrastruktur mit sich und irgendwie ist es doch auch toll, dass sich Basdorf so großer Beliebtheit erfreut – ein solches Wachstum kann doch auch sehr positiv sein. LG

Familie aus Wandlitz 17.10.2013 - 14:16:03

hoffentlich...

...wird den vielen entstehenden Wohnräumen auch die Infrastruktur angepasst. schon jetzt kann man ab 7.00 Uhr nicht mehr in Bahnhofsnähe parken (nicht jeder kann das Fahrrad nutzen, z.b. bei kleinen Kindern). Kita und Schule platzen aus allen Nähten, in der NEB gibt es in den 2 wenigen Zügen nach Gesundbrunnen keine Sitzplätze mehr und wer mal eben zur Bibliothek will, muss unter Umständen bei Rewe parken, weil inkl. "wildem Parkplatz" vor Netto alles dicht ist. Attraktiv ist das nicht, weder für die Anwohner, noch für die neu zu gewinnenen Mieter auf dem Polizeigelände (was auch nicht grad in Laufnähe zum Bahnhof ist....

candyberlin 17.10.2013 - 10:41:15

SEHR GUT!

seit ich den Abriß des ersten Gebäudes auf dem Polizeischulen-Gelände beobachtet habe, hatte ich zunächst die große Befürchtung, das jetzt wieder ein ganzes Areal "platt gemacht" wird, trotzdem es sich augenscheinlich um gesunde Bausubstanz hält. Die Idee eine Baracke zum Wohnraum umzufunktionieren kam auch mir und so bin ich hellauf begeistert nun zu lesen, das ein solcher Plan tatsächlich aufgegriffen wird! Somit drücke ich feste die Daumen für ein gutes Gelingen! Peggy T.

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